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Leser helfen Lesern: Diesen Organisationen helfen wir 2019

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2019 hilft „Leser helfen Lesern“ vier Organisationen: Dem BRK-Kreisverband, den Sternenkindern Miesbach-Otterfing, der Tagespflege Gmund und den Ersthelfern Bayrischzell.

Landkreis - Von der Aktion „Leser helfen Lesern“ der Heimatzeitung profitieren heuer vier Organisationen. Spenden können auf das Konto 13 300 bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee (BLZ 711 525 70), IBAN DE04 7115 2570 0000 0133 00, eingezahlt werden – persönlich oder per Überweisung. Der Durchschlag der Überweisung wird bis zu einem Betrag von 200 Euro vom Finanzamt als Spendenquittung anerkannt. Für Spenden über 200 Euro stellt das Landratsamt die Spendenquittung aus. Um unnötige Rückfragen zu vermeiden, werden die Spender gebeten, die vollständige Anschrift auf der Überweisung anzugeben. Wer „Leser helfen Lesern“ mit mindestens fünf Euro unterstützt, wird als Spender in der Zeitung genannt. Wer ungenannt bleiben möchte, kann das einfach auf der Überweisung vermerken.

Schnelle Hilfe für Senioren in Not: Bedürftige bekommen BRK-Hausnotruf kostenlos – Sender garantiert rasche Alarmierung

Miesbach – Robert Kießling hat erlebt, wie schnell Senioren in Gefahr geraten. Sein Vater, „sonst pumperlgsund“, litt in seinen letzten Jahren an Schwindel. Fiel er hin, konnte er nicht mehr aufstehen. Das rettende Telefon – unerreichbar. Zu lange hätte es gedauert, bis Hilfe kommt. „Mindestens zehn Mal hat der BRK-Hausnotruf in diesen Situationen meinem Vater das Leben gerettet“, sagt Kießling, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Wenn es bei Schwindel, Herzinfarkt oder Schlaganfall schnell gehen muss, kann der Hausnotruf den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. „Deswegen bräuchten ihn viel mehr Senioren.“

Kostenloser Hausnotruf: (v.l.) BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling, Hausnotruf-Leiterin Annemarie Weber und Manfred Edenhofer (Fahrdienst) wollen bedürftigen Senioren helfen.

Herzstück des Notrufs ist ein vier Zentimeter großer Sender an einem Hals- oder Armband. Per Knopfdruck verbindet das Gerät seinen Träger mit einem Helfer des BRK. Je nach Schwere des Vorfalls und den Wünschen des Senioren alarmiert dieser den Notarzt, Nachbarn oder auch Verwandte.

Dass einige Senioren ohne Notruf auskommen müssen, liegt am Geld: Für Menschen ohne Pflegegrad kostet das Angebot mindestens 23 Euro pro Monat. Mit Schlüsselhinterlegung und Telefonanschluss kommt es auf 49 Euro. Das ist für manche Senioren zu teuer. Sie müssen hoffen, dass nichts passiert. „Das kostet Leben“, sagt Kießling.

Seine Lösung: Bedürftige Senioren sollen mithilfe der Aktion „Leser helfen Lesern“ den Hausnotruf kostenlos erhalten. Mit den Spendengeldern können Anschaffung und laufende Kosten für einen bestimmten Zeitraum gedeckt werden. Das Rote Kreuz selbst zieht keinen finanziellen Vorteil daraus und wird alles genau dokumentieren. Kießling versichert: „Wir machen keinen Gewinn.“

Der BRK-Geschäftsführer will für jede Gemeinde im Landkreis nach der Zahl der Einwohner ein Kontingent an kostenlosen Notrufen berechnen. Die Verwaltungen sollen entscheiden, an welche Senioren diese gehen. „Sie wissen am ehesten, wer es braucht.“ Das bedeutet: Je mehr Spenden eingehen, umso mehr bedürftige Senioren erhalten den Hausnotruf. Kießling sagt: „Ich hoffe, dass es möglichst viele werden.“

Mehr zum Hausnotruf: 

Alarm aus dem früheren Kinderzimmer: Der Hausnotruf im Einsatz

Unterstützung für trauernde Mütter: Beratungsstelle hilft Frauen, die ihr Baby verloren haben

Miesbach – Jede dritte Frau in Bayern verliert ihr Kind vor oder kurz nach der Geburt.Bianca Steinbauer und Katharina Eham unterstützen betroffene Eltern in dieser schweren Zeit. „Die Frauen fallen in ein Loch“, sagt Steinbauer, Leiterin der Beratungsstelle Sternenkinder Miesbach-Otterfing. Weil es kaum Einrichtungen für sie gibt, machen viele einfach weiter, bekommen psychische Probleme. „Sie machen sich Vorwürfe“, sagt Steinbauer. „Sie trauen sich nicht zu trauern.“

Wollen mehr helfen: Die Sternenkinder-Gründerinnen Bianca Steinbauer (r.) und Katharina Eham.

Wie viele Frauen leiden, bemerkte die Heilpädagogin und Eltern-Baby-Therapeutin in ihrer Praxis. Immer wieder kamen Frauen zu ihr, weil ihr Kind schlecht schlafe. Dabei schlief das Kind ruhig. Steinbauer hakte nach. „Oft hatten die Frauen ein Kind verloren. Beim nächsten Baby sorgten sie sich, dass es wieder sterben könnte.“

Steinbauer schritt zur Tat. Mit Eham gründete sie die Bethanien Sternenkinder Miesbach-Otterfing – die einzige Stelle dieser Art in Oberbayern. Ein Jahr ist das her. Seitdem berät sie Mütter in Einzelstunden, betreut eine Gruppe mit acht Frauen und veranstaltet lockere Treffen. Sie hört zu, gibt Tipps und hilft bei Ritualen, die helfen, das Trauma zu bewältigen – zum Beispiel, indem sie Fotografen und Kleidung für Bilder mit dem Kind vermittelt. „Die Leute denken: ,Ich kann doch keine Fotos mit einem toten Baby machen.‘ Doch die Erinnerung an das Kind hilft beim Verarbeiten.“

Mit den Spenden von „Leser helfen Lesern“ will Steinbauer Müttern weiter kostenlos helfen – um den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Und sie will ihr Angebot erweitern. Sie plant eine Bibliothek mit Fachliteratur sowie ein Sternenkinder-Café, bei dem Mütter ungezwungen zusammenkommen können. Und sie will Materialien für Väter und Geschwister kaufen. Sie sagt: „Dafür hoffen wir auf die Unterstützung der Leser.“

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Mehr Lebensfreude im Alter: Tagespflege der Diakonie will Gehbehinderte zu Hause abholen

Bad Wiessee – Restlos glücklich ist Monika Klöcker trotz des Erfolgs der von ihr geleiteten Tagespflege der Diakonie in Bad Wiessee nicht. Zwar sieht sie täglich Gäste ihrer Einrichtung aufblühen, lachen, strahlen. Sie weiß aber auch: Die, die ihre Hilfe am nötigsten haben, bekommen sie nicht – weil sie gehbehindert sind und den Weg in die Einrichtung nicht schaffen. „Es wäre schön, wenn wir diese Menschen zu uns holen könnten“, sagt Klöcker. Dabei soll ein rollstuhlgerechtes Auto helfen, das der Diakonieverein Tegernseer Tal mit den Spenden der Leser kaufen will.

Mehr Lebensfreude im Alter Tagespflege der Diakonie will Gehbehinderte zu Hause abholen.

Seit der Eröffnung der Tagespflege Hiltl am 1. November haben sich die Räume mit Leben gefüllt: In der ersten vom Diakonieverein betriebenen Einrichtung dieser Art im Landkreis lernen Senioren neue Menschen kennen und gehen ihren Hobbys nach. Sie backen Plätzchen, malen Bilder oder spielen Schach. Gleichzeitig gibt es Pflegemöglichkeiten.

Diese vielen Angebote auf kleinem Raum wären für gehbehinderte Ältere ein Segen, sagt Klöcker. „Senioren, die im Rollstuhl sitzen, müssen oft ihre Hobbys aufgeben, weil sie nicht mehr hinkommen.“ Dadurch hätten sie oft nur zum pflegenden Angehörigen regelmäßig Kontakt. Für Betroffene bedeutet das Einsamkeit, für die Pflegenden eine Belastung. In der Tagespflege können auch Pflegebedürftige neue Bekanntschaften schließen, die Pflegenden bekommen Zeit für sich oder für Erledigungen.

Der letzte Baustein fehlt aber noch: Die Pfleger können Menschen im Rollstuhl derzeit nicht in die Einrichtung bringen. Deswegen will Klöcker einen VW Caddy kaufen und rollstuhlgerecht umrüsten, mit Rampe und Befestigungen für den Stuhl. Dann könnten auch Rollstuhlfahrer sicher in die Tagespflege kommen. Klöcker sagt: „Das Wichtigste ist, dass wir ihnen die Einsamkeit nehmen.“

Notfalldienst für Fischbachau und Bayrischzell

Bayrischzell – Der TÜV stellt die Bergwachtbereitschaft Leitzachtal bald vor ein Problem: Im April 2021 wird er den derzeitigen Einsatzwagen ihrer Ersthelfer vor Ort aus dem Verkehr ziehen. An dem Land Rover, Baujahr 2002, nagt der Rost. Fällt er weg, stünden die schnellen Helfer, die so manchem das Leben gerettet haben, ohne Auto da. Rund 100 Einsätze, zu denen sie pro Jahr ausrücken, würden wegfallen – ein Gebiet von Bayrischzell bis ins untere Leitzachtal hätte an Wochenenden, Feiertagen und in der Nacht keine nahen Notfallhelfer mehr. Spenden unserer Aktion sollen das verhindern.

Brauchen ein neues Auto: (v.l.) Dominik Wuttig (Ersthelfer), Ute Waller (Vorsitzende Förderverein) und Christoph Scholz (Ersthelfer).

Der Förderverein der Ersthelfer hat bereits genug Geld aus Spenden und Mitgliedsbeiträge für einen neuen Wagen beisammen. Für den Umbau fehlen aber noch die Mittel. Das neue Fahrzeug soll eine Notarzt-Ausstattung bekommen. „Die Jungs und Mädels machen vieles selbst und können einige Teile aus dem alten Auto in das neue einbauen“, erklärt Fördervereins-Vorsitzende Ute Waller, „aber eben nicht alles.“ Der Blaulichtstreifen passt nicht mehr, auch eine Freisprechanlage und das 220-Volt-Bordsystem für das EKG müssen die Helfer neu kaufen. „Dafür brauchen wir die Hilfe der Leser“, erklärt Waller.

Alle Geschichten zu unserer Spendenaktion Leser helfen Lesern 2019 finden Sie auf unserer Themenseite.

Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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