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Nach wie vor ein möglicher Standort: Das Klosterareal in Miesbach.

Große Mehrheit

Geplantes Museum wird konkret

Miesbach - Das Museumsprojekt hat die nächste Hürde genommen: Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, ein Fachgutachten in Auftrag zu geben. Diese Machbarkeitsstudie soll unter anderem klären, mit welchem Konzept ein Museum in Miesbach bestehen kann. 

Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Museum hat sich für ihren Vortrag am Donnerstagabend im Stadtrat reichlich Mühe gemacht. Mit einem etwa vierminütigen Film stellte Markus Schweiger vom Museumsverein die positiven Effekte vor, die ein Museum in der ehemaligen Klosterschule für die Stadt bringen würde. Tourismus und Stadtplatz könnten belebt, die Identität von Stadt und Region der Jugend vermittelt werden. 

Das Ziel laut Film: „Der Vergangenheit eine Zukunft geben.“ Viel habe die Arge vorbereitet, berichtete Schweiger und nannte vor allem die Suche nach Fördertöpfen. Das EU-Programm Leader und die Städtebauförderung gehören dazu, ebenso wie die Landesstelle für nichtstaatliche Museen. Alle drei stellen aber eine Bedingung: Das Projekt muss komplett durchgezogen werden, sonst gibt es keine Zuschüsse. Zudem ist ein Fachgutachten unabdingbare Voraussetzung. 

Warum das so ist, erklärte Stefan Kley von der Landesstelle in München. Das Konzept sei wichtig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. „Wir vertreten alle den Steuerzahler, nur an verschiedenen Stellen. Und auch Sie im Stadtrat wollen wissen, woran Sie sind.“ Das Gutachten soll Potenzial, Besucher, Unterhalt und Investitionen klären und eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern – für alle Beteiligten. Dennoch zeigte sich der Experte positiv gestimmt: „Ich bin beeindruckt, wie sehr sich der Museumsverein engagiert. Das ist wichtig.“ Aus seiner Sicht handele es sich um eine vernünftige Realisation. 

Die Exponate, die sich im Fundus des Vereins befinden, seien „relativ hochkarätig. Damit lassen sich tolle Geschichten erzählen über die Menschen, die hinter dem jeweiligen Stück stehen“, und gerade das sei die Aufgabe eines Museums. Um erfolgreich zu sein, brauche das Museum die optimale Ausrichtung. Wie lassen sich die Produkte vermarkten? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal? Wie ist das Verhältnis von Dauer- und Wechselausstellungen? 

Darauf soll die umfassende Analyse ebenso eingehen wie auf die Kosten. Die sind auch das Kernproblem für den Stadtrat, der nach kurzer Diskussion einstimmig grünes Licht gab für das Fachgutachten. Dieses soll die konkrete Investitionshöhe skizzieren und zeigen, ob das Projekt letztlich finanzierbar ist. Doch schon jetzt ist klar, dass es wohl gut zwei Millionen Euro kosten wird – abzüglich der Zuschüsse. 

Dennoch war die Zustimmung groß. „Wir werden nicht nur daran gemessen, ob wir den Haushalt konsolidiert haben“, betonte Franz Mader (FW), „sondern auch daran, was wir für die Stadt geschaffen haben.“ Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) stellte fest: „Wir wussten, dass wir eine alte Schaluppe kaufen. Etwas müssen wir damit machen.“ Allein für den Tourismus sei das Museum ein wichtiger Baustein, ergänzte Inge Jooß (SPD): „Für einen Tagesausflug reicht das, was wir in Miesbach haben, nicht."

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