Wer wird Kanzlerkandidat? Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen am Montag bekannt geben, wer als Spitzenkandidat antritt.
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Wer wird Kanzlerkandidat? Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen am Montag bekannt geben, wer als Spitzenkandidat antritt.

Harmonie in Grün

Kanzlerfrage bei den Grünen: So blicken Partei-Aktive aus dem Miesbacher Landkreis auf die Entscheidung

Wer macht das Rennen – Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Unsere Zeitung hat die Grünen im Landkreis Miesbach nach ihrer Einschätzung gefragt.

Landkreis – Deutschland wählt im September einen neuen Bundestag und stellt damit auch die Weichen, wer neuer Kanzler wird. Ob es nach Angela Merkel auch wieder eine Bundeskanzlerin geben könnte, wird sich mit der finalen Festlegung der Grünen entscheiden. Die beiden Parteivorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock wollen am Montag bekannt geben, wer die Spitzenkandidatur übernimmt.

Die Grünen aus dem Landkreis könnten mit beiden sehr gut leben. „Wir haben ein Luxusproblem“, findet Ulrike Küster angesichts der Möglichkeiten. Damit meint die Vorsitzende des Grünen-Kreisverbands und Dritte Landrätin, dass sowohl Baerbock als auch Habeck geeignet seien. Weder sie noch der Kreisverband hätten daher einen Favoriten.

Kanzlerfrage bei den Grünen: So blicken die Partei-Aktiven im Miesbacher Landkreis auf die Entscheidung

Ulrike Küster: Die Kreisvorsitzende spricht von einem „Luxusproblem“.

Ähnlich sieht es Thomas Tomaschek. Der Kreis- und Gemeinderat aus Rottach-Egern bewertet den Einigungsprozess von Habeck und Baerbock als „harmonisch“. Beide habe er schon persönlich getroffen und halte sie beide für absolut gleichwertig. Vor allem angesichts des „Macht-Geplänkels“ zwischen Markus Söder und Armin Laschet bei der Union sei das ein „großes Glück“.

Baerbock und Habeck erklären schon seit einigen Wochen, dass sie die Entscheidung gemeinsam fällen werden. Danach wollen sie weiterhin geschlossen als Doppelspitze arbeiten und auftreten.

Robert Habeck oder Annalena Baerbock? So blicken die im Miesbacher Grünen auf die K-Frage

Thomas Tomaschek: Der Kreis- und Gemeinderat hat beide schon getroffen.

Die Parteibasis ist bei diesem Verfahren außen vor. Kreis- und Bezirksrätin Elisabeth Janner bezeichnet das als „ein Experiment, das für die Grünen eher untypisch ist“. Die gemeinsame Entscheidung und dass Habeck Baerbock als Frau auch den Vortritt lassen würde, passe aber doch ganz gut zu den Grünen.

Alle Parteien gehen voraussichtlich mit einem Mann in den Bundestagswahlkampf. Spricht das eher für Baerbock oder Habeck? Der frühere Landrat Wolfgang Rzehak meint, dass die Grünen in dieser Hinsicht schon weiter seien als die anderen Parteien. „Geschlechtergleicheit ist bei uns schon lange ein wichtiges Thema“, sagt der Kreisrat. „Ein grüner Kanzler würde auch die Interessen der Frauen gut vertreten.“ Janner ist der Ansicht, dass vor allem die Persönlichkeit entscheidend ist. Doch die Bezirksrätin denkt auch: „Wenn es wirklich brennt, muss eine Frau ran.“ Weil Frauen mehr leisten müssten als Männer, wie sie aus eigener Erfahrung wisse, seien Frauen an Positionen wie Baerbock meist sehr kompetent.

Habeck oder Baerbock? „Wenn es brennt, muss eine Frau ran“, findet Elisabeth Janner

Elisabeth Janner: „Wenn es brennt, muss eine Frau ran.“

In der aktuellen „Corona-Lage“ und „Impf-Pleite“ sei es Zeit „für frischen Wind“, findet Tomaschek, der 2018 auch für den Landtag kandidiert hat. Mit ihren Entscheidungen „zeigt die Union gerade, was sie nicht kann“, ergänzt Kreisverbandssprecherin Küster.

Die Grünen als Verbotspartei zu bezeichnen, sei laut Rzehak seit der Corona-Krise abwegig. Durch die Pandemie seien Freiheiten so stark begrenzt worden wie noch nie zuvor. Zwar fordern die Grünen Regeln wie ein Tempolimit auf den Autobahnen, Rzehak spricht aber lieber von „positiven Einschränkungen, die am Ende mehr Freiheit für alle bedeuten“.

K-Frage: Grüne schätzen Chancen sehr hoch ein

Wolfgang Rzehak: Der Ex-Landrat sieht in Habeck einen Kanzler für alle.

Generell schätzen die Miesbacher Grünen ihre Chancen bei der Bundestagswahl recht hoch ein. Tomaschek sagt deutlich: „Ich kann mir vorstellen, dass wir stärkste Kraft werden und somit auch den Kanzler oder die Kanzlerin stellen werden.“

Mit deutlichem Vorsprung hat sich der Holzkirchner Karl Bär (37) als Direktkandidat der Grünen für die Bundestagswahl im September in Position gebracht. Es ist sein vierter Anlauf.

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