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Zweiter Mann an der Spitze: Seit Januar gehört Udo Stefan Schlipf (55) als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee zum Führungsduo . Das Foto entstand im Sitzungssaal der Bank. 

Neues Vorstandsmitglied 

Das ist der Neue an der Spitze der Kreissparkasse

„Wir können mehr, als man uns zutraut“, sagt Udo Stefan Schlipf. Der 55-Jährige ist der Neue im Vorstand der Kreissparkasse. Was er über die Bank, den Landkreis und seine Aufgaben denkt, lesen Sie hier

Miesbach – Auf dem Schreibtisch stehen Bilder der Familie, ansonsten wirkt der Raum strukturiert und aufgeräumt. Udo Stefan Schlipf liebt es eher puristisch. Sagt er und lacht. Anfang des Jahres hat der 55-Jährige das Büro mit Blick auf den Kreisverkehr an der Kreissparkassen-Zentrale in Miesbachvon seinem Vorgänger Erwin Graf übernommen. Wie berichtet, hatte sich dieser aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedet. Zusammen mit Martin Mihalovits (50), dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden, bildet Schlipf als neues Vorstandsmitglied künftig das Führungsduo des Geldinstituts.

Das sagt Udo Schlipf über sich

„Das Bankgeschäft hat mich schon früh gefesselt“, erzählt der promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, der auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen ist und die vergangenen 25 Jahre in Stuttgart gelebt hat. Er kennt das Geschäft von der Pike auf. Die Grundkenntnisse haben ihm später immer geholfen, ob bei der Hypovereinsbank in München, bei der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar oder zuletzt bei der Handels- und Gewerbebank Liechtenstein. In Miesbach hat sich der Vater von drei Söhnen, einer davon noch schulpflichtig, gegen 40 Mitbewerber durchgesetzt. Alles ist demnach richtig gelaufen in seinem Leben. Schlechte Laune? Kennt Schlipf eigentlich nicht. „Ich bin ein durchweg positiver Mensch“, erzählt er und lacht wieder. „Ich bin mit mir im Reinen.“

Über den Landkreis

Das neue Umfeld trägt dazu bei. Ab März ist die neue Bleibe der Familie in Miesbach bezugsfertig, die Gegend bietet Möglichkeiten für all seine Hobbys: Skifahren, Segeln, Radfahren, Motorradfahren, Fußball. Derzeit ist Schlipf noch auf der Suche nach einem Verein. Sich einbringen in die Gesellschaft, etwas zurückgeben, das ist sein Ziel. „Miesbach ist ein extrem angenehmer, lebensbejahender Landkreis“, findet der neue Sparkassen-Vorstand und fügt hinzu: „Die Möglichkeiten, die sich einem hier bieten, weiß man vermutlich erst zu schätzen, wenn man von außerhalb kommt.“

Über die Bank

In der Kreissparkasse ist er rasch angekommen. „Schon nach sechs Wochen habe ich gemerkt, dass das Landen im Haus einfach ist“, erzählt er. Die Mitarbeiter hätten ihn wohlwollend, aber auch mit einer gewissen Neugier und Erwartungshaltung aufgenommen. „Die Kreissparkasse ist gut aufgestellt und hat ein enormes Ansehen und eine große Bedeutung im Landkreis“, weiß Schlipf. „Tradition und Werte spielen hier eine große Rolle.“ Gleichzeitig sei sie innovativer, als man annimmt. „Wir können mehr, als man uns zutraut“, findet der 55-Jährige. In seinen Augen hat die Bank eine gute Größe, um auch künftig eigenständig zu bleiben.

Über seine Aufgaben

Um nicht unter die Ränder zu kommen, muss sich die Sparkasse freilich stetig neu erfinden. Schlipf, der sich im Vorstand um die internen Belange kümmert, sieht drei große Herausforderungen: das veränderte Kundenverhalten, die Niedrigzinsphase und die zunehmende Regulatorik. Trotz Kostendrucks kommt für ihn „ein kopfloser Rückzug aus der Fläche“ aber nicht infrage. „Wir müssen vor Ort als Bank haptisch spürbar sein“, betont er. Ob das neue Holzkirchner Filialkonzept in dieser Form auch in anderen Gemeinden Sinn macht, lässt sich nach nur wenigen Wochen Betrieb derzeit noch nicht sagen. Das erste Feedback zumindest sei ermutigend. „Wir alle wissen nicht, wie die Filiale der Zukunft tatsächlich aussieht“, sagt Schlipf. „Aber wir stellen uns dem Thema.“

Über neue Formate

So schweben ihm – zunächst in Holzkirchen, später auch andernorts – regelmäßige Infoveranstaltungen vor. Keine großen Kundenevents, eher kleine, unkomplizierte Impulsvorträge von maximal einer Stunde. In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei wird es demnächst in der Schalterhalle der Hauptgeschäftsstelle den ersten Infostand zum Thema Betrugsprävention geben. Und für November ist die Neuauflage der Innovationskonferenz FIT-Forum geplant. „Ein Institut wie unseres hat auch die Aufgabe, aktuelle gesellschaftliche Debatten zu führen“, so Schlipf. „Uns kann’s nicht gut gehen, wenn’s den Menschen nicht gut geht.“

Lesen Sie auch: Kreissparkasse im Wettlauf gegen sinkende Zinsen und Sparkasse eröffnet „Filiale der Zukunft“

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