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Der CSU-Plan sieht eine Einbahnregelung für Marktplatz und Marktwinkel vor. Zwölf Kurzzeitparkplätze sollen erhalten bleiben. Eine Variante sieht auch eine Tiefgarage mit Ein- und Ausfahrt beim Buch am Markt vor.

Marktplatz

Ohne neue Parkplätze geht es nicht

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Miesbach - Die SPD-nahe Initiative hat vorgelegt, jetzt kommt auch die CSU mit einem Plan für den Miesbacher Marktplatz aus der Deckung. Der sieht eine Einbahnlösung, zwölf Kurzzeitparkplätze und zwei autofreie Halbinseln vor. Voraussetzung: neue Stellplätze – am besten unter der Erde.

Egal ob Einfamilienhaus oder Firmengebäude: Eines hat Erhard Pohl in seiner Zeit als Bauträger den Kunden eigentlich immer empfohlen. „Wenn’s irgendwie geht, mit Keller.“ Wer diese Chance bei einem Neubau nicht nutzt, habe sie für immer vergeben – und damit wertvollen Platz verschenkt. Zugegeben: Miesbachs gute Stube zu unterkellern, ist eine andere Größenordnung. Trotzdem schlagen Pohl und die anderen Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion genau das vor.

Der Tenor: Eine Neugestaltung des Marktplatzes könne es nur als große Lösung geben. „Wenn wir da was machen, muss es für 30 bis 50 Jahre halten“, sagt Alfred Mittermaier. Ein „Schnellschuss aus der Hüfte“ bringe nichts, mahnt Pohl in Richtung der Initiative Marktplatz, die zuletzt einen konkreten Zeitplan für die Stadtentwicklung gefordert hatte (wir berichteten).

Den wird es mit der CSU nicht geben. Denn die beiden Varianten – einmal mit, einmal ohne Tiefgarage –, die die Fraktion zusammen mit dem Parsberger Architekten Joachim Staudinger auf Basis eines Plans aus den 1990er-Jahren ausgearbeitet hat, beinhalten eine entscheidende Bedingung: Am Marktplatz wird erst gebaut, wenn an anderer Stelle zentrumsnahe Parkplätze geschaffen wurden. Zum Beispiel mit einem Parkdeck am Eisstadion oder einer Tiefgarage am AOK-Parkplatz. „Alles andere dürfen wir den Geschäftsleuten da unten nicht zumuten“, sagt Mittermaier. „Die sind das Herz des Marktplatzes.“

Den Ladeninhabern dürfte das Konzept noch aus einem anderen Grund schmecken. Zwölf oberirdische Kurzzeitparkplätze bleiben in jedem Fall erhalten. „Zum Semmelnholen oder Lottospielen fährt keiner in die Tiefgarage“, erklärt Pohl.

Trotzdem soll der Verkehr spürbar weniger werden. Durch eine Einbahnstraße – Einfahrt auf Höhe Buch am Markt, Ausfahrt über die Fraunhoferstraße – will die CSU das Kreiseln bei der Parkplatzsuche unterbinden. Anders als beim SPD-Vorschlag bleibt jedoch auch die Westseite des Marktplatzes befahrbar. „Wir sind hier für Gleichberechtigung“, sagt Pohl. Für eine erhöhte Aufenthaltsqualität sorgen dafür zwei grüne Halbinseln zwischen Märchenbrunnen und Eisdiele sowie zwischen dem ehemaligen Uhren Blank und Wäsche Grabmaier. Damit der Marktwinkel kein „verwaistes Eck“ wird, sieht der Plan hier ebenfalls eine Einbahnregelung und damit mehr Platz für Fußgänger vor.

Letztere sollen es auch auf der Westseite des Marktplatzes leichter haben. Weil die CSU die Asphaltdecke auf das Niveau beim Maibaum anheben will, fallen die Stufen zu den Geschäften fast zur Gänze weg – Stichwort Barrierefreiheit. „Das ist auch für die Städtebauförderung interessant“, betont Mittermaier.

Als nächsten Schritt will die Fraktion ihren Plan als „Diskussionsgrundlage“ an den Stadtentwicklungsausschuss, die Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) und die Stammtische der Geschäftsleute aushändigen. Eines steht laut Mittermaier bereits fest: Konflikte mit dem Gevas-Verkehrsgutachten und der Parkplatzumfrage bestünden nicht. „Die Ergebnisse haben wir noch abgewartet“, sagt der Stadtrat. Trotz erhöhtem Druck durch die anderen Fraktionen. „Da bin ich mittlerweile gestählt“, sagt Mittermaier schmunzelnd. Als Gegenschlag will die CSU ihr Konzept aber keinesfalls verstanden wissen. „Wir sind da absolut vorschlagsbereit.“

Zeit zur Diskussion dürfte es genug geben. Angesichts der angespannten Haushaltslage sind Großprojekte wie eine Tiefgarage – egal ob am Marktplatz oder AOK-Parkplatz – vorerst in weite Ferne gerückt. Ist der CSU-Plan am Ende ein Luftschloss? Nein, meint Ortsvorsitzender Gerhard Braunmiller: „In mageren Jahren sollten wir planen, damit wir es in fetten Jahren umsetzen können.“ Bis es soweit ist, kann das Trio mit dem Status quo gut leben. „Der Marktplatz ist funktionstüchtig“, sagt Mittermaier. „Andere Straßen in Miesbach schauen viel schlimmer aus.“

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