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1000 Lichter Glanz

Der Marktplatz: eine Partymeile

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Durch viel feierlauniges Jungvolk entwickelte sich die Miesbacher Innenstadt beim 1000 Lichter Glanz zur Partymeile. Das Motto: Lieber essen und trinken, als Geschenke kaufen.

Miesbach – Eine lila leuchtende Apostelkirche, den Himmel abtastende Lichtfinger am Maibaum, grün-gelbe Lichtkegel, rot illuminierte Häuserfassaden, farbig blinkende Stelzenläufer und zwischendrin weihnachtliche Lichterketten: So präsentiert sich der Untere Markt in Miesbach am Samstag dem Partyvolk, das sich von Stand zu Stand und damit von Glühwein zu Punsch zu Grog zu heißen Cocktails und zwischendurch hin zu den üblichen Adventsmarkt-Leckereien schiebt Verschiedenste Rezepturen laden zum Probieren ein. Auf das größte Interesse stößt dabei der Stand einer Rosenheimer Kaffeerösterei, die nicht nur vor Ort Kaffee in einer Art gusseiserner Kanone röstet und mit allerlei gehaltvollen Zusätzen serviert, sondern vor allem mit ihrem „gestachelten Bier“ Neugier weckt. Das sei eine Erfindung der Schmiede, erklärt Michael Rass, greift zu einem rotglühenden Schürhaken, taucht ihn in Zwicklbier ein und rührt um. „Der Restzucker im Bier karamellisiert, dadurch wird das Getränk süßer und malziger und nur unwesentlich wärmer. Im Gegensatz zum Schaum.“ Nicht wenige sind von dem kalten Gerstensaft mit dem heißen Schaum schwer begeistert.

So beispielsweise Brad Rhoades aus Schliersee. Der Amerikaner, der eigentlich aus Fermont in West Virginia stammt, besucht den Miesbacher 1000 Lichter Glanz regelmäßig seit fünf Jahren. Was hier geboten werde, sei mit nichts vergleichbar, was er aus den USA kennt, und außerdem sei der Winter ohnehin seine liebste Zeit im Jahr – und zwar, um zu feiern, nicht um zu shoppen.

Ein bisschen mehr Lichterzauber und phantastischere Eindrücke hätte sich Christiane Thomas aus Miesbach gewünscht: „Das ist hier von Jahr zu Jahr professioneller geworden, aber deshalb nicht besser. Das Stimmungsvolle fehlt.“ Eine Fressbude reihe sich an die andere, und nur der große Christbaum in der Marktmitte, der die Bühne vom Sommer ersetze, würde den Lichterglanz vom Kulinarischen Abend unterscheiden. Immerhin: Thomas hat zwei Tüten in der Hand. „Ich habe spontan Schuhe gekauft und ein Weihnachtsgeschenk“, erzählt sie. Ein Blick in die geöffneten Geschäfte zeigt aber, dass die gar nicht schlecht besucht sind: Beim Chocolatier und beim Optiker tummeln sich nicht wenige Gäste, und sogar beim Juwelier ist einiges los.

Den Obere Markt hatte die Gemeinschaftswerbung Miesbach eigentlich aussparen wollen, doch Elisabeth Schwojer, Wirtin in Elisabeth’s Platzerl, und weitere Geschäftsleute hatten unabhängig vom Lichterglanz einen Weihnachtsmarkt organisiert (wir berichteten). Gegen 20 Uhr ist der Platz vollgepackt mit 500 gut gelaunten Losbesitzern und Familien. Schwojer hatte den ganzen Nachmittag über je ein Los zu jedem verkauften Glühwein gepackt. Jetzt ist es die kleine Emily, die die Glücksfee spielt und den Gewinner des pinken Rennrodels aus der Manufaktur des Kreuthers Marcus Grausam zieht. Das Gerät geht an die 23-jährige Elisa Wondrak aus Weyarn, die sich riesig über ihren Gewinn freut. Dann zieht das Partyvolk weiter – entweder in beheizte Gaststuben oder zur Party am Unteren Markt.

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