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Tragisches Unglück: Zwischen zwei Lastwagen eingeklemmt wurde am 24. April 2018 dieses Wohnwagengespann auf der A 8 bei Irschenberg. Der 73-jährige Fahrer war sofort tot, seine 71-jährige Beifahrerin kam schwerst verletzt ins Krankenhaus.

Polizei gibt Zahlen bekannt

21 Prozent weniger Verletzte: So sieht die Unfallbilanz für den Landkreis 2018 aus

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Sechs Prozent weniger Unfälle, 21 Prozent weniger Verletzte: Die Verkehrsbilanz der Polizei für den Kreis Miesbach fällt erfreulich aus. Im gesamten südliche Oberbayern jedoch nicht.

Landkreis – Diese Talfahrt ist erfreulich. Sechs Prozent weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr hat die Polizei 2018 im Landkreis Miesbach aufgenommen. Genau 3196 Mal hat es laut Statistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gekracht. 619 Personen wurden dabei verletzt – ein Rückgang von 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So stark wie in Miesbach hat sich die Verletztenzahl in keinem anderen Kreis im südlichen Oberbayern reduziert. Lediglich die Zahl der Verkehrstoten konnte mit dem positiven Trend nicht Schritt halten. Sie verharrte 2018 bei sechs Opfern.

Neun Landkreise umfasst die Unfallbilanz der Polizei: Miesbach, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau. Hinzu kommen die kreisfreie Stadt Rosenheim und knapp 50 Autobahnkilometer auf Münchner Flur. Alles in allem summiert sich das Straßennetz auf 15 500 Kilometer.

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Und hier ist immer mehr los. 1,19 Millionen Fahrzeuge waren Ende 2018 zugelassen – ein Plus von 2,1 Prozent zum Vorjahr. Zumindest was die Unfallzahlen anbelangt, gab es auch präsidiumsweit einen Rückgang – um 1,1 Prozent. Genau 39 457 Crashs s hat die Polizei 2018 aufgenommen. Für die positive Entwicklung sorgte in erster Linie das Minus von 2,1 Prozent bei den 21 962 Kleinunfällen. Das Hauptaugenmerk der Polizei liegt aber auf den 6195 Unfällen mit Personenschaden – ein Anstieg um 0,8 Prozent. Mit 8276 wurden dabei auch um 0,9 Prozent mehr Menschen verletzt. Fast dramatisch fällt die Entwicklung bei den Verkehrstoten aus. 99 Personen verloren bei 93 Unfällen ihr Leben, so viele wie seit 2011 nicht mehr. 2017 waren es mit 77 sogar fast 29 Prozent weniger.

Die Analyse der Hauptursachen zeigt, dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind. 40 Personen mussten ihr Leben aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit lassen, teilt die Polizei mit. Auch 1498 zum Teil schwer verletzte Verkehrsteilnehmer gehen auf das Konto von Rasern. Bei zehn tödlichen Unfällen war Alkohol im Spiel, bei zwei Drogen.

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Doch nicht nur Autofahrer waren 2018 Risiken auf den Straßen ausgesetzt. Auch 579 Biker waren in Unfälle verwickelt (plus 2,8 Prozent). 21 von ihnen wurden dabei tödlich verletzt, fünf mehr als 2017. Denselben traurigen Anstieg vermeldet die Polizei bei den 18 getöteten Radfahrern (plus 38,5 Prozent). Sechs von ihnen waren mit Pedelecs unterwegs. Auch bei den Verletzten nehmen E-Bike-Fahrer mit 232 immer mehr Raum ein (plus 31,8 Prozent). Sogar verdoppelt hat sich die Zahl der getöteten Fußgänger (14). 579 waren 2018 an Unfällen beteiligt (plus 2,8 Prozent).

Schaut man sich das Alter der beteiligten Personen an, so fällt der Trend zweigeteilt aus. Bei den Senioren (65 Jahre und älter) hat sich die Unfallzahl von 4137 auf 4362 und damit um 5,4 Prozent erhöht, bei jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) ist sie von 3719 auf 3510 (minus 5,7 Prozent) geschrumpft.

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Trotz des Rückgangs bei den Gesamtunfallzahlen ist Polizeipräsident Robert Kopp nicht zufrieden mit der Bilanz. „Die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen ist eine Daueraufgabe“, sagt Kopp. Mit „hohem Kontrolldruck“ werde man die Ursachen weiter „präventiv und repressiv“ bekämpfen. Kopp nimmt dabei auch die Verkehrsteilnehmer selbst in die Pflicht. „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Die positiven Auswirkungen haben sich 2018 im Landkreis Miesbach gezeigt.

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