Geschafft, trotz Corona: Cornelia Taube (zweite Reihe, links), stellvertretende Schulleiterin der Berufsfachschule für Kinderpflege, mit Martin Greifenstein, Schulleiter des Berufsschulzentrums Miesbach (zweite Reihe, rechts), und den Absolventen der Klasse für Kinderpflege 11 a/b.
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Geschafft, trotz Corona: Cornelia Taube (zweite Reihe, links), stellvertretende Schulleiterin der Berufsfachschule für Kinderpflege, mit Martin Greifenstein, Schulleiter des Berufsschulzentrums Miesbach (zweite Reihe, rechts), und den Absolventen der Klasse für Kinderpflege 11 a/b.

Lehrer und Landrat würdigen besondere Leistung in der Krise

Berufsschulzentrum Miesbach: 246 Absolventen trotzen Corona

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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246 Absolventen des Berufsschulzentrums Miesbach haben ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Wegen Corona war es eine Zeremonie, wie keine zuvor.

Miesbach – Die Abschlussschüler der Berufsfachschule (BFS) für Kinderpflege Miesbach bekamen heuer zu hören, was noch keine Abschlussklasse vor ihnen zu hören bekam. Sonst hatte die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Taube den Abgängern in den Verleihungen vor der Corona-Krise stets zugerufen: „Jetzt steht Euch die ganze Welt offen.“ Und: „Geht raus und findet euren Platz.“ Wegen der Begrenzungen zur Bekämpfung des Virus derzeit ein undenkbarer Ratschlag. Also konzentrierte sich Taube nun auf innere Fähigkeiten: „Findet eure Stärken, entwickelt euch weiter.“ Die Welt muss warten. Aber, da ist sich Taube sicher, die Schüler werden ihr später umso besser gegenübertreten.

Taubes Worten lauschten 44 Absolventen der BFS für Kinderpflege, 14 Helfer und 15 Assistenten der BFS Ernährung und Versorgung. In vier getrennten Veranstaltungen, je ohne Eltern, aber mit Mundschutz, Handschuhen und reichlich Abstand, nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen. Die fünfte folgt heute. „Wir haben jedes Mal durchgeatmet“, sagt Taube. „Der Raum war recht leer. Aber wir haben versucht, trotzdem alles möglichst feierlich zu gestalten.“

Auch die Abschlussfeiern der anderen Teilbereiche des Berufsschulzentrums (BSZ) Miesbach standen heuer unter dem Motto „ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Maßnahmen“. Statt wie gewohnt im Gasthaus Zur Post in Bad Wiessee, bekamen die insgesamt 246 Absolventen ihre Zeugnisse heuer alle dezentral und in von den einzelnen Fachbereichen organisierten Feiern überreicht.

Wie das funktionieren kann, zeigte Taube. Sie versuchte erst gar nicht, Corona auszublenden. Die Religionslehrer hatten das Schuljahr im Video zusammengefasst. Auf zehn Minuten hatten sie den Kontrast der ersten Monate – Klassenfahrten, Ausflüge, Projekte – und der Zeit ab dem 13. März – leere Klassenräume, Online-Unterricht, die langsame Rückkehr in die Schule – zusammengefügt. „Sehr ergreifend“, fand das Taube.

Sie wollte ihren Schülern mit auf den Weg geben, dass die Krise auch positive Folgen hatte: Die Herausforderungen des Unterrichts zuhause – ohne Druck früh aufstehen, selbstmotiviert lernen – hätten einigen zwar mehr zu schaffen gemacht als anderen. Am Ende hätten es aber alle gemeistert – und so Lebensfähigkeiten und Medienkompetenzen gelernt, die ihnen ohne Corona entgangen wären.

Ein weiterer Vorteil, den Taube der Krise abgewinnen kann: Die Zwangspause habe die Schulgemeinschaft gestärkt. „Als wir im April wieder auf Präsenzunterricht umgestiegen sind, hatten wir das Schulhaus voll lachender Gesichter. Die Freude war bei Schülern und Lehrern groß.“

Auch Landrat Olaf von Löwis, der allen Absolventen des BSZ per Videobotschaft gratulierte, stellte die Leistung während der Krise heraus. „Holen Sie die ausgefallenen Feiern nach, wenn es wieder möglich ist.“

Schulleiter Martin Greifenstein und seine Stellvertreterin Katrin Schäfer-Schwindt ließen es sich außerdem nicht nehmen, die Landkreis- und Staatspreisträger nochmals zur persönlichen Preisübergabe in die Schule einzuladen.

Geehrte aus dem Landkreis

Staatspreis: Frisör: Katharina Hohenreither (Waakirchen), Veronika Jager (Hausham), Hotelfachleute: Thea Wagner (Gmund), Leandra Widmer (Rottach-Egern), Katharina Probst (Holzkirchen), Julia Radl (Schliersee), Schreiner: Annalena Bernöcker (Agatharied), Antonia Edenabohien (Waakirchen),Jennifer Mayr (Rottach-Egern), Katharina Millauer (Bayrischzell), Lara Fischer (Holzkirchen), Kaufmann Büromanagement: Nicole Bössner (Holzkirchen), Amrei Gosl (Holzkirchen), Marie Lauterkorn (Gmund), Christian Schmid (Holzkirchen), Koch: Martin Mairhofer (Fischbachau), Christopher Piroch (Waakirchen), Margarita Wolf (Bad Wiessee), Kfz-Mechatroniker: Andreas Estner (Warngau), Simon Lechner (Irschenberg), Maximilian Stanke (Warngau), Michael Voth (Miesbach). Landkreispreis: Nicole Haberl (Kauffrau im Einzelhandel, Hausham), Patrick Schroter (Verkäufer, Hausham). Staats- und Landkreispreis: Veronika Schaffler (Friseurin, Gmund), Natascha Orban (Kauffrau Büromanagement, Schliersee), Rebecca Muller (Kauffrau im Großhandel, Weyarn), Marie-Sophie Kadner (Hotelfachfrau, Schliersee).

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