Ohne Nachweis gibt’s kein Bier: Seit Kurzem gilt in der Innengastronomie die sogenannte 3G-Regel. Wirte müssen von ihren Gästen die Vorlage entsprechender Dokumente verlangen.
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Ohne Nachweis gibt’s kein Bier: Seit Kurzem gilt in der Innengastronomie die sogenannte 3G-Regel. Wirte müssen von ihren Gästen die Vorlage entsprechender Dokumente verlangen.

Gastronomie

3G-Regel: Landratsamt will mit Augenmaß kontrollieren

  • Bettina Stuhlweißenburg
    VonBettina Stuhlweißenburg
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Im Café frühstücken? Zum Glück geht das wieder. Sogar drinnen – und nicht nur auf der Freischankfläche – kann man sich sein Bircher Müsli wieder schmecken lassen. Vorausgesetzt, man weist nach, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Seit knapp zwei Wochen gilt die sogenannte 3G-Regel in der Gastronomie – sie wird wirksam, sobald die Inzidenz über 35 liegt.

Landkreis - Bei Verstößen droht nicht nur dem Gast, sondern auch dem Wirt ein saftiges Bußgeld. Allerdings haben bisher kaum Kontrollen stattgefunden – die Zahl der Schnelltests dagegen hat sich seither nahezu verdreifacht.

Bußgeld für Wirt und Gast

Für die Kontrolle der Nachweise sind die Gastronomen selbst zuständig. Bewirten sie drinnen einen Gast ohne Nachweis, kann das mit einem Bußgeld in Höhe von 5000 Euro bestraft werden. Das teilte das Landratsamt auf Nachfrage mit. Der Gast muss bei einem Verstoß mit einem Bußgeld in Höhe von 250 Euro rechnen.

Bisher kontrolliert das Landratsamt die Einhaltung der 3G-Regel nicht. „Wir gehen davon aus, dass die Vorgaben der Staatsregierung eingehalten werden und ziehen aus Gesprächen mit Vertretern der Tourismus- und Branchenverbände keine Kenntnisse, dass in größerem Stil dagegen verstoßen wird“, sagt Landratsamtsprecherin Sophie-Marie Stadler.

Landratsamt rechnet mit Anzeigen

Allerdings geht Stadler davon aus, dass es künftig zahlreiche Anzeigen von Bürgern geben wird, denen das Amt nachgehen muss. Schließlich habe es in der Vergangenheit so viele Anzeigen von Verstößen gegen die Corona-Regeln gegeben, dass man diesen kaum nachgekommen sei. „Kontrollen ohne Anlass waren daher ressourcentechnisch gar nicht möglich.“

Das Personal aufzustocken, um die Einhaltung der 3G-Regel kontrollieren zu können, kommt für das Landratsamt nicht in Frage. Denn Stadler zufolge finden die Kontrollen in erster Linie anlassbezogen statt – also da, wo es bereits zu Verstößen gekommen ist. „Das Ziel ist ja nicht die Gängelung derer, die sich an die Regeln halten, sondern die Überprüfung derjenigen, die wiederholt gegen die Regeln verstoßen.“ Das sei auch ein Gebot der Fairness gegenüber jenen, die sich regelkonform verhielten. „Denn das war gerade für die Gastronomie kein Spaß in den letzten eineinhalb Jahren.“

Zahl der Schnelltests hat sich verdreifacht

Die Zahl der Tests ist seit der Einführung der 3G-Regel im Landkreis deutlich nach oben geklettert. Waren es Anfang und Mitte August noch 400 bis 700 Schnelltests, die täglich über das LandkreisPortal www.reihentestung.de abgewickelt wurden, sind es Stadler zufolge derzeit bis zu 1500 tägliche Schnelltests.

Nicht nur das Landratsamt wacht über die 3G-Regel: „Die Polizei legt nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der geltenden Corona-Vorschriften“, sagt Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Sie führe stichprobenartig Kontrollen durch, gehe konkreten Hinweisen auf Verstöße nach und werde bei Verdachtsmomenten tätig.

Huber appelliert an die Bürger, sich an die 3G-Regel zu halten: „Es geht doch darum, diese Pandemie möglichst schnell hinter uns zu lassen. Das gelingt aber nur, wenn sich die Menschen an die Rahmenbedingungen halten.“

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