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Nach 3G-Regel: Testnachfrage im Kreis Miesbach verdreifacht sich - Impfquote nicht mehr nachvollziehbar

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Von: Jonas Napiletzki

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Anstehen vor dem Abstrich: Die Alte Stadtapotheke spürt die steigende Nachfrage nach Corona-Tests.
Anstehen vor dem Abstrich: Die Alte Stadtapotheke spürt die steigende Nachfrage nach Corona-Tests. © MM

Nach Einführung der 3G-Regel im Landkreis Miesbach steigt die Nachfrage nach Corona-Schnelltests „exponentiell“. Die Impfquote lässt sich indes nicht mehr nachvollziehen.

Miesbach – Es ist nicht lange her, als sich die Lage entspannt hatte. Anfang Juni entfiel die Testpflicht etwa für Fitnessstudios, Außengastronomie, Kinos & Co. im Landkreis. In der Folge verkürzten viele Testzentren ihre Öffnungszeiten – beispielsweise der Standort am Miesbacher Bräuwirt wurde gestrichen. Dann kam 3G.

Begehrte Schnelltests

Die neue Regelung lässt die Stäbchen-Pflicht für Ungeimpfte und Nicht-Genesene seit Dienstag wieder aufleben – und die Test-Nachfrage steigt. Laut einer Sprecherin des Landratsamts wurden am Donnerstag 1520 Schnelltests im Portal reihentestung.de registriert – ein neuer Höchststand seit Montag (1091 Tests). Auch dieser Wert war bereits „ein sprunghafter Anstieg“, sagt die Sprecherin. Noch am vergangenen Sonntag waren es 604 Stück – ein bisher üblicher Wert: „In den Wochen davor lagen die durchschnittlichen Schnelltests bei 400 bis 700 Stück pro Tag.“

Die etwa verdreifachte Nachfrage nach Schnelltests spürt auch Fritz Grasberger, Inhaber der Alten Stadtapotheke in Miesbach. Er berichtet: „Die Nachfrage hat sich seit der Einführung der 3G-Regel exponentiell erhöht.“ Der Apotheker macht dafür mehrere Gründe aus: „Neben der 3G-Regel kommen Verreisende und Reiserückkehrer dazu.“ Letztere brauchen teilweise ein negatives Ergebnis, um sich aus der Quarantäne freizutesten. „Am Donnerstag war der Ansturm grenzwertig.“ Auch Besucher mit Termin mussten warten – sie seien im Ansturm nicht mehr erkennbar gewesen.

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Deshalb appelliert Grasberger: „Wer sich auf dem Portal reihentestung.de vorab registriert, beschleunigt die Durchführung.“ Besucher ohne Registrierungsmöglichkeit könnten ohne QR-Code kommen. In Folge des landkreisweiten Ansturms weitet Grasberger ab Montag, 6. September, seine Testzeiten aus. Informationen zu den neuen Öffnungszeiten gibt es ebenfalls auf dem Onlineportal.

Unklare Impfzahlen

Die Impfquote unter den Landkreisbewohnern verwäscht sich derweil immer mehr. Bis Donnerstag waren im Landkreis 61 425 Erstimpfungen und 57 529 Zweitimpfungen verabreicht. Aber: „Mit der Freigabe, dass alle geimpft werden können, die einen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, gelten die Zahlen nicht mehr für den Landkreis exklusiv“, teilt die Landratsamtssprecherin mit. Denn hier geimpfte Touristen und Auswärtige fließen ebenso in die Statistik ein. Diesem Umstand sei „programmseitig nicht Rechnung getragen“ worden. Die Zahlen müssten lediglich anonymisiert dem RKI vorliegen.

Andersherum werde der Behörde nicht übermittelt, wie viele Landkreisbürger sich außerhalb impfen ließen. Und: „Meldungen zu Zahlen der Betriebsärzte erhält das Impfzentrum nicht.“ Bereits mit dem Impfen durch Hausärzte sei eine Verzerrung eingetreten. „Ohne Postleitzahlbegrenzung ist schlicht keine konkrete Angabe zu den Impfzahlen im Landkreis mehr möglich.“

Aktive Fälle, Testen, Impfen: Die neuesten Entwicklungen und Regeln rund um die Corona-Krise im Landkreis Miesbach fassen wir hier im Ticker zusammen. (nap)

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