Nur untergeordnete Priorität hat die Linksabbiegerampel an der Einmündung der Stöger-Ostin-Straße in die Bayrischzeller Straße/B 472 in Miesbach.
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Nur untergeordnete Priorität hat die Linksabbiegerampel an der Einmündung der Stöger-Ostin-Straße in die Bayrischzeller Straße/B 472 in Miesbach.

Ist das die Lösung der Stau-Probleme?

B 472 in Miesbach: Ampeln erhalten Updates für besseren Verkehrsfluss

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Sie sind eins der Nadelöhre für Pendler und Ausflügler: Die vier Ampeln auf der B472 durch Miesbach entscheiden, wo der Verkehr fließt. Aktuell erhalten sie ein Software-Update.

Miesbach – Gut, die Stöger-Ostin-Straße zählt vielleicht nicht zu den am meisten frequentierten Einmündungen auf die Bundesstraße in Miesbach. Doch wer dann doch mal an der Ampel neben dem Autohaus Weingärtner steht, braucht gern mal etwas mehr Geduld. Zwar dürfen Rechtsabbieger mit Grünpfeil auch bei Rot auf die Bayrischzeller Straße einfahren. Sobald sich aber ein oder zwei Linksabbieger an der Spitze der Schlange befinden, kann es dauern. Und das teilweise ziemlich lang.

Eine Leserin unserer Zeitung berichtet, Wartezeiten von bis zu sechs Minuten seien keine Seltenheit. Ihr Verdacht: Wenn sich Linksabbieger aus Rücksicht zu weit links einordnen, um trotz der schmalen Fahrbahn Rechtsabbiegern Platz zum Vorbeifahren zu schaffen, erkennt die intelligente Ampel die wartenden Autos nicht und bleibt rot. Sollte dies so sein, müsse man die Verkehrsteilnehmer per Schild darauf hinweisen.

Priorität hat Grün-Phase auf der Bundesstraße

Diese Sorge kann Simon Irger, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Miesbach, entkräften. So sei die betreffende Ampel nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines gesamten Systems entlang der B 472 in Miesbach. Dies erhalte gerade ein Software-Update, um die Schaltungen an das unterschiedliche Verkehrsaufkommen anzupassen. Beispielsweise seien Programme für Berufs- oder Ausflugsverkehr vorgesehen, in denen die Grünphasen auf der Bayrischzeller Straße Priorität hätten, um den Verkehrsfluss am Laufen zu halten. „Sonst läuft da gar nichts mehr.“

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Umgekehrt schalte die Ampel an der Stöger-Ostin-Straße aber auch mal auf Grün, selbst wenn nur ein Auto an der Einmündung warte. „Sonst kommt man da ja nie raus.“ Zumindest, wenn die Ampeln auf der B 472 Rot zeigen würden, gebe es für die Fahrzeuge beim Autohaus Weingärtner freie Fahrt. Vor allem zu Stoßzeiten auf der Bundesstraße könne das mal etwas länger dauern.

55 bis 100 Sekunden Wartezeit an der Stöger-Ostin-Straße

Maximal 100 Sekunden, teilt das zuständige Straßenbauamt Rosenheim auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das sei die Obergrenze im für den Ausflugsverkehr auf der Bundesstraße vorgesehenen Ampelprogramm. Außerhalb der Stoßzeiten am Wochenende oder auch im Berufspendlerverkehr stehe man hingegen nicht länger als 55 Sekunden. Eine zwischenzeitliche Fehlfunktion der Kamera an der betreffenden Ampel, die wohl der Auslöser für die Beschwerden der Autofahrer gewesen sei, habe man behoben, Das von Irger beschriebene Update soll weitere Verbesserungen bringen.

Bis vor Kurzem hätten die vier Lichtsignalanlagen auf der Bayrischzeller Straße alle im starren Standardmodus gearbeitet. Die einzigen Taktgeber waren Tag und Uhrzeit. „Die Programme waren bis zu 25 Jahre alt“, berichtet der zuständige Verkehrstechniker beim Straßenbauamt. Mit der Einführung der Linksabbiegespur an der Kreuzung der Rosenheimer Straße, um den dortigen Unfallschwerpunkt für Fußgänger zu entschärfen, habe man sich zur Modernisierung entschieden.

Ampeln sollen an Verkehrsfluss angepasste Programme erhalten

Nun zählen Induktionsschleifen auf dem Asphalt das tatsächliche Verkehrsaufkommen und lösen damit über einen angeschlossenen Verkehrsrechner in München die einzelnen situativen Schaltprogramme aus. In Betrieb ist das System jedoch noch nicht, fügt der Verkehrstechniker einschränkend an. Durch die wegen der Corona-Pandemie (Homeoffice, Ausflugseinschränkungen,...) veränderten Verkehrsbewegungen mache ein Start aktuell keinen Sinn. So brauche die neue Schaltung eine möglichst repräsentative Stichprobe, um sich einspielen zu können.

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In Sachen Verkehrssicherheit gibt es an der Ampel an der Stöger-Ostin-Straße übrigens nichts zu bemängeln. Ein Unfallschwerpunkt sei die Einmündung – wohl auch dank der Ampel – nicht. Was den Verkehrsfluss anbelangt, wäre eine separate Linksabbiegespur sicherlich hilfreich, meint Irger. „Aber das gibt die schmale Fahrbahn leider nicht her.“

Andererseits könne man auch nicht einfach die Grünphase verlängern, fügt der Experte des Straßenbauamts hinzu. Priorität habe der Verkehr auf der Bundesstraße, und der müsse ab der ersten Ampel in einer (starren) Welle durch Miesbach durchkommen. „Sonst staut es sich überall.“

sg

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