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Gut besuchte Maiandacht (Bild oben): Diakon Franz Mertens (vorne) und Pfarrer Friedrich Woltereck feiern mit den Bewohnern und Gästen im Saal des AWO-Seniorenzentrums Miesbach das 50-jährige Bestehen der Maria-Trost-Kapelle. Der sechseckige Betonbau (Bild l.) war anfangs umstritten, hat sich mittlerweile aber zu einem beliebten Andachtsort entwickelt. Fotos: TP

Rundes Jubiläum

50 Jahre: Darum lieben so viele Miesbacher die Altenheim-Kapelle 

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Die Maria-Trost-Kapelle in Miesbach feiert heuer 50-jähriges Bestehen. Die Geschichte des kleinen Gotteshauses ist eng mit seinen Besuchern verbunden.

Miesbach Sogar im Exil mussten die Bewohner des AWO-Seniorenzentrums in Miesbach nicht auf ihren Gottesdienst verzichten. Als ihr Zuhause von 1989 bis 1992 abgerissen und neu gebaut wurde, besuchten sie die Mitglieder des ökumenischen Helferkreises einmal im Monat in ihren Übergangsbleiben in Bad Tölz und Kolbermoor und feierten mit ihnen eine Andacht. Die anschließende Kaffeerunde durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Die lieb gewonnenen Stunden in der Maria-Trost-Kapelle in der Heimat konnte dies freilich nicht ersetzen.

Doch auch diese drei Jahre gingen vorbei. Das kleine Gotteshaus überstand die Großbaustelle unbeschadet. Auch heute – 50 Jahre nach seiner Einweihung – ist es bei den Bewohnern des Seniorenzentrums und ihren Angehörigen, aber auch bei vielen Besuchern aus Miesbach und darüber hinaus ein beliebter Ort zum Innehalten und zur inneren Einkehr. Zum Jubiläum haben die Mitglieder des Helferkreises nun eine gemeinsame Maiandacht gefeiert – und der „Altenheimkapelle“ eine Sonderausgabe der AWO-Zeitschrift gewidmet.

Die religiösen Wurzeln des Seniorenzentrums reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1875 übernahmen die Franziskanerinnen von Mallersdorf das damals recht verwahrloste „Bruderhaus für arme Leute“, das Wolfgang von Maxlrain und seine Frau Anna 1552 gestiftet hatten. Binnen weniger Jahre verwandelten die Schwestern das Gebäude in eine echte Musteranstalt. Seit 1926 gab es auch eine Hauskapelle.

Ein massiver Einschnitt erfolgte 1965: Das Bruderhaus wurde abgerissen. Bürgermeister Rudolf Pikola beauftragte den Architekten Norbert Widmoser mit einem Neubau für ein Altenheim mit zugehöriger Kapelle. Letztere zeichnete Widmoser als sechseckigen Betonbau mit kreisrundem, schlichten Innenraum. „Die Kreis ist Symbol des Lebens“, begründete der Architekt seinen Entwurf. Die sparsame Gestaltung solle den Menschen nach Innen führen.

Die Miesbacher konnten sich anfangs nicht so recht mit dem Bau anfreunden. Dennoch spendeten sie 50 000 Mark dafür – und wirkten bei der Ausstattung der Kapelle selbst mit. Gymnasiallehrer Heinrich Skudlik schuf die bunten Glasfenster, und über die Jahre steuerten viele Kinder, Jugendliche und Senioren ihre Werke bei. Die Bilder an der Altarseite etwa haben Realschüler im Kunstunterricht gemalt, die Engel aus Blattgold an der Decke stammen von Hilde Eder, Bewohnerin des Seniorenzentrums, und ihrem Mann.

Ihren heutigen Namen erhielt die Kapelle übrigens nach ihrer letzten größeren Renovierung 1999. Damals weihte Weihbischof Franz Dietl den neuen Altar und taufte das kleine Gotteshaus zu Ehren der Muttergottes auf „Maria Trösterin der Betrübten“, kurz „Maria Trost“. Ein Name, der besser nicht passen könnte, sagt der katholische Diakon Franz Mertens. „Seit 50 Jahren haben hier unglaublich viele Menschen Trost gesucht.“ Bewohner des Seniorenzentrums, die sich erst an ihren neuen Lebensabschnitt gewöhnen, aber auch Angehörige, die sich von einem lieben Verwandten verabschieden müssen. Für den evangelischen Pfarrer Friedrich Woltereck ist Maria Trost auch ein Symbol für die ökumenische Verbundenheit, und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz spricht der Kapelle „nicht nur eine spirituelle, sondern auch eine hohe soziale Funktion“ zu.

Dies ist nicht nur den vielen Geistlichen zu verdanken, die hier seit 50 Jahren regelmäßig Gottesdienst feiern, sondern auch dem seit mehr als 30 Jahren bestehenden ökumenischen Helferkreis. Sie bringen die Bewohner des Seniorenzentrums in die Kapelle, singen und musizieren mit ihnen und laden sie zum Kaffeekranzerl ein. Wer aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht an der Messfeier teilnehmen kann, dem wird die Kommunion auf Wunsch ins Zimmer gebracht. Wie damals im Exil gilt auch heute: Der gute Geist von Maria Trost ist überall zu spüren.

sg

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