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Warten auf die Auferstehung: Die römischen Soldaten bewachen das Grab Jesu, werden aber vom Teufel immer wieder von ihrer für die Erfüllung der Prophezeiung elementaren Aufgabe abgelenkt.

250 begeisterte Zuschauer im Waitzinger Keller

80 Miesbacher machen Osterklangspiele zum Erlebnis

Es ein imposantes Gemeinschaftswerk: Miesbachs Kulturschaffende haben Carl Orffs Osterspiel auf die Bühne des Waitzinger Keller gebracht. So gut, dass man auf eine neue österliche Tradition hofft.

Miesbach – Die 250 Gäste bei der Premiere am Samstag im Waitzinger Keller waren elektrisiert von dem, was sich hinter den Programmtitel „OsterKlangSpielen“ verbarg. Insgesamt 80 Mitwirkende vor und hinter der Bühne generierten nach dem Motto „Von Miesbach für Miesbach“ eine fantastische Inszenierung.

Erst waren es Musiker Bernhard Kohlhauf (Akkordeon), Stefan Noelle (Schlagzeuger), Carlos Vera Larrucea (Vibraphon) und Alex Haas (Kontrabass), die mit ihren Kompositionen faszinierten. Im Mittelpunkt stand der erste Satz der Sonate für Orgel von Johann Sebastian Bach. Nach dem Motto „aus Eins mach Vier“ wurden die Orgelstimmen nach der genialen Bernhard Kohlhauf-Rezeptierung auseinander genommen und neu auf die vier Jazz-Instrumente verteilt. So entstand eine umjubelte Darbietung, die an die wegtragende Spielart von Jacques Loussier erinnerte, aber doch kraftvoll verankert war.

Ebenso klasse der zweite Programmteil nach der Pause. Da zeigte Miesbach mit Carl Orffs Osterspiel „Comoedia de Christi Resurrectione“ sein ganzes kunstschaffendes Potenzial. Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch hatte sich für den Waitzinger Keller ein Orff-Stück mit österlichem Hintergrund gewünscht. Theatermacher Walter Kohlhauf traute sich an das anspruchsvolle Stück und holte den anderen Kulturpreisträger der Stadt Miesbach, Rudolf Maier-Kleeblatt, für die musikalische Gesamtleitung an Bord. Der wiederum verpflichtete den Kammerchor des Gymnasiums Miesbach mit Simon Weiß und ein neunköpfiges Instrumentalensemble – unter anderen mit Christof Sturm und Steffi Polifka. Die Mittelschule Miesbach nähte die eindrucksvollen Roben für den Chor. Bei den Kostümen für die 13 Schauspieler half das Freie Landestheater Bayern aus.

Mystisch effektvoll, ein jeder Sänger mit einer Kerze in der Hand, zog der Chor in langen schwarzen Kutten auf die Bühne. Wie Klageweiber des Griechischen Theaters warnten sie in typisch Orff’schem, lateinischem Sprechgesang unheilvoll von den Geschehnissen um Jesu Tod und seine Auferstehung. Wie ein kommentierender Rahmen legte sich der Gesang, der am Ende regelrecht erlösend als gold-glänzender Engelchor „Christ ist erstanden! Jubilate! Halleluja!“ forderte, um das szenische Spiel im Mittelteil.

Ein Sarkophag im Zentrum der Bühne symbolisierte die Grabstelle Jesu, die von römischen Soldaten bewacht wurde. Die Prophezeiung der Auferstehung hing über dem Geschehen. Um diese zu verhindern, bestach der Teufel (Norbert Weinhuber) die Soldaten und lag dann beängstigend dominant auf dem Steingrab. Im Dialog – die römischen Soldaten sprachen Bairisch – und dadurch, dass sie sich vom Teufel „einschläfern“ ließen, entwickelte die erste Wache gekonnt die Angst und Spannung, dass es eventuell nicht zur Auferstehung kommen könnte.

Mit der Wachablösung kam der Umschwung. Diese Soldaten waren Jesus und seiner Leidensgeschichte nahe: Mit dem Mittel der Mauerschau erzählten sie von Tumulten in der Stadt, der Angst der Einflussreichen um Machtverlust, der Gerichtsverhandlung und dem Mob, der Jesus verspottete und zu Tode peinigte. Wohl keiner der Zuschauer blieb von diesem Text unberührt. Wie der Teufel scheiterte und sich tobend seinen eigenen Schwanz kupiert, war absolut sehenswert. Eine zweite Gelegenheit dazu hatten die Miesbacher am gestrigen Sonntag.

Aber die Hoffnung, dass die Inszenierung künftig regelmäßig im Kulturprogramm der Stadt steht, bleibt. Sie hat das Potenzial zu einer neuen Ostertradition.

Alexandra Korimorth

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