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Chortreffen in der Oberlandhalle

800 Landfrauen erheben die Stimmen

Miesbach - Gemeinsames Singen macht Freude und Freunde. An die 800 Bäuerinnen aus 27 Landkreisen sind jetzt beim 33. Landestreffen in der Miesbacher Oberlandhalle aufgetreten.

70 aktive Gruppen mit jeweils 20 bis 50 Bäuerinnen haben sich seit der Gründung des ersten Landfrauenchors 1972 zusammengefunden. „Kontinuierlich wachsen unsere Chöre an Größe, Bedeutung und Qualität,“ sagte Landesbäuerin Anneliese Göller bei ihrer Begrüßung zum 33. Landestreffen in der Miesbacher Oberlandhalle. 800 Bäuerinnen aus 27 Landkreisen erhoben die Stimmen. Die zwei Dutzend emanzipierten Mannsbilder hielten im gesungenen Tischgebet und im Unterallgäuer Heimatlied tapfer die Stellung.

„Schon bald nach der Gründung unseres Miesbacher Chors vor neun Jahren haben wir uns um ein Landestreffen bemüht,“ berichtete Kreisbäuerin Kathi Klaus. Dabei durfte sie sich auf das Wohlwollen von Hausherr Balthasar Biechl verlassen: „Wir vom Zuchtverband wollen hier nicht nur unser Alpenfleckvieh versteigern, sondern unsere Halle auch für Veranstaltungen öffnen.“

Stolze Gastgeberinnen: Seit fast neun Jahren bemühten sich die Sängerinnen des Miesbacher Landfrauenchors um ein Landestreffen in ihrer Heimat.

So präsentierten sich die Chöre nach dem ökumenischen Gottesdienst mit dem katholischen Diakon Franz Mertens und dem evangelischen Pfarrer Erwin Sergel sowie den Miesbacher Gastgeberinnen für Stunden in schier unglaublicher Vielfalt. Durch das Programm führten Bezirksbäuerin Christine Singer, die oberbayerische BBV-Chorbeauftragte Brigitte Albrecht und Miesbachs stellvertretende Kreisbäuerin und Chorbeauftragte Maria Dießl.

In schönen Trachten und sauber intonierten Liedern erstrahlten Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Franken und Schwaben. Da waren etwa die Bayreutherinnen mit „Ich bin ein Kind vom Frankenland“, die Erdingerinnen in „Es muss ein Sonntag g’wesen sein“, oder die Frauen aus dem Unterallgäu mit „Eiser Ländle“. Bekanntes war zu hören von den Landshuterinnen mit „Hintn bei der Stadeltür“ und den Ansbacherinnen mit „Wohlauf in Gottes schöne Welt“. Moderne Töne schlugen die Kulmbacherinnen mit einem jazzigen „Spiel mir eine alte Melodie“, die Frauen aus Neustadt/Aisch mit „Weit, weit weg“ und die Hoferinnen mit „Rock mich“ an.

Die Eichstätterinnen besangen die Freundschaft, die Frauen aus Roth die Musi, die Schwandorferinnen das Glück. Auch Klassik war im Angebot, etwa „Die Gedanken sind frei“ aus Ebersberg oder das „Gebet“ aus der Oper „Der Freischütz“ aus dem Berchtesgadener Land. Für Gelächter sorgten die Damen aus dem Donau-Ries mit ihrer witzigen Schwaben-Parodie „A Kräutle und a schweinigs Fleisch“ und ihre Kolleginnen aus Straubing mit „Wenn i mein Huat ins Wasser schmeiß“.

Genauso gut gelaunt, gekonnt und ausdrucksvoll hielten sich die anderen Landfrauen – mit Mundart-Gesang in kernigem Oberpfälzisch, weichem Fränkisch oder herzhaftem Bairisch. So sollte sich Göllers Wunsch am Ende erfüllen: „Nehmen Sie viele Anregungen und Ideen mit nach Hause.“ Und für Freude und Freunde war an diesem Tag auch gesorgt.

Von Gudula Beyse

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