Hammer, Gericht
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Die Verhandlung endete mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage (Symbolfoto).

Vorfall auf Schlierseer Seefest 2019

Abfuhr nicht akzeptiert: Haushamer (21) wegen sexueller Belästigung von Mädchen vor Gericht

Wegen sexueller Belästigung und Nötigung musste sich nun ein 21-jähriger Haushamer vor dem Miesbacher Jugendgericht verantworten. Er wollte eine Abfuhr eines Mädchens nicht akzeptieren.

Miesbach - Trotz verbaler Versuche seitens der damals 15-Jährigen, den Haushamer zum Aufhören zu bewegen, soll der nicht von ihr abgelassen haben. Auch nachdem sich die Jugendliche von ihm löste und aufstand, soll sie der junge Mann an der Taille gepackt und sie erneut zu sich auf die Bank gezogen haben.

Zu den Anschuldigungen wollte sich der Haushamer nicht äußern, weshalb die einzige Aussage im Prozess die des Opfers war. Persönlich anwesend war die junge Schlierseerin im Gerichtssaal nicht. Dafür wurde die Videoaufzeichnung ihrer polizeiliche Vernehmung im Gerichtssaal abgespielt. Bei ihrer Zeugenaussage erklärte die junge Frau, wie es zu der Situation kam.

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„Eigentlich war er mit meiner Freundin auf dem Seefest verabredet“, sagte die Schlierseerin. Diese habe aber gewollt, „dass ich mitkomme, denn sie wollte sich nicht alleine mit ihm treffen“. Ihre Freundin habe ihn „ganz toll“ gefunden, sie hingegen „fand ihn etwas merkwürdig“, erklärte die 17-Jährige in ihrer Aussage. Dennoch wollte sie ihrer Freundin das Treffen mit dem Haushamer nicht ausreden. Als sich das Trio dann auf einer Bank nahe des Minigolfplatzes in Schliersee traf, fing der Ärger an.

„Er hat gleich Stress gemacht“, berichtete die junge Frau. Vehement habe der Haushamer darauf gepocht, zwischen den beiden jungen Frauen auf der Bank Platz nehmen zu wollen. „Also haben wir ihn in der Mitte sitzen lassen“, erinnerte sich die Schlierseerin. „Dann hat er auch gleich seine Arme um uns beide gelegt, obwohl wir das gar nicht wollten.“ Auch sein T-Shirt habe der 21-Jährige kurze Zeit später ausgezogen. „Er hat uns aufgefordert, es ihm gleichzutun, aber wir haben abgelehnt.“

Als der Spuk für die beiden Jugendlichen schon ein Ende zu haben schien und sich alle drei wieder auf den Weg Richtung Seefest machten, hielt der 21-Jährige an. „Er wollte unbedingt mit mir reden, und zwar alleine. Neugierig wie ich bin, habe ich mich darauf eingelassen“, so die Schlierseerin. Ihre Freundin sei in der Zeit schon Richtung Festgelände gegangen. Sie sei mit dem Haushamer aber wieder zu der Bank zurückgekehrt. „Dort sagte er zu mir, dass er mich schon immer mal küssen wollte“, sagte die 17-Jährige, die das Angebot des Haushamers jedoch ablehnte.

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Locker lassen wollte der Haushamer aber noch immer nicht. „Mit seiner Hand hat er dann meinen Oberschenkel berührt und ist immer weiter hoch“, beschrieb die 17-Jährige die für sie „äußerst komische und unangenehme Situation“. Sie habe dann einfach nur gehen wollen und stand auf. Er jedoch „packte mich an der Taille und zog mich wieder auf die Bank neben sich“. Zu Gute halten wollte sie dem Haushamer, „dass er ab diesem Zeitpunkt nichts mehr gemacht hat“.

Nachdem der Haushamer also aufhörte, die Schlierseerin zu belästigen, packte die die Gelegenheit beim Schopf und lief weg. Auch wenn der Haushamer schon einen Eintrag im Bundeszentralregister hat, kam er diesmal ohne Verurteilung davon. Verteidiger Dirk Asche handelte für seinen Mandanten eine vorläufige Einstellung des Verfahrens aus. 500 Euro Geldauflage muss der 21-Jährige im Gegenzug an eine soziale Einrichtung überweisen. „Zahlen’s das“, mahnte Richter Klaus-Jürgen Schmid. „Und halten Sie sich einfach in Zukunft daran, was die Damen sagen.“

Philip Hamm

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