Abitur im Klassenzimmer: Axel Kisters, Schulleiter des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen, muss getestete Prüflinge von nicht-getesteten separieren. Das erfordert viel Organisations- und Betreuungsaufwand.
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Abitur im Klassenzimmer: Axel Kisters, Schulleiter des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen, muss getestete Prüflinge von nicht-getesteten separieren. Das erfordert viel Organisations- und Betreuungsaufwand.

Schulleiter sehen Gymnasiasten gut vorbereitet

Abitur im Landkreis Miesbach: „Wir haben lange darauf hingearbeitet“ - Viel Wind um Tests

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Zum Abitur-Auftakt im Landkreis Miesbach am Mittwoch ziehen die Schulleiter der Gymnasien Bilanz. Sie sehen ihre Prüflinge trotz der Pandemie gut vorbereitet.

Landkreis – Zittern bis zur letzten Minute – das gehört für viele Schüler vor den Abiturprüfungen dazu. Während Vokabeln, Formeln und Texte in ihren Köpfen umherschwirren, hat die Frage nach „positiv“ oder „negativ“ keinen Platz mehr. Dennoch soll sich beim Abi-Auftakt in der schriftlichen Deutsch-Prüfung am morgigen Mittwoch – und bei den Folgeterminen in der kommenden Woche – niemand infizieren. Deshalb gibt es jeweils am Vortag freiwillige Testangebote in den Schulen.

Für deren Durchführung hat sich Axel Kisters, Schulleiter des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen, einiges einfallen lassen. Auch Werner Oberholzner, Direktor des Tegernseer Gymnasiums, und Rainer Dlugosch, Schulleiter am Gymnasium Miesbach, ächzen unter großem Organisationsaufwand. Dennoch sind alle zuversichtlich.

Oberholzner sagt: „Heuer ist die Durchführung der Prüfungen besonders spannend, weil sich die Regeln so oft ändern.“ Generell gilt in Tegernsee wie anderswo: Die sonst verpflichtenden Selbsttests werden für Abiturienten am Vortag der Prüfungen freiwillig angeboten. Aber: „Wer sich nicht testet, schreibt das Abi in anderen Räumen als die am Vortag Getesteten.“ Dabei gibt es eine Besonderheit: „Weil es in der Vergangenheit viele falsch-positive Ergebnisse bei den Selbsttests gab, hat uns das Gesundheitsamt ein rechtzeitig vorliegendes PCR-Ergebnis zugesichert“, erklärt Oberholzner.

Abitur im Landkreis Miesbach: Positiv-Getestete erhalten PCR-Abstrich im Schnellverfahren

Ihm zufolge hält das Miesbacher Testzentrum dafür am Tag vor den Abiprüfungen ein gesondertes Kontingent bereit, um positiv-selbstgetesteten Schülern eine zeitnahe Verifizierung der Abstriche zu ermöglichen. Wenn dann erneut Corona nachgewiesen werde oder die Schüler keinen PCR-Test durchführen lassen, müssten die Betroffenen die Abi-Nachholtermine wahrnehmen. „Falsche Ergebnisse werden damit ausgeschlossen“, sagt Oberholzner. Das beruhige ihn – schließlich gebe es kaum Ärgerlicheres als eine Nicht-Teilnahme, die sich rückblickend als unnötig herausstellt.

Sein Miesbacher Kollege Dlugosch hält sich da bedeckter: „Letztlich entscheidet das Gesundheitsamt darüber, ob Schüler an den Prüfungen teilnehmen dürfen oder nicht.“ Wie in den anderen Gymnasien, gebe es auch in der Kreisstadt freiwillige Testangebote, eine halbe Stunde Zeitverlängerung und Maskenpflicht während der Prüfung – auch am Platz. „Und in Miesbach schreiben maximal acht Abiturienten in einem Raum.“ Der Direktor betont: „Das ist natürlich ein hoher Betreuungs- und Organisationsaufwand – aber wir sind darauf vorbereitet.“

Schulleiter der Gymnasien sehen Abiturienten gut vorbereitet - „Aufs Fachliche konzentrieren“

In Holzkirchen organisiert Kisters die Prüfungen indes ähnlich wie sein Tegernseer Kollege. „Auch wir setzen auf das Angebot eines schnellen PCR-Ergebnisses nach positiven Selbsttests – auch weil sich bei uns die große Mehrheit der Schüler vorab selbsttesten wird.“ Kisters hat bereits mit einem Anmeldebogen abgefragt, wer das Angebot wahrnehmen wird. „Ich vertraue aber darauf, dass wir wenige Ausfälle haben werden.“ Er kenne seine Schüler und sei sich deren Verantwortungsbewusstsein sicher.

Auch eine weitere Ausnahme spielt den Prüflingen laut Kisters in die Hände: „Abiturienten, die in Quarantäne sind – aber negativ getestet –, dürfen die Quarantäne an den Prüfungstagen unterbrechen.“ Oberholzner betont: „Der Test muss maximal 24 Stunden vorher in der Schule unter Aufsicht oder im Testzentrum durchgeführt werden.“

Dlugosch ist trotz der Umstände positiv gestimmt: „Wir haben lange auf die Prüfungen hingearbeitet und das Schulprogramm gut durchgezogen.“ Ähnlich wie seine Kollegen sieht er seine Abiturienten gut vorbereitet: „Jetzt ist es wichtig, dass sich jetzt alle aufs Fachliche konzentrieren – und die Organisation für die Prüflinge in den Hintergrund rückt.“ (nap)

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