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Stolz auf die Leistung – vom Schüler bis zum Lehrer: (v.l.) Oberstufenkoordinator Wolfgang Thoma, Stipendiat Julian Peterhansl und Direktor Rainer Dlugosch.

Auszeichnung für Julian Peterhansl vom Miesbacher Gymnasium

Abiturient bekommt Hochbegabten-Stipendium

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Miesbach - Er gehört zur bayernweiten Elite: Der 18-jährige Abiturient Julian Peterhansl vom Gymnasium Miesbach bekommt ein Hochbegabten-Stipendium - als Erster seiner Schule.

Dass ein Traumabitur von 1,0 allein einmal nicht ausreichen könnte, davon weiß Julian Peterhansl zu berichten. Der 18-Jährige aus Schliersee legte eine Prüfung für ein Hochbegabten-Stipendium ab – neben sehr vielen anderen sehr guten Einser-Abiturienten. Letztlich aber setzte sich der Absolvent vom Gymnasium Miesbach durch: Er erhält eine Förderung durch das Max-Weber-Programm, das der Freistaat Bayern ausgewählten Abiturienten anbietet. 

„Für uns als Schule ist das auch eine große Ehre“, sagt Direktor Rainer Dlugosch über das Stipendium erfreut. „Julian ist der Einzige an unserer Schule, der nicht nur vorgeschlagen, sondern auch genommen wurde“, ergänzt Oberstufenkoordinator Wolfgang Thoma. In den Vorjahren habe es immer einen bis zwei Absolventen am Gymnasium gegeben, die mit ihrem Notendurchschnitt für eine Bewerbung infrage kamen. „Allein die Zulassung ist schon Renommee“, erklärt er. 

Das Max-Weber-Programm, das seit 2005 existiert, ist Teil des Bayerischen Eliteförderungsgesetzes. Um sich überhaupt bewerben zu dürfen, muss ein Abiturient eine Mindestpunktzahl schaffen: vor dem Abitur mindestens 524 von 600 möglichen Punkten und in der Abiturprüfung wenigstens 250 von 300 Punkten. Peterhansl erzielte 539 und 284 Punkte. „Dann ist man zur Prüfung zugelassen, die in fünf Fächern stattfindet“, erklärt der Schlierseer. 

Und damit begann für Peterhansl das Abenteuer Stipendium. Etwa 1000 Spitzenabiturienten aus ganz Bayern stellten sich der Prüfung. So verbrachte der Schlierseer einen Tag lang am Münchner Maria-Theresia-Gymnasium, wo er mündlich zwei Prüfern sein Wissen darlegte. Mit der Aufnahmeprüfung ging es der Abiturient ebenso sportlich an wie seinen Einsatz als Volleyballer für die SG Hausham. „Ich habe nichts speziell dafür gelernt. Es war ja schon so viel für das Abitur zu lernen“, erklärt er. Für den Test wählte er daher ganz pragmatisch gleich seine fünf Abiturfächer Deutsch, Mathematik, Latein, Biologie und Geschichte. Aber: „Das ging weit über den Unterrichtsstoff hinaus“, berichtet Peterhansl. „Es handelte sich um Fragen, auf die man die Antwort nicht gleich wusste. Es ging darum, wie man darauf reagiert.“ 

Geduld und Nervenstärke brauchte der 18-Jährige auch nach der Prüfung: Erst am nächsten Tag erfuhr er, wie er abgeschnitten hatte. 64 Punkte, und damit drei mehr als für das Stipendium nötig gewesen wären. Nun erhält er jeden Monat einen Zuschuss zum Studium. „Es bekommt nicht jeder die Chance. Das muss man einfach nutzen, wenn man sich schon beim Abi so angestrengt hat“, sagt Peterhansl, der auch Klavier spielt und Kurzgeschichten schreibt, erfreut. 

Den Notendurchschnitt strebte er aber nicht wegen des Stipendiums an, sondern wegen des geplanten Medizin-Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dafür legte Peterhansl sogar freiwillig die Mediziner-Prüfung ab, „zur Sicherheit“, wie er sagt. Ein neunstündiger Konzentrationstest mit Zeitvorgabe, der Ähnlichkeit mit einem IQ-Test hat. Ebenfalls bestanden. Da erscheint es fast schon absurd, dass Peterhansl damit seinen 1,0-Notendurchschnitt rein rechnerisch um 0,8 verbessert hat. Auf die Note 0,2.

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