Begeistert von der Leistung der Abiturienten war der Schulleiter des Gymnasiums Miesbach, Rainer Dlugosch (r.). Trotz Corona-Auflagen kam bei der Abschlussfeier in der Turnhalle eine festliche Stimmung auf.
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Beeindruckt von der Leistung der Abiturienten war der Schulleiter des Gymnasiums Miesbach, Rainer Dlugosch (r.). Trotz Corona-Auflagen kam bei der Abschlussfeier in der Turnhalle eine festliche Stimmung auf.

Abiturzeugnisverleihung am Gymnasium Miesbach

Top-Leistungen trotz großer Hürden

Die Absolventen des Gymnasiums Miesbach gehen als einer der Corona-Jahrgänge in die Geschichtsbücher ein. Dennoch durften die 118 Absolventen das Ende ihrer Schulzeit gebührend zelebrieren.

Miesbach – Einfach hatten es die Abiturienten des Gymnasiums Miesbach wahrlich nicht. Vom Präsenz- mussten sie aufgrund der Corona-Pandemie in den Online-Unterricht wechseln. Nach sinkenden Inzidenzzahlen ging es für kurze Zeit zurück in die Schule – dann wieder die Rolle rückwärts. Statt Prüfungsvorbereitung in Gruppen hieß es, alleine zu Hause zu lernen. Die Abi-Prüfungen selbst fanden dann zu acht in einem Raum statt – mit Maske, wohlgemerkt. „Gerade unter diesen schweren Bedingungen kann man eure Leistung gar nicht hoch genug einschätzen“, lobte der sichtlich stolze Schulleiter, Rainer Dlugosch, seine Schützlinge bei der Abschlussfeier in der Turnhalle des Gymnasiums.

In der Tat war die Leistung der Absolventen besonders stark, die Gesamtnote von 2,10 sowie 42 Einsen vor dem Komma sprechen Bände. Mit Anna-Clara Liebisch und Leo Mensler gab es sogar zwei Schüler, die ihr Abitur mit der Note 1,0 abschlossen haben und von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee mit einem zweijährigen Stipendium in Höhe von 200 Euro pro Monat belohnt werden. „Das Gesamtergebnis ist die Spitze im bayerischen und bundesweiten Vergleich“, schwärmte Dlugosch. „Besser hätte es nicht laufen können.“

Bevor er seine Schützlinge entließ, gab Dlugosch ihnen noch einige Tipps mit auf den Weg: „Überlegt Euch gut, was Ihr macht, hört in Euch hinein, macht Euch nicht zu viele Gedanken, aber setzt Euch Ziele.“ Ziele, die man niemals aus den Augen verliert sollte, fügte Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller an. „Geht Euren eigenen Weg, gebt niemals auf und nutzt Eure Möglichkeiten, um glücklich zu werden“, sagte der Rathaus-Chef. Spätestens am Tag der Abschlussfeier würden die Absolventen erkennen, „dass Ihr den ganzen Wahnsinn wirklich in Eure Köpfe bekommen habt, hoffentlich ohne dabei selbst wahnsinnig zu werden.“ Gute Allgemeinbildung sei jedoch ein wichtiges Fundament, um im Leben die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Dank an scheidenden Schulleiter

Laut Landrat Olaf von Löwis beginnt die Zukunft für die Ex-Schüler mit dem Tag der Abschlussfeier. „Machen Sie ihre Träume zum Zündstoff für das Feuer, das in Ihnen brennt“, riet er den Absolventen, bei denen und deren Begleitern er sich gleichzeitig bedankte, dass sie während der gesamten Veranstaltung einen Mundnasenschutz trugen. Einen Tipp hatte von Löwis diesbezüglich auch parat und sagte lachend: „Halten‘s Reden, dann dürfen’s die Maske wenigstens kurz abnehmen.“ Auch in Richtung Dlugosch, für den es die letzte Veranstaltung als Schulleiter am Gymnasium Miesbach war, fand der Landrat anerkennende Worte: „Danke für die tolle Zusammenarbeit – Deine Nachfolgerin tritt in große Fußstapfen.“

„Talente für eine bessere Welt einsetzen“

Doch nicht nur für Dlugosch, sondern auch für die 118 Abiturienten beginne nun ein neuer Lebensabschnitt, erklärte der Vorsitzende des Elternbeirats, Alexander Menz. Es werde sich zeigen, was es bringt, Dinge wie die Relativitätstheorie oder Temporaladverbien gelernt zu haben. Die Basis für das weitere Leben sei jedenfalls geschaffen. „Das Abitur ist ein Anker, an dem man sich immer festhalten kann“, ergänzte Menz. Statt mit einem Anker verglich Uwe Dietrich, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Gymnasiums Miesbach, das Abitur mit einem Schweizer Taschenmesser. Beides würde sich durch „hohe Qualität und Beständigkeit“ auszeichnen. Unter Pandemie-Bedingungen sei für die Schüler vor allem ein hohes Maß an Flexibilität und Eigenmotivation vonnöten gewesen, um erfolgreich zu sein, sagte Dietrich. „Nutzt nun Euer Abitur, Euer eigenes Schweizer Taschenmesser, um Eure Talente für eine bessere Welt einzusetzen.“

Philip Hamm

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