Begehrtes Lockmittel: Die Parkplätze am Marktplatz sehen viele Geschäftsleute als wichtiges Argument, um in Miesbach einzukaufen. Gebühren oder gar Strafzettel würden die Kunden aber vergrämen.
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Begehrtes Lockmittel: Die Parkplätze am Marktplatz sehen viele Geschäftsleute als wichtiges Argument, um in Miesbach einzukaufen. Gebühren oder gar Strafzettel würden die Kunden aber vergrämen.

Vergeblicher Vorstoß der GWM

Absage an Geschäftsleute: Keine Corona-Lockerungen für Kunden beim Parken am Marktplatz in Miesbach

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Die Parkplätze am Marktplatz in Miesbach gelten für viele Geschäftsleute als wesentliches Element, das über den Erfolg beim Kunden mitentscheidet. Im Corona-Lockdown hat die GWM nun einen erneuten Versuch unternommen, die Stellplätze von der Parkplatzüberwachung befreit zu bekommen. Letztlich ohne Erfolg.

Miesbach – Die Idee so mancher Geschäftsleute am Marktplatz in Miesbach erscheint schlüssig: Im Kampf gegen mit der mächtigen Konkurrenz aus dem Internet braucht es Parkplätze direkt vor der Ladentür, um Kunden anzulocken und wettbewerbsfähig zu bleiben. Umso mehr jetzt in Zeiten des Corona-Lockdowns, der den Geschäften lediglich die eingeschränkten Möglichkeiten via Click & Collect übrig lässt. Die sollten idealerweise gratis sein, und wenn sie schon etwas kosten, dann sollte vielleicht die Parkplatzüberwachung möglichst kulant mit jenen umgehen, die ihre Parkdauer überzogen haben.

Deshalb hat der Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) vor Kurzem eine Anfrage bei Stadt, Polizei und Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland, das die Kontrollen durchführt, ob der Einzelhandel in der guten Stube der Kreisstadt mit Nachsicht rechnen dürfe. „Kunden haben sich mit entsprechenden Wünschen an Ladeninhaber gewandt“, berichtet GWM-Vorsitzender Florian Brunner. „Das haben wir in Richtung Stadt kommuniziert.“

Sonderbehandlung geht nicht so leicht

Doch so einfach, wie mancher meint, ist eine Sonderbehandlung am Unteren Markt nicht – allein schon aus polizeilicher Sicht, wie Simon Irger, bei der Miesbacher Inspektion zuständig für den Verkehr, erklärt: „Bei der Verkehrsüberwachung geht es nicht nur darum, dass die Parkzeit kontrolliert wird. Es werden Punkte wie Restfahrbahnbreite, Feuerwehrzufahrten, Behindertenparkplätze, Parken auf Gehwegen und Sichtbeeinträchtigen überwacht.“ Deshalb sei ein Abziehen des Überwachungspersonals nicht ratsam. Denn nach Irgers Erfahrung schleichen sich neue Verhaltensweisen ein, wenn die Kontrollen wegfallen. „Das geht schnell.“

Verkehrsexperte warnt

Generell findet der Verkehrsexperte, dass Gleichbehandlung gelten sollte: „Es ist für Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbar, warum in einem Bereich kontrolliert wird und in einem anderen nicht. Das wäre willkürlich.“ Zudem habe die Stadt die Parkraumbewirtschaftung ja eingeführt, um einen möglichst hohen Wechsel an Fahrzeugen in der Innenstadt zu erreichen und so möglichst vielen Kunden das Parken mit kurzen Wegen zu ermöglichen.

Ähnlich argumentiert Nicki Meyer, bei der Stadt Miesbach zuständig ist für das Verkehrswesen. Sie verweist zudem auf die günstigen Parktarife und auf die Kulanz der Überwacher: „Es ist bei uns ja nicht so, dass bei der ersten Minute knallhart aufgeschrieben wird.“ Die Stadt habe längst für eine gewisse Nachsicht sensibilisiert.

Das bestätigt auch Brunner, der die Argumente der Polizei durchaus nachvollziehen kann. Ganz abhaken will er den Vorstoß nicht. „Vielleicht kann man ja zur Wiedereröffnung nach dem Lockdown für ein, zwei Tage eine besondere Gratis-parken-Aktion machen.

ddy

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