Acino, Miesbach
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Bald in chinesischer Hand: der Acino-Standort am Miesbacher Windfeld.

200 Mitarbeiter in Miesbach betroffen

Acino verkauft seine Pflaster-Sparte nach China

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Miesbach - Die rund 200 Mitarbeiter am Standort Miesbach sind bereits informiert: Der Schweizer Generikaentwickler Acino Pharma verkauft sein Pflaster-Geschäft an die chinesische Luye Pharma Group.

In einer Pressemitteilung begründet die Acino AG mit Hauptsitz in Zürich die Entscheidung als strategischen Schritt für mehr Wachstum in Schwellenländern und einen Ausbau des Vertriebs in den Kernmärkten im Mittleren Osten, Afrika, den GUS-Staaten und Lateinamerika.

In erster Linie davon betroffen sind die Mitarbeiter in Miesbach. So wird Luye in der zweiten Jahreshälfte nicht nur die Produktion, sondern auch die Entwicklung sowie den Vertrieb der Wirkstoffpflaster übernehmen. Und das, obwohl Acino seinen Standort am Windfeld erst vor fünf Jahren erweitert hat. Negative Konsequenzen muss die Belegschaft laut Standortleiter Jörg Scheidle aber nicht befürchten. „Für den Käufer ist das eine strategische Investition, um Zugang zum Europäischen Markt zu erhalten“, erklärt Scheidle auf Anfrage unserer Zeitung. Die Gespräche mit den Vertretern von Luye seien sehr positiv gelaufen. Für das Miesbacher „Team von Experten“ habe der chinesische Konzern viel Geld bezahlt und wolle diese Plattform nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen.

Auch arbeitsrechtlich bleibt laut Scheidle alles beim Alten. „Verträge und Betriebsvereinbarungen behalten ihre Gültigkeit“, betont er. Lediglich der Name des Miesbacher Standorts könne sich ändern. Dass Luye die Produktion irgendwann nach China abzieht, kann sich Scheidle nicht vorstellen. Das wäre allein schon aus Zulassungssicht schwierig. Hinzu komme die Außenwirkung. Scheidle: „Für ein chinesisches Unternehmen ist ,Made in Germany‘ sehr wichtig.“

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