AfD auch im Landkreis Miesbach stark wie nie: Unmut als Nährboden
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Stephen Hank, Redaktionsleiter Miesbacher Merkur, Holzkirchner Merkur, Tegernseer Zeitung

Kommentar

Unmut als Nährboden: Warum die AfD bei uns so leichtes Spiel hat

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Warum der AfD-Sieg bei uns wenig überraschend ist: Den Ausgang der Bundestagswahl im Landkreis Miesbach kommentiert Redaktionsleiter Stephen Hank.

Das Erstarken der AfD kommt nicht überraschend. Nur wenige Themen haben die hiesige Bevölkerung in den vergangenen zwei Jahren so aufgewühlt wie die Unterbringung von Flüchtlingen. Die Politik hat mit Unterstützung eines breiten Teils der Bürgerschaft alles daran gesetzt, die schwierige Situation zu bewältigen. Doch bei einem nicht minder großen Teil ist viel Unmut geblieben. Der ideale Nährboden für Wahlergebnisse, wie sie gestern auch der Landkreis erfahren hat.

Bislang ist die AfD hier öffentlich kaum in Erscheinung getreten. Erst in den vergangenen Monaten hat ihr ein skandalumwitterter Pseudo-Adeliger ein Gesicht verliehen. Doch sie hat ihr Publikum. Und das können die etablierten Parteien nicht länger ignorieren. Allen voran der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan, der gestern zwar erwartungsgemäß sein Direktmandat geholt hat, ansonsten aber zur Kenntnis nehmen muss, dass christsoziale Politik im Landkreis kein Selbstläufer mehr ist. Weit mehr als ein grüner Landrat müssen ihn und alle anderen Mandatsträger das Erstarken der Rechten nachdenklich stimmen.

sh

Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen und Ergebnisse zur Bundestagswahl 2017 im Landkreis Miesbach in unserem Live-Ticker.

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