Eine solche lebende ALB-Raupe haben die Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft in einem gefällten Baum im Bereich Brecherspitz-/Hartztalstraße entdeckt. Damit weitet sich die Befallszone aus.
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Eine solche lebende ALB-Raupe haben die Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft in einem gefällten Baum im Bereich Brecherspitz-/Hartztalstraße entdeckt. Damit weitet sich die Befallszone aus.

ALB-Bekämpfung in Miesbach

Also doch: Die Befallzone weitet sich aus

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Das Gerücht hat sich bewahrheitet: Bei den Fällungen vergangene Woche wurden in Miesbach neue Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers gefunden. Damit vergrößert sich die Befallszone in Richtung Stadlberg. 

Wie weit sie reichen und welche neuen Bäume sie umfassen wird, ist noch offen.

Die Befürchtungen, die einige Miesbacher Bürger bereits geäußert haben, haben sich bestätigt: Die Fällzone, mit der der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) in Miesbach ausgerottet werden soll, vergrößert sich. „Es wurden in einem Ahornbaum im Bereich der Brecherspitz-/Harztalstraße zwei Larven und Eier gefunden“, berichtet Elke Zahner-Meike, Sprecherin der federführenden Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Damit vergrößert sich die Befallszone.“

Gefahr für Stadlberg rückt näher

Wie genau sich die Grenze nach Südosten in Richtung Stadlberg verschieben wird, ist laut Zahner-Meike noch offen. „Wir aktualisieren nun unser Baumkataster.“ Danach könne man mehr sagen. Die betroffenen Grundstückseigentümer müssten jedoch keine Angst haben, dass nun unvermittelt gefällt wird. „Auch hier läuft im Vorfeld unser Verfahren mit Anhörung und Widerspruchsmöglichkeit.“

Dieser Abschiedsbrief an den Hallenwald hängt beim Fritz-Freund-Park

Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz ist der neue Fund ein Beweis dafür, dass die Zeit drängt: „Wir müssen schauen, dass wir in der nächsten Zeit möglichst viele Bäume in der Befallzone fällen können, bevor der Käfer mit den warmen Temperaturen wieder aktiv wird und sich noch weiter im Stadtgebiet verteilt. Ich hoffe, dass sich der ALB nicht noch weiter ausgebreitet hat.“

Der Zeitplan für die nächsten Tage steht. Laut Zahner-Meike werden heute noch wie bereits gestern bei Polizei und Finanzamt Bäume entnommen. Deshalb werden dort auch die Parkplätze gesperrt. Ab Mittwoch stehen dann die Fällarbeiten im Hallenwald am Fuße des Harzbergs an. Dort sollen ein bis eineinhalb Wochen lang vornehmlich Buchen entfernt werden.

Die durch den Schneefall veränderte Witterungslage behindert die Arbeiten noch nicht. „Vor Ort läuft alles nach Plan“, sagt die LfL-Sprecherin. Auch die Spürhunde, die die umgelegten Bäume auf ALB-Befall hin abschnüffeln, seien wie gehabt im Einsatz.

Erschwernis durch das Coronavirus

Pongratz wie Zahner -Meike hoffen nun, dass das Coronavirus den Fällarbeiten keinen Strich durch die Rechnung macht. „Wir müssen schauen, wie lange wir noch so vorgehen können“, sagt die LfL-Sprecherin. Denn auch, wenn die Beteiligten täglich in derselben Zusammensetzung arbeiten würden, kämen mit LfL, Bauhof, Fällfirma und Hundeführer doch verschiedene Gruppen zusammen. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass unsere Leute auch zusammen im Auto unterwegs sind.“ Dass der Sicherheitsabstand von bis zu zwei Metern nicht eingehalten werden kann, liege auf der Hand.

Anwohner fordern sofortigen Fäll-Stopp

Kristina und Hubert Heinhold aus der Brecherspitzstraße, die bereits einen offenen Brief zum Thema unter anderem an die LfL geschrieben haben (wir berichteten), werden durch die Aussagen der LfL nun bestätigt. „Das Fatale am neuen Fund ist, dass der Baum direkt am Rand des bisherigen 100-Meter-Radius steht“, sagen sie. „Damit würde sich der Fällradius um weitere 100 Meter nach Südwesten erweitern.“ Sie sehen nun den Wald am Stadlberg und große Teile des Harztals betroffen. „Wird dann wieder ein befallener Baum gefunden, setzt sich das fort, bis irgendwann der ganze Landkreis eine Ödnis ist.“ Anders als Pongratz fordern sie daher, die Fällung zu stoppen, bis eine neue Infoveranstaltung für die Bürger durchgeführt werden kann.

ddy

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