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Gefährlich: Rund 50 Bäume hat der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) in Miesbach befallen.

Rund 50 Bäume befallen

ALB in Miesbach: Fällungen rücken näher - Infoveranstaltung angesetzt

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wird bald festlegen, welche Miesbacher Bäume wegen dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) gefällt werden müssen. Eine Infoveranstaltung ist  bereits angesetzt.

Miesbach – Der Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Miesbach wird bald in die nächste Runde gehen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat die Bäume der Stadt kontrolliert und bereitet nun die Allgemeinverfügung vor, die festlegt, welche von ihnen gefällt werden müssen. Diese wird auch die Grundlage für die Ausschreibung der Arbeiten durch die Stadtverwaltung bilden. Nur in der Riviera will die LfL noch einige Birken kontrollieren.

Miesbach: Rund 50 Bäume vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen

Wie LfL-Pressesprecherin Elke Zahner-Meike mitteilt, gebe es derzeit keine größeren Änderungen im Vergleich zu den Fällzonen, die die Landesanstalt Mitte September im Stadtrat vorgestellt hatte. Wie berichtet, müssen im Radius von 100 Metern um befallene Gehölze alle bekannten Wirtssorten des ALB entfernt werden. Nach derzeitigem Stand betrifft das neben dem Ursprungsfund vor dem Finanzamt insgesamt rund 50 Gehölze, vor allem Ahorne. Sie stehen unter anderem vor dem Waitzinger Keller, an der Riviera und auf einem Grundstück gegenüber dem Vitanas-Seniorenheim an der B 472.

Lesen Sie auch: Miesbach: So kämpfen ein Hund und sein Frauchen gegen den ALB

Waitzinger Park

Das bedeutet: Die Fällzonen erreichen auch den Waitzinger Park. Bekanntermaßen hatten die Miesbacher Stadträte deswegen beantragt, dort nicht alle 29 bekannten Wirtspflanzen des ALB zu fällen, sondern nur die fünf häufigsten von ihnen – Ahorn, Kastanie, Birke, Pappel und Weide. Diese Beschränkung würde 27 von 50 Bäumen im Waitzinger Park retten – ein maßvolleres Vorgehen, fand das Gremium.

Ob und inwieweit die Allgemeinverfügung diesen Wunsch berücksichtigen wird, konnte Zahner-Meike nicht sagen. Weil verschonte Bäume während der Aufrechterhaltung der Schutzzone streng kontrolliert werden müssen, kämen auf die Stadt Kosten zu – für Baumkletterer, Spürhunde und so weiter. Und das für mindestens vier Jahre. So lange besteht die Zone nach dem letzten Befund. Finden die Kontrolleure während dieser Zeit neue Käfer, verlängert sich die Quarantäne um weitere vier Jahre. Weil jeder weitere verschonte Baum die Kosten und das Risiko steigert, müsse die LfL abwägen, sagt Zahner-Meike: „Was ist finanziell machbar und umsetzbar?“

Lässt sich die LfL in Miesbach zu einer Ausnahmeregelung überreden, wäre es eine Premiere. In den anderen Befallsgebieten in Bayern hatte die Behörde bisher alle Bäume in den Fällzonen entnommen. Auch Frank Nüßer, Leiter der Einsatzgruppe ALB an der LfL, hatte Ausnahmeregelungen noch bei den Fällungen am Finanzamt abgelehnt. Laut Zahner-Meike seien sie nun aber nicht mehr ausgeschlossen.

Alle wichtigen Fragen und Antworten zum ALB in Miesbach gibt es hier: Gefährlicher Schädling bedroht Bäume - Das passiert jetzt

Naturdenkmäler

Auch das Landratsamt hat einen Beitrag zur Erhaltung der Bäume im Waitzinger Park geleistet. Wie Zahner-Meike mitteilt, habe die Behörde einige Bäume als Naturdenkmäler ausgewiesen. Damit unterstreicht sie deren gesellschaftlichen und kulturellen Wert und erhöht so die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ausnahmeregel in der EU-Verordnung greift: Diese erlaubt es, Pflanzen diesen Typs nicht zu fällen, sondern durch „gleichwertige Maßnahmen“ zu überwachen.

Allgemeinverfügung

Endgültige Klarheit über das weitere Vorgehen dürfte also erst die Allgemeinverfügung bringen. Diese wird die LfL im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlichen. Sobald die Verordnung dort erscheint, ist sie rechtskräftig und fast unanfechtbar. Wann das sein wird, ist aber noch offen. Selbst nach der Fertigstellung der Verordnung könne es ein, zwei Wochen dauern, bis diese gedruckt wird. „Die Verordnung ist lang“, erklärt Zahner-Meike. „Deswegen müssen wir schauen, wann Platz im Blatt ist.“

Auch wann die Fällungen beginnen werden, ist noch unklar. Zahner-Meike will sich nicht festlegen, ob dies noch in diesem Jahr sein werde. Das hänge davon ab, wie schnell die Stadt nach der Fertigstellung der Verfügung Betriebe findet, die Abholzungen und Abtransport der Gehölze übernehmen. Und vom Wetter: Bei Schnee könne nicht gefällt werden. „Aber wir wollen fertig sein, bevor im Frühjahr die nächsten Käfer schlüpfen.“

Erfahrungsbericht zum ALB: In Feldkirchen wurden ganz Wälder gefällt, das Ortsbild verändert

Zeitplan

Einen Anhaltspunkt für den weiteren Zeitplan gibt es: Wie die Stadtverwaltung Miesbach mitteilt, wird die LfL am Mittwoch, 27. November, die endgültigen Fällzonen und den weiteren Ablauf auf einer Infoveranstaltung vorstellen sowie Fragen beantworten. Bis zur Veranstaltung dahin muss die Allgemeinverfügung stehen. Spätestens dann wissen die Miesbacher also, was auf sie zukommt.

Infoveranstaltung

Die Landesanstalt für Landwirtschaft wird am Mittwoch, 27. November, ab 19 Uhr im Waitzinger Keller in Miesbach ihre endgültigen Pläne für die Stadt vorstellen.

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