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ALB in Miesbach: Erneut Bäume kontrolliert – Weitere Funde wahrscheinlich

ALB in Miesbach: Erneut Bäume kontrolliert – Weitere Funde wahrscheinlich

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sucht in Miesbach weiter nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB). Die ersten Fällungen sollen bald kommen, doch wahrscheinlich entdecken die Baumexperten dabei neue Käfer.

Miesbach – Am Mittwoch waren erneut Baumkletterer im Auftrag der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Waitzinger Park in Miesbach unterwegs. Sie untersuchten mehrere Bäume auf Befallsmerkmale des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB), schnitten Äste ab und nahmen Teile mit.

ALB in Miesbach: Erneut Bäume kontrolliert

Wie LfL-Pressesprecherin Elke Zahner-Meike erklärt, überprüft die Landesanstalt erneut die Birken im Befallsgebiet. Diese hatte sie bisher vom Boden aus mit dem Fernglas angesehen – eine Methode, bei der weniger als die Hälfte aller befallenen Pflanzen gefunden wird. Weil aber auch die LfL nur über begrenztes Personal verfügt, muss sie diese bei Bäumen mit geringer Befallswahrscheinlichkeit einsetzen.

Dazu gehörten die Birken in Miesbach bisher. Sie bilden zwar mit Ahorn, Kastanie, Pappel und Weide die sogenannte „Big Five“ – die häufigsten Wirtssorten des ALB. Weil hier lange aber keine befallenen Birken gefunden worden waren, hatte sich die LfL auf die Sorten konzentriert, die der ALB bereits infiziert hatte. Eine Birke an der Riviera änderte das relativ spät während der Erstaufnahme: In ihr fand die LfL den Käfer – und schaut deswegen bei ihren Artgenossen noch einmal genau nach. Baumkletterer finden rund 80 Prozent der befallenen Bäume.

Miesbach/ALB: Weitere Funde wahrscheinlich

Das Beispiel zeigt auch: Die nach der Erstkontrolle feststehenden Fällzonen können noch wachsen. Wie Zahner-Meike mitteilt, habe die LfL bei der Auswertung der aus den ersten Fällungen gewonnenen Holzproben bisher in allen Befallsgebieten weitere infizierte Bäume entdeckt. „Eine abgeschlossene Ersterkundung heißt nicht, es sind alle Befallsmerkmale gefunden worden“, stellt sie klar. „Das können wir schon rein statistisch gar nicht leisten.“

Immerhin: Die Miesbacher werden wohl schon am Freitag, 15. November, erfahren, wie die Maßnahmen in ihrer Stadt vorerst ablaufen sollen. Dann wird die Bayerische Staatszeitung nach derzeitigem Stand die Allgemeinverfügung veröffentlichen, die festlegt, wie der ALB in Miesbach bekämpft wird. Dadurch wird diese wirksam. Voraussetzung hierfür ist, dass die LfL die fertige Verfügung der Staatszeitung bis zum Redaktionsschluss am Dienstag zuschickt. Das scheint wahrscheinlich.

Unter anderem bestimmt die Allgemeinverfügung die Quarantänezonen, in denen alle bekannten Wirtspflanzen des ALB gefällt werden und bis zum Ende der Quarantäne – vier Jahre nach dem letzten Fund – nicht mehr angepflanzt werden dürfen. Sie entscheidet auch, ob für einige Bäume des Waitzinger Parks eine Ausnahmeregel greift.

Sobald die Allgemeinverfügung öffentlich ist, wird unsere Zeitung die wichtigsten Punkte vorstellen. Ebenfalls veröffentlichen werden wir eine Karte, die zeigt, in welchen Gebieten Bäume gefällt werden müssen. 

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