Baumkletterer unterwegs: Im Waitzinger Park in Miesbach untersuchten die Experten gestern die verbliebenen Bäume auf mögliche Schädlinge.
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Baumkletterer unterwegs: Im Waitzinger Park in Miesbach untersuchten die Experten gestern die verbliebenen Bäume auf mögliche Schädlinge.

ASIATISCHER LAUBHOLZBOCKKÄFER - Wintersichtung der Wirtsgehölze vor dem Abschluss

ALB-Suche in Miesbach geht weiter: Sogar am Brenten in Hausham wird kontrolliert

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Auch wenn der Winter nicht die Zeit des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) ist: Gesucht wird nach ihm dennoch. Die Baumkletterer nutzen die laubfreie Zeit, um die spezifierten Gehölze, die als Wirtspflanze für den Schädling dienen, eingehend zu untersuchen.

„Wir kommen jetzt zum Ende“, sagt Gerhard Kraus. Im Winter wurde die Fokuszone – das ist der Bereich im Umkreis von 500 Metern um die Fundstellen rund um das Finanzamt – mit Kletterern untersucht, in den Sommermonaten folgt der zweite Durchgang. Zudem erfolgt in der gesamten Quarantänezone – das ist der Umkreis von 2,1 Kilometern – ein Boden-Monitoring, bei dem innerhalb eines Jahres das gesamte Gebiet kontrolliert werden soll.

Der Gebietsbetreuer von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising, die im Kampf gegen den Schädling federführend ist, ist mit dem bisherigen Verlauf zufrieden: Es wurde nichts gefunden. Ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass es keine weiteren Fällungen geben muss – von einer Verlängerung der vierjährigen Quarantänezeit ganz zu schweigen.

Wie berichtet, darf während der Quarantänezeit – sie dauert ohne weitere Funde bis Dezember 2024 – kein Laubgehölz die Quarantänezone verlassen. Schnittgut muss zentral bei der Sammelstelle auf der Waitzinger Wiese abgegeben werden – eine Anlieferung zum VIVO-Wertstoffhof ist ebenfalls nicht möglich.

Kontrollen auch in Warngau, Hausham und Bruckmühl

Dies war jedoch in den Vorjahren, in denen der ALB noch unentdeckt in Miesbach sein Unwesen getrieben hatte, durchaus der Fall. „Die Bürger haben ihr Grüngut auch auf den Brenten nach Hausham gefahren“, fasst Kraus zusammen, „ebenso zum Wertstoffhof der Kreisstadt und zur VIVO-Zentrale in Warngau.“ Aus diesem Grund werden diese drei Stationen nun ebenso nach Spuren des Käfers hin untersucht. Als weiterer Anlaufpunkt ist der Wertstoffhof Bruckmühl im Nachbarlandkreis Rosenheim im Fokus. „Auch dort wollen wir die Umgebung kontrollieren“, sagt Kraus. „Generell ist es denkbar, dass dorthin Grüngut mit Käfern oder Larven geliefert wurde und der ALB sich dort ebenfalls ausgebreitet hat.“ Dieses Risiko gelte es zu klären.

Zweimal habe man bereits am Brenten die Lage geprüft – zum Glück ohne Erfolg. „Wir wollen aber noch eine dritte Untersuchung durchführen, bevor das Laub zurückkommt.“ Im Sommer wird dann mit Laub geprüft. Suchhunde für das Boden-Monitoring sind auch dabei.

Bei seiner Arbeit hat Kraus Verstärkung bekommen. Sein neuer Kollege Philipp Neumann war bislang in Murnau eingesetzt. Dort ist die Arbeit beendet, die Quarantäne lief ohne weitere Funde ab. So, wie es auch in Miesbach laufen soll.

ddy

Infos zu ALB-Gehölzen

sind online zu finden auf www.lfl.bayern.de/alb.

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