Bus, Bahnhof, Miesbach
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Drehscheibe Miesbach: Am Bahnhof in der Kreisstadt könnten sich die beiden Alpenbuslinien begegnen.

Zwischenstand im Kreisentwicklungsausschuss präsentiert

Alpenbus: Zwei Linien durch Landkreis Miesbach geplant - Start Ende 2023?

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Nicht eine, sondern zwei Alpenbuslinien werden den Landkreis Miesbach durchqueren. Das ist der aktuelle Planungsstand, der nun im Kreisentwicklungsausschuss präsentiert wurde.

Landkreis - In den Voruntersuchungen für die neue Querverbindung zwischen Murnau und Rosenheim hat sich laut Felix Fitz von MVV Consulting gezeigt, dass sich die Streckenlänge von gut 100 Kilometern nur bei einer Aufteilung in zwei Ästen stabil bedienen lasse. „Sonst hätten wir bei Störungen kaum Puffer im Fahrplan“, erklärte Fitz, der per Videoübertragung in den Sitzungssaal zugeschaltet war.

Überhaupt gleiche es einer „Quadratur des Kreises“, beim Alpenbus allen Zielen gerecht zu werden, die da wären: Anschluss möglichst vieler Bahnhöfe, Stundentakt, kurze Fahrzeiten im Sinne einer Expressverbindung, Pünktlichkeit auch zu Pendler- und Ausflugszeiten mit entsprechender Verkehrsbelastung auf den Straßen sowie bei jedem Wetter. All das versuche man, unter einen Hut zu bringen, berichtete Fitz. Die jetzige Planung sei noch nicht final, da die genaue Kalkulation der Fahrzeiten samt Fahrplanerstellung erst in den kommenden Monaten erfolgen werde.

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Bis zum Herbst soll das Konzept aber so weit stehen, dass es in den jeweiligen Gremien der betroffenen Kreise Miesbach, Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau beschlossen werden kann. Im Frühjahr 2022 könnte dann die Ausschreibung starten. Bis die ersten Busse auf die Straße gehen, wird es laut Fitz mindestens bis Ende 2023, eher bis Mitte 2024 dauern.

Routen für Ost- und West-Linie

Wie eingangs angeschnitten, soll die Alpenbuslinie in zwei Abschnitte geteilt werden. Eine Route könnte von Murnau über Penzberg (mit Stopp beim Pharmariesen Roche), Bad Heilbrunn und Bad Tölz sowie weiter in den Landkreis Miesbach führen. Hier würde dieser Ostast dann auf einer südlichen Variante über Gmund, Ostin und Agatharied fahren, um unter anderem die touristisch bedeutsame Anbindung an den Tegernsee sowie den Oedberg zu leisten. Endhaltepunkte wäre die Kreisstadt Miesbach, von wo aus dann wieder Anschlüsse ins Schlierach/-Leitzachtal bestehen. Der Ostast hingegen würde von Rosenheim über Bad Feilnbach und Au nach Miesbach führen und von dort aus auf einer Art Expressvariante über die B472 direkt zur Endstation in Bad Tölz. Drehkreuze beider Linien könnten damit die Kreisstädte Miesbach und Bad Tölz sein. Die Gemeinde Irschenberg lässt der Alpenbus aber in jedem Fall links (oder besser rechts) liegen.

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Wie genau die Verbindung letztlich geknüpft wird und auf welche Weise die Routen bedient, dazu wollte sich Fitz im Detail noch nicht äußern. Denkbar sei neben einer Art Rundlauf auch ein Pendelverkehr auf den einzelnen Ästen. Ziel müsse es sein, die für die Fahrgäste komfortabelste und gleichzeitig für den Betriebsablauf beste Lösung zu finden, erklärt Fitz auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch eine möglichst enge Taktung mit den Zugfahrplänen soll erreicht werden.

Stundentakt von 6 bis 20 Uhr

In Sachen Fahrzeiten steht derweil zumindest der Rahmen fest. Werktags sollen die Alpenbusse zwischen 6 und 20 Uhr unterwegs sein, an Wochenenden und Feiertagen zwischen 7 beziehungsweise 8 und 20 Uhr. Das alles im Stundentakt.

sg

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