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Ganz oben: Das Wallbergkircherl mit seinem Blick auf Alpenpanorama und Tegernsee gehört zu den touristischen Hauptattraktionen im Landkreis.

Aufwärtstrend schon seit zehn Jahren

Alpenregion Tegernsee Schliersee: Es geht aufwärts mit den Gästen

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Der Trend setzt sich fort: Auch 2018 wuchsen laut Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) Gästezahlen und Tourismus-Einnahmen in der Region. Die Herausforderungen bleiben.

Landkreis – Das kommunale Tourismusunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) verzeichnet gleich in mehreren Bereichen einen Aufwärtstrend. 2018 gingen nicht nur die Einnahmen nach oben, sondern auch die Gästezahlen. Das berichtete Vorstand Harald Gmeiner jetzt im Wirtschaftsausschuss. Die Herausforderungen freilich bleiben. Insbesondere die Digitalisierung wird die ATS in den nächsten Jahren stark beschäftigen.

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Alpenregion Tegernsee Schliersee: Es geht aufwärts mit den Gästen

Ein Plus von 2,33 Prozentpunkten bei den Gästezahlen registrierte das Kommunalunternehmen im vergangenen Jahr. Rund 2,32 Millionen Übernachtungen zählte das Statistische Landesamt (Vorjahr: 2,27), Spitzenreiter war mit rund 600 000 Bad Wiessee. Bayernweit legten die Zahlen gar um sieben Prozent zu, diese beinhalten aber auch die satten 14 Prozent Plus der Landeshauptstadt München.

„Auf zehn Jahre gesehen, ging es bei uns permanent nach oben“, sagte Gmeiner. „Die Auslastung wird immer besser.“ Allerdings ging im Zehn-Jahres-Vergleich auch die Zahl der Gästebetten um rund 13 Prozent auf jetzt 16 884 zurück. Die Aufenthaltsdauer sinkt kontinuierlich. Im Schnitt bleiben Urlauber nur noch 3,66 Tage. Das sind 26 Prozentpunkte weniger als noch vor zehn Jahren (4,77). Ein Drittel der Urlaubsgäste im Landkreis kommt aus Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der Auslandsanteil liegt bei nur 5,8 Prozent – und davon kommt der größte Teil aus Österreich und der Schweiz.

Laut Gmeiner nimmt die Zahl der Buchungen über Internetportale wie booking.com deutlich zu. Das Thema Digitalisierung ist es auch, was die ATS in den kommenden Jahren mit am meisten beschäftigten wird. „Das ist ein Mega-Zukunftsthema“, berichtete er. Derzeit gelte es, die in großer Zahl vorhandenen Daten miteinander zu vernetzen, intelligent einzusetzen, für Suchmaschinen besser lesbar zu machen und über die richtigen Schnittstellen auszuspielen. Themen wie Besucherlenkung und Echtzeitinformation sind nur zwei Aspekte. In einer Projektgruppe mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) und der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) arbeite man daran, sich landkreisweit stark zu vernetzen – nicht nur digital.

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Alpenregion: Gästezahlen schwanken je nach Jahreszeit

Mit der Entwicklung des ATS-Kompetenzzentrums ist Gmeiner zufrieden. Wie berichtet, hat der Landkreis in den vergangenen Jahren seine Unterstützung auf 425 000 Euro pro Jahr halbiert. Mit touristischen Dienstleistungsaufträgen hat die ATS im vergangenen Jahr rund 200 000 Euro und damit bereits die Hälfte der Personalkosten erwirtschaftet. Im Jahr zuvor waren es noch 65 000 Euro weniger. Fürs laufende Jahr erwartet der Vorstand Einnahmen von rund 215 000 Euro. Dank der guten Auftragslage habe man Personal und Leistungsportfolio halten können. Ein leichtes Minus von 9000 Euro zum Jahresende 2018 gefährde die ATS laut Gmeiner nicht.

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) lobte die Arbeit der ATS. „Vor fünf Jahren war viel Feuer unterm Dach“, sagte er und spielte damit auf die gescheiterte Fusion mit der TTT an. „Die ATS hat sich aber zu einem zukunftsfähigen Kommunalunternehmen entwickelt und leistet mit vergleichsweise wenig Geld gute Arbeit.“ Insbesondere die Ausrichtung als Tourismus-Kompetenzzentrum habe sich bewährt. „Das war eine gute Idee. Extern wie intern ist seither viel aufgeräumt worden.“

Wiessees Bürgermeister Peter Höß (FWG) trieben mit Blick auf die Gästestatistik die jahreszeitlich bedingten Schwankungen um. „Von Mai bis Oktober könnten wir unsere Gästebetten zwei- bis dreimal füllen, für den Rest des Jahres sieht’s dünn aus“, berichtete er. „Das sollte man noch besser ausschöpfen.“ Tatsächlich versuche man schon, die Auslastung in der Vor- und Nachsaison mithilfe von Veranstaltungen besser zu steuern. „Wir können aber nur lenkend eingreifen“, stellte ATS-Vorstand Gmeiner klar. „Der Gast lässt sich nicht völlig umdrehen.“

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