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Werben fürs neue Konzept der ATS: Vorstand Harald Gmeiner (r.) und Tourismusbeiratsvorsitzender Anton Stetter. 

Neues Konzept

ATS will Tourismus-Kompetenzzentrum werden

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Landkreis - Die ATS definiert sich neu. Sie will nicht länger als anonyme Dachorganisation wahrgenommen werden, sondern als Kompetenzzentrum für Tourismus punkten. Ab 2017, wenn die Finanzierung im bisherigen Umfang endet, steht das Kommunalunternehmen voll im Wettbewerb.

Das Werben hat begonnen. Die Bürgermeister haben die Präsentation bereits im Dezember gesehen, heute sprechen Harald Gmeiner, Vorstand des Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), und Anton Stetter, Vorsitzender des ATS-Tourismusbeirats, im Wirtschaftsausschuss des Kreistags. Ihr Ziel: kein frisches Geld, sondern Akzeptanz für ein neues Konzept, das die ATS als touristischen Dienstleister auf dem Markt etabliert.

„Die Revolution von oben ist gescheitert“, sagt Stetter und meint die Schaffung einer einzigen, von Landkreis und Gemeinden finanzierten Tourismusorganisation für den Landkreis. Auch wenn die Zusammenführung als langfristiges Ziel nicht vom Tisch ist, so müssen die Touristiker doch zeitnah Lösungen finden. Die Herausforderung lauert vor allem auf der finanziellen Seite. 2017 wird der Landkreis die ATS für allgemeine Aufgaben der Tourismusförderung nur noch mit 425 000 statt 850 000 Euro finanzieren. Alles, was darüber hinausgeht und das touristische Profil eigentlich erst ausmacht, muss sich das Unternehmen selbst erarbeiten.

Wie das funktionieren kann, das erörterten Tourismusbeirat und ATS-Verwaltungsrat auf einer gemeinsamen Klausur am Sudelfeld. Ergebnis war nicht nur, unrentable Projekte wie das Infocenter „Servus!“ am Irschenberg zu beenden (wir berichteten), sondern auch, das eigene Profil zu schärfen. „Kommunen und Unternehmen sollen die ATS künftig als Servicegesellschaft wahrnehmen und nutzen“, erläutert Stetter. Die Marke tritt dadurch zunächst in den Hintergrund. „Jeder Ort soll die Möglichkeit haben, seine eigene Identität herauszuarbeiten“, ergänzt Gmeiner. „Die ATS wird weiter als Vermarktungsmarke funktionieren, aber es müssen nicht alle drunterschlüpfen.“

Bei ihrer Klausur haben die Touristiker und Beiräte sechs Kompetenzfelder formuliert, auf denen die Organisation künftig punkten will. Unter anderem wird sich die ATS im Bereich Marketing und Marktforschung, Projekt- und Produktentwicklung und bei der Vernetzung von Leistungsträgern engagieren. Und sie will Impulsgeber sein für touristische Innovationen. „Nicht jede Gemeinde und nicht jeder Betrieb kann die Entwicklungen im Blick haben und für alles einen Fachmann vorhalten“, sagt Gmeiner. „Diese speziellen Leistungen wollen wir künftig anbieten.“

Konkret hat die ATS inzwischen die Betreuung des Internetauftritts der Werteproduzenten übernommen. Hier habe sie mit Preis und Leistung überzeugt, erklärt Stetter, der als Geschäftsführer von Slyrs und Lantenhammer selbst zu den Werteproduzenten gehört. „Von uns gibt es keine Almosen“, stellt er klar. „Aber wenn das Angebot stimmt, kaufen wir lieber bei Freunden als einen Auftrag an Anbieter von außerhalb zu vergeben.“ Auf eine ähnliche Einstellung hofft der Beiratsvorsitzende künftig auch bei den Kommunen oder anderen Unternehmern.

Das laufende Jahr will die ATS dazu nutzen, sich unternehmerisch auszurichten und neue touristische Angebote zu erarbeiten. Ab 2017 steht sie dann voll im Wettbewerb. Ein wesentliches Ziel ist auch die enge Vernetzung mit der Standortmarketing-Gesellschaft – und natürlich mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Ein erstes Sondierungsgespräch mit der TTT findet an diesem Donnerstag statt. Auch die Touristiker vom Tegernsee sollen künftig ATS-Leistungen beauftragen. „Wir wollen die Gelder“, so Stetter, „nicht doppelt ausgeben.“

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