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Am Sonntag geht‘s los beim Zensus 2022: Was Sie jetzt zur EU-weiten Erhebung wissen müssen

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Von: Dieter Dorby

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Auch im Landkreis Miesbach startet der Zensus 2022 am Sonntag, 15. Mai.
Auch im Landkreis Miesbach startet der Zensus 2022 am Sonntag, 15. Mai. © Daniel Karmann/dpa

Nur ausgewählte Personen und Immobilieneigentümer müssen teilnehmen

Landkreis – An diesem Sonntag, 15. Mai, startet der Zensus 2022. Im Rahmen dieser Volkszählung werden die Daten der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktualisiert. Dieser Vorgang wird alle zehn Jahre durchgeführt. Durch Corona wurde der für 2021 vorgesehenen Zensus auf 2022 verschoben. In Deutschland werden laut Bayerischem Landesamt für Statistik rund zehn Millionen Bürger befragt. Hinzu kommt eine Zählung der Gebäude und Wohnungen.

Warum wird abgefragt?

Wie auch das Landratsamt Miesbach erklärt, dienen die Daten, die beim Zensus erhoben werden, als Grundlage für zahlreiche politische Entscheidungen von Bund, Ländern und Gemeinden auf den Gebieten Wirtschaft, Soziales, Wohnungswesen, Raumordnung, Verkehr, Umwelt und Arbeitsmarkt. Sie sind Bemessungsgrundlage in vielen Bereichen.

Wie wird gezählt?

Um die Bevölkerung möglichst wenig zu belasten und um Kosten zu senken, wird nicht die gesamte Bevölkerung befragt. Der Zensus erfolgt registergestützt: Daten werden aus bestehenden Registern wie den Melderegistern herangezogen. Da nicht alle erforderlichen Daten vorhanden sind und zudem fehlerhaft oder veraltet sein können, erfolgen bundesweit zusätzlich Haushaltsstichproben bei 10,3 Millionen Haushalten. Sie werden zum Beispiel zum Alter oder zur Staatsangehörigkeit befragt. Dazu muss ein rund zehnminütiges persönliches Interview geführt werden. Die Interviewer kündigen sich im Vorfeld schriftlich an. Neben der Zahl der Menschen in Deutschland ermittelt der Zensus auch, wie sie wohnen und arbeiten. 

Wer wird ausgewählt?

Die zu befragenden Haushalte werden durch ein mathematisch-statistisches Zufallsverfahren bestimmt. Die Zensus-Erhebung ist auf ungefähr zwölf Wochen angelegt.

Wie wird befragt?

Wer ausgewählt wird, ist gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet laut der Paragrafen 23 und 25 Zensusgesetz 2022. Betroffene werden schriftlich von ihrem zuständigen Statistischen Landesamt informiert. Dieses kündigt auch an, wann die persönlichen Interviews stattfinden. Die Zugangsdaten zum Online-Fragebogen erhalten Befragten nach dem Interview. Alle Daten werden anonym ausgewertet. . 

Was ist das Online-Formular?

Rund drei Viertel der Befragten müssen im Anschluss noch in einem Online-Formular Fragen zu den Themen Bildung und Beruf beantworten. Papierfragebögen gibt es nur in Ausnahmefällen.

Was ist mit Immobilien?

Etwa 23 Millionen Eigentümer von Häusern oder Wohnungen – allein in Bayern vier Millionen – werden befragt. Sie müssen Auskunft geben zu Baujahr, Größe und Miete. Damit sollen beispielsweise die durchschnittliche Wohnraumgröße und der Leerstand ermittelt werden. Der Merkmalskatalog ist gesetzlich festgelegt: Gemeinde und Postleitzahl, Art des Gebäudes, Eigentumsverhältnisse (Firma, Privatperson), Gebäudetyp, Baujahr, Zahl der Wohnungen, Heizungsart und Energieträger. Wohnungsmerkmale sind unter anderem die Art der Nutzung, Leerstandsgründe und -dauer, Fläche der Wohnung, Zahl der Räume und Nettokaltmiete. Wichtig: In der Haupterhebung 2022 sind für die Gebäude- und Wohnungszählung alle auskunftspflichtig, die Wohneigentum besitzen oder verwalten. Die erhobenen Einzeldaten werden gemäß Rückspielverbot nicht an Dritte weitergegeben, auch nicht an andere Behörden. Die Daten werden so anonym verarbeitet, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind.

Weitere Infos zum Thema gibt es auf der offiziellen Internet-Seite www.zensus2022.de.

ddy

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