Vom Bauausschuss abgelehnt: Anstelle der rechten Bank hätte der zweite Automat am Geländer neben dem Fahnenmasten aufgestellt werden sollen.
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Vom Bauausschuss abgelehnt: Anstelle der rechten Bank hätte der zweite Automat am Geländer neben dem Fahnenmasten aufgestellt werden sollen.

Kein Verkauf auf öffentlichem Grund

Am Stadtplatz in Miesbach: Bauausschuss untersagt Café das Aufstellen eines zweiten Warenautomaten

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Die Corona-Pandemie bringt viele Gastronomiebetriebe an den Rand der Existenz. In der Not hilft nur Kreativität. Eine Herausforderung, die das Café Elisabeths Platzerl am Miesbacher Stadtplatz angenommen hat.

Inhaberin Elisabeth Schwojer setzt auf den Verkauf über ihren Automaten. Ein Geschäftsmodell, das funktioniert. Jetzt will sie einen zweiten aufstellen, doch das ist nun zumindest im ersten Anlauf gescheitert. Der Bauausschuss hat das Vorhaben mit 1:7 Stimmen abgelehnt. Lediglich Michael Lechner (FWG) stimmte dafür.

Geplant war, den zweiten Automaten am Geländer der Treppe aufzustellen, die zur Unterführung führt. Das Problem: Es handelt sich dabei um eine öffentliche Verkehrsfläche, die der Stadt gehört. Eine Sondernutzungserlaubnis wäre dafür notwendig, und darüber entscheidet der Bauausschuss.

In der Sitzung am Dienstagabend zeigten sich die Mitglieder reserviert angesichts des Spannungsfelds, das sie dabei sahen. Einerseits, so stellte Florian Ruml von den Freien Wählern fest, gehe es um die Unterstützung der heimischen Wirtschaft in der Corona-Krise. Daher sei eine befristete Erlaubnis durchaus denkbar, auf Dauer sei das aber problematisch. Die Frage der Dauer konnte seitens der Verwaltung aber nicht eindeutig beantwortet werden.

Unklare Stromversorgung

Ein weiteres Fragezeichen war der Stromanschluss. Da der Automat einige Meter entfernt vom Café aufgestellt werden soll, braucht es eine Stromleitung. Auch hier war die Aussage der Verwaltung vage – man ging von einem in der Luft verlaufenden Kabel aus, ähnlich dem Stromkabel, das von der Unterführungstreppe aus die städtische Baumillumination versorgt. Das aber war für einige Räte keine tragfähige Lösung. Das Ergebnis war eine deutliche Ablehnung.

Café-Inhaberin Elisabeth Schwojer nahm dieses Ergebnis enttäuscht zur Kenntnis: „Das ist sehr schade.“ Zumal die in der Sitzung thematisierten Fragen keine wirklichen Hindernisse seien. „Mir wäre es vor allem um einen vierwöchigen Testbetrieb gegangen“, erklärt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch sei der Stromanschluss nicht mit einer hängenden Leitung geplant, sondern sollte – kaum sichtbar – ebenfalls über den Anschluss in der Unterführung erfolgen.

Von ihrem Weg, dem Lockdown die Stirn zu bieten, sei sie überzeugt. „Wir bieten sieben Tage die Woche frische, selbst gekochte, regionale Produkte und wollen den Leuten etwas bieten, damit sie sich gut und gesund versorgen können.“ Ihr reichhaltiges Angebot von vollwertigen Gerichten über Suppen, Soßen, Kuchen und Desserts werde angenommen – sei es von Senioren, Handwerkern oder auch Radlern. „Wir wollen mithelfen, den Stadtplatz zu bereichern und zu beleben.“ Trotz oder gerade wegen Corona.

ddy

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