Amtsgericht Miesbach

Dummheit begangen aus Angst vor Bestrafung

Es hätte nur ein abendlicher Ausflug zum Dinzler am Irschenberg werden sollen. Doch dieser endete etwa auf der Hälfte der Strecke mit einem Zusammenstoß der Autos zweier Freunde.

Verletzt wurde niemand, aber beim Unfall wurde die Leitplanke in der Nähe der Fehner Schmiede bei Hausham beschädigt. Dass sich die Jugendlichen vom Unfallort entfernten, ohne den Schaden zu melden, brachte sie nun vor das Amtsgericht.

Passiert ist das Ganze schon vor rund eineinhalb Jahren. Vier Heranwachsende machten sich vom McDonalds Rottach-Egern auf den Weg Richtung Irschenberg. Ein damals 18-jähriger Tölzer fuhr mit einem gleichaltrigen Tegernseer zusammen voraus. Der befreundete Warngauer, auch er zum Tatzeitpunkt 18 Jahre, hatte eine ebenfalls gleichaltrige Gmunderin mit im Auto dabei und fuhr hinterher.

Auf Höhe der Fehner Schmiede, damals war hier Richtung Hausham eine Baustelle, verpasste der Tölzer die Ausfahrt Richtung Agatharied, weswegen er im Bereich des Baustellenschilds wendete. Just in diesem Moment kam der Warngauer angefahren. Die beiden Freunde kollidierten frontal miteinander. Das Auto des Warngauers touchierte zudem die Leitplanke und beschädigte diese.

Anschließend standen die vier Jugendlichen wohl unter Schock. „Wir waren froh, dass wir gesund waren“, sagte der Tölzer vor Gericht. „Wir haben nicht genau gesehen, was an der Leitplanke passiert war.“ Aus Angst vor einer Bestrafung verabredeten die Vier, Stillschweigen über das Geschehen zu bewahren. Weil er glaubte, er könne den Schaden selbst regeln, fuhr der Warngauer rund eineinhalb Stunden nach dem Unfall zur Polizei und machte dort eine Falschaussage. Ein unbekanntes, schwarzes Auto sei demnach an dem Unfall schuld gewesen.

Die Gmunderin bestätigte bei der Polizei die Angaben ihres Freundes. „Nach erster Aussage habe ich gemerkt, dass das nicht richtig war“, sagte sie. „Dann habe ich einen Brief geschrieben mit der richtigen Aussage.“ Das brachte Richter Klaus-Jürgen Schmid auch dazu, das Verfahren gegen die junge Erwachsene einzustellen: „Sie hat das ja ins Rollen gebracht“, stellte er fest. Mit zwei Tagen Sozialdienst durfte sie also das Gericht verlassen.

Etwas mehr müssen dagegen der Tölzer sowie der Warngauer leisten. Nach einer Stellungnahme der Jugendgerichtshilfe kam Richter Schmid zu folgendem Urteil: Der Tölzer muss 24 Stunden Sozialdienst leisten, der Warngauer 40 Stunden. Dieser mehr, weil er eine Straftat vorgetäuscht habe. Zudem mussten beide für einen Monat ihre Fahrerlaubnis abgeben. „Mir tut das leid“, sagte der Tölzer abschließend. „Ich habe auf jeden Fall daraus gelernt.“

tas

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb / Denis Balibouse Pool

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