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Am Ende kam der Miesbacher mit einer Geldstrafe davon (Symbolfoto).

Verhandlung am Amtsgericht

4,1 Gramm Marihuana: Miesbacher (21) entkommt Freiheitsstrafe nur knapp

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4,1 Gramm Marihuana reichten, dass ein 21-jähriger Miesbacher jetzt richtig Ärger am Amtsgericht bekommen hat. Grund ist seine Drogengeschichte.

Miesbach – Es hört sich nach einem kleinen Delikt an, das ein 21-jähriger Miesbacher im Juni begangen hat. 4,1 Gramm Marihuana hatte er gemeinsam mit Freunden von zwei fremden Männern in Miesbach erworben und wurde von der Polizei mit den Drogen erwischt. Für den jungen Mann hat das weitreichende Folgen. Seinen Herzenswunsch – den Führerschein – wird er sich nicht so bald erfüllen können.

Im Amtsgericht Miesbach kam es nun zur Verhandlung gegen den Miesbacher. Der Vorwurf: vorsätzlich unerlaubter Erwerb von Betäubungsmitteln. Der Angeklagte gab den Kauf des Marihuanas umgehend zu. „Das war aber eine einmalige Sache“, erklärte er. „Irgendwie habe ich die Drogen mit Freunden auch zufällig erworben.“ In der Kreisstadt sei er mit Kumpels unterwegs gewesen, als die Clique den „Duft von Gras“ in der Nase gespürt habe, wie der Angeklagte angab. Über seine Freunde wollte der Miesbacher keine Angaben machen. „Ich nehme die Sache auf mich“, sagte er. Mit seinen Kumpels sei er der Drogen-Spur gefolgt.

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Die jungen Männer trafen zwei Fremde, die auf einer Bank saßen. „Ich sagte, dass wir gerne für 50 Euro Marihuana kaufen wollen“, erklärte der 21-Jährige vor Gericht. Die Fremden händigten dem Angeklagten und seinen Kumpels die 4,1 Gramm Marihuana aus. „Das war aber nur für eine Party gedacht, denn ein Freund von uns hatte Geburtstag“, so der Angeklagte. Zum Konsum kam es nicht mehr. Denn auf dem Weg zur Party wurde die Clique von der Polizei aufgehalten, die die Drogen sowie einen Crusher sicherstellte.

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„Eine einmalige Sache war das aber nicht“, entgegnete Amtsrichter Walter Leitner, der einen Blick in die Akten warf. Im Jahr 2016 war der Miesbacher ebenfalls von der Polizei mit Drogen erwischt worden. Daraus resultierte auch sein bisher einziger Eintrag im Bundeszentralregister. Verurteilt wurde er damals wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in 35 tatmehrheitlichen Fällen. Verdutzt fragte der Angeklagte nach: „Wurde der Eintrag mittlerweile nicht gelöscht?“ Mit einem Schmunzeln entgegnete Leitner: „Wenn immer wieder was dazukommt, bleibt der bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.“

Die Staatsanwaltschaft hielt dem Angeklagten zugute, dass es sich um eine „weiche Droge“ handelte, die der junge Mann erworben habe. Allerdings befände man sich wegen der Eintragung in einem Bereich, „in dem es für so etwas entweder eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe gibt“, so der Staatsanwalt. Er plädierte auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 35 Euro.

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Der Angeklagte sah seine Schuld ein. Er wolle sein „Leben auf die Reihe bekommen“, sagte er, würde eine Geldstrafe akzeptieren und möchte sich einen Herzenswunsch erfüllen. „Ich will endlich meinen Führerschein machen“, erklärte er in Richtung Leitner, „deshalb hoffe ich, dass ich ohne Freiheitsstrafe davonkomme“.

Leitner beließ es bei einer Geldstrafe: 80 Tagessätze zu je 35 Euro. „Den Führerschein können Sie aber erst mal vergessen“ sagte der Richter. Durch seine Tat habe sich der Miesbacher „den Weg zum Auto für lange Zeit verbaut“. Das Landratsamt würde jemandem mit zwei Eintragungen wegen Drogenerwerbs den Führerschein wohl nicht so leicht aushändigen.

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