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Kreativer Protest: Unbekannte blockieren Blitzer-Licht mit Gartendeko - und haben Erfolg

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Von: Dieter Dorby

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Dienstpause am Straßenrand: Nicht nur das kleine weiße Buberl aus Ton hat die Augen zu. Auch die Linse des mobilen Blitzanhängers ist blind, da die Figur das Messen der gefahrenen Geschwindigkeiten verhindert. Unbekannte hatten am Dienstagabend den Blitzer an der B 472 auf diese Weise außer Gefecht gesetzt.
Dienstpause am Straßenrand: Nicht nur das kleine weiße Buberl aus Ton hat die Augen zu. Auch die Linse des mobilen Blitzanhängers ist blind, da die Figur das Messen der gefahrenen Geschwindigkeiten verhindert. Unbekannte hatten am Dienstagabend den Blitzer an der B 472 auf diese Weise außer Gefecht gesetzt. © Dieter Dorby

Mobile Blitzer-Anlagen sind immer wieder ein Ärgernis für viele Autofahrer. In Oberbayern fanden Gegner nun einen kreativen Weg, um das Blitzlicht zu blockieren.

Miesbach – Das weiße Buberl aus Ton schaut gar nicht aus wie ein Spitzbua – und böse ist ihm garantiert keiner der Autofahrer, die am Dienstagabend auf der Bayerischzeller Straße stadtauswärts in Miesbach unterwegs waren. Immerhin sorgte die Figur an der Ecke Miesingstraße dafür, dass der dort platzierte Blitzanhänger zumindest in Richtung Weyarn und Irschenberg außer Betrieb war.

Ton-Figur blockiert Blitzer: Unbekannte platzieren Messlinse mit Garten-Deko

Unbekannte hatten den Buben, der schläfrig-verträumt auf einer Kugel sitzt, vor die Messlinse des fahrbaren Blitzers gestellt. Damit hatte nicht nur das Buberl Pause, sondern auch die Tempomessung. Gestern Vormittag war dann nicht nur der Bub entfernt, sondern auch die Blitzkiste.

Mobile Blitzanhänger im Landkreis Miesbach: Immer wieder Formen von Vandalismus

Beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum in Bad Tölz, der in Miesbach regelmäßig mit seinem mobilen Blitzanhänger auf die Jagd nach Temposündern geht, gab es gestern zu dem Vorfall keine Angaben. „So etwas wird mir gar nicht mehr mitgeteilt“, erklärt Geschäftsführer Michael Braun auf Nachfrage der lokalen Heimatzeitung Miesbacher Merkur.

Der Grund: Die Vorfälle, bei denen die Linse zugeschmiert oder zugestellt wird, mehren sich. „Es kommt verstärkt vor. Wir haben deshalb immer Ersatzscheiben und Lösungsmittel dabei.“ Auch Bierflaschen seien schon davorgestellt worden. In Zahlen will sich Braun aber nicht zur Zunahme der Fälle äußern.

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Hass auf mobile Blitzer bei Autofahrern: Brandanschlag in Nachbarlandkreis

Viele Fahrer tappen laut Braun eh nicht in die Radarfalle: „Es sind nicht so viele. Wichtig ist für uns aber, dass die zulässige Geschwindigkeit eingehalten wird. Darum geht es.“

Immerhin wurde das Gerät nicht angezündet wie zwei Anhänger im Februar dieses Jahres in Lenggries und Greiling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der Schaden in Greiling betrug 250.000 Euro, in Lenggries 7500 Euro. Die Täter sind gefasst und stehen wegen Brandstiftung vor Gericht. Bleibt also abzuwarten, ob sich in Miesbach bei nächster Gelegenheit dieser Dreh mit der Gartendeko-Figur wiederholt.

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