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Ein Stück Service geht verloren: Am 8. Februar werden in der Miesbacher Post-Agentur von Marion Bernschneider Geldautomat und Kontoauszugsdrucker abgebaut.

An Miesbachs Marktplatz fehlt die Wirtschaftlichkeit

Postbank zieht Geldautomaten ab

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Wer bislang in der Post-Agentur am Miesbacher Marktplatz sein Bargeld abgehoben hat, muss sich umstellen. Der Geldautomat wird Anfang Februar abgebaut - wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit.   

Marion Bernschneider in ihrer Postagentur am Miesbacher Marktwinkl für ein paar Minuten zu Recherchezwecken beiseitezunehmen, funktioniert nicht. Immer wieder kommen Kunden, bringen Pakete und Einschreiben, oder holen ein Päckchen ab. Es ist immer etwas los. Ein steter Kundenfluss – gerade so viel, dass die Inhaberin alle bedienen kann, ohne dass sich zu lange Warteschlangen bilden. Und das am Vormittag.

Doch die Wartezeiten werden wohl länger werden, wenn die Postbank Geldautomat und Kontoauszugsdrucker am 8. Februar abbaut – die vorletzten ihrer Art im Stadtgebiet. Ersatz gibt es keinen. Wer künftig Bargeld abheben und Auszüge drucken will, muss sich am Schalter anstellen oder zum Hagebaumarkt fahren.

Bernschneider hat lange gekämpft, wie sie sagt, um beide Geräte behalten zu dürfen – jedoch ohne Erfolg: Die Entscheidung der Postbank steht. „Ich sehe gerade den Geldautomaten als Kundenservice“, sagt die Haushamerin, die in ihrer Heimatgemeinde ebenfalls eine Agentur betreibt. Es gebe auch einige Leute, die ihre Auszüge nicht daheim ausdrucken können. Und Geldabheben müsse man ja irgendwo.

Der Grund für den Abbau ist wie so oft fehlende Wirtschaftlichkeit, bestätigt Postbank-Sprecherin Iris Laduch-Reichelt in der Konzernzentrale in Bonn: „Der Geldautomat wird deutlich weniger genutzt als andere. Wir sind weit von einer Wirtschaftlichkeit entfernt.“ Wirtschaftlichkeit, das bedeutet vor allem Nutzung durch Fremdkunden, die für die in Anspruch genommenen Leistungen Gebühren zahlen müssen.

Das nächste Manko sei, dass Automat und Drucker im Laden stehen und nur zu den Öffnungszeiten zugänglich sind. Insgesamt seien das keine so guten Voraussetzungen, um auch andere Kunden anzulocken. Anders sei das beim Hagebaumarkt. Der sei zwar nachts ebenfalls geschlossen, habe aber längere Öffnungszeiten und ein breiteres Publikum.

Postbank-Kunden können außerdem auch andere Geldautomaten im Stadtgebiet nutzen – und das ohne Aufpreis. Denn Commerzbank, Hypo-Vereinsbank und die Deutsche Bank, die die Postbank 2015 übernommen hat, gehören zur selben Cash-Gruppe.

Und auch in Marion Bernschneiders Postagentur, die sie seit Februar 2009 führt, können Kunden weiterhin Geld abheben – aber nur am Schalter. Und da teilen sich die Postbank-Kunden in zwei Gruppen: die mit dem Basistarif, die auch am Schalter gebührenfrei abheben können, und jene im Online-Tarif, die nun fürs Abheben am Schalter bezahlen müssen.

Miesbach reiht sich damit ein in die Rückzugskette der Postbank. Wie berichtet, wurde im Dezember 2018 in Rottach-Egern das Postamt geschlossen – ebenfalls aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Ende Oktober hatte in Tegernsee bereits die Post-Agentur im Schreibwarenladen von Andrea Köstler geschlossen (wir berichteten). Die Einzelhändlerin sperrte gleich ganz zu, nachdem ihr die Postbank eröffnet hatte, dass sie sich im Zuge der Fusion mit der Deutschen Bank zurückziehen werde.

Für Bernschneider ist dies eine fatale Entwicklung, die sie nicht versteht: „Wie will man Kunden behalten und neue hinzugewinnen, wenn man seine Anlaufstellen vor Ort schließt und den Service ausdünnt?“ Diese Argumente habe sie auch im Kampf um den Erhalt ihrer Automaten vorgebracht – ohne Erfolg.

ddy

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