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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

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Fleißig hingenagt: An der Schlierach in Miesbach hat ein Biber eines von vier Spalierbäumchen umgelegt. Die Äpfel haben ihn angelockt.
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Fleißig hingenagt: An der Schlierach in Miesbach hat ein Biber eines von vier Spalierbäumchen umgelegt. Die Äpfel haben ihn angelockt.

An der Schlierach in Miesbach

Biber legt leckeres Apfelbäumchen um

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Von wegen lieber Biber. In Miesbach hatte ein Exemplar des zweitgrößten lebenden Nagetieres der Erde nun ein kleines Bäumchen umgebissen. Aus durchaus nachvollziehbarem Grund.

Miesbach – Richard Dennhöfer musste am Morgen gleich zweimal aus dem Fenster schauen, um glauben zu können, was er da sah: Das Spalier-Apfelbäumchen, das an seinem Gartenzaun nahe der Schlierach im Süden Miesbachs steht, war umgelegt worden. Der Täter ist schnell ermittelt: Ein Biber hat den etwa 15 Zentimeter dicken Stamm einfach durchgenagt.

Für den betroffenen Miesbacher ist es ein bedauerlicher Vorfall: „Wir haben den Baum über Jahre gepflegt, damit er schön in Ost-West-Richtung wächst.“ Das war nun umsonst. Ironisch stellt er fest: „Ausgerechnet den schönsten hat er sich ausgesucht.“

Dem Landratsamt habe Dennhöfer den Fall umgehend gemeldet. Dort bestätigte man seinen Verdacht: Ein Biber war’s. „Und ich habe den Rat bekommen, das Bäumchen liegen zu lassen. Sonst legt er daneben den nächsten um.“

Max Wolf, Biberbeauftragter des Landkreises, verwundert das nicht. „Wenn Äpfel am Baum sind, ist das Bäumchen fällig“, sagt er trocken. „Biber sind Vegetarier – sie holen sich, was sie brauchen.“ Im Falle der Äpfel war es wohl so: „Kommt der Biber nicht hinauf, holt er sie sich runter.“

Wolf geht davon aus, dass es bei dem Tier um einen Jungbiber vom Schliersee handeln könnte. Dort lebe ein Paar mit zwei Generationen an Jungtieren. Kommt die nächste Generation nach, werden die ältesten verjagt – sie müssen abwandern. „Sie ziehen umher, suchen Nahrung und einen Platz zum Leben“, sagt Wolf. Er geht deshalb davon aus, dass der Biber sich nicht dauerhaft an der Schlierach in Miesbach niederlassen werde. „Es dürfte ihm dort zu laut sein. Er will Ruhe und sucht stille Ecken.“ Als semiaquatisches Säugetier sind sein Lebensraum fließende und stehende Gewässer sowie deren Uferbereiche.

Als Vegetarier hat der Biber eine breite Nahrungspalette. An die 400 Pflanzen stehen Wolf laut auf seinem Speiseplan. Im Winter bevorzugt er Weiden. Generell ist ihm – wer mag’s ihm verdenken – Weichholz lieber als Hartholz.

Seit 2006 gibt es den Biber wieder im Landkreis Miesbach, berichtet Wolf. Dabei unterliegt Meister Bockert, wie er in der Fabel heißt, nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht und steht unter dem besonderen Schutz der sogenannten FFH-Richtlinie (Flora Fauna Habitat). In besonders problematischen Fällen darf er entnommen und an einen anderen Ort verbracht werden.

Für den jungen Biber in Miesbach rät Wolf, die Stämme mit Hasendraht zu umwickeln. Das schütze vor Verbiss. Auch wenn verführerische Äpfel an den Ästen hängen.

ddy

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