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Spannendes Ferienprogramm: Die Kinder im Miesbacher Hort Haus Wirbelwind basteln mit Leiterin Ute Braun (hinten) und Kinderpflegerin Verena Lutz (vorne) bunte Hula-Hoop-Reifen.

Lange Warteliste für Haus Wirbelwind

Ansturm auf Miesbacher Hort: Erweiterung für zweite Gruppe zieht sich hin

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Die Anmeldungen für den Miesbacher Kinderhort Wirbelwind würden locker für eine zweite Gruppe reichen. Was fehlt, sind die Räume. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Miesbach – 27 Kinder in der Gruppe, 19 auf der Warteliste: Der Ansturm auf das Haus Wirbelwind in Miesbach ist enorm. Was einerseits für die Beliebtheit des Horts spricht, bringt den Trägerverein andererseits in arge Raumnot. „Wir suchen seit Längerem intensiv nach einer Lösung“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende des Hortvereins Miesbach, Isabella Krobisch, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Aber leider sind wir zum Warten verurteilt.“

Das Problem ist das Schaffner-Benefiziatenhaus an der Kolpingstraße, in dessen Erdgeschoss der Kinderhort untergebracht ist. Das Gebäude, das zur Wende des 19. auf das 20. Jahrhundert erbaut wurde, gehört der Kirche. Die Einflussmöglichkeiten für Verein und Stadt sind daher begrenzt. Weil eine Erweiterung des Horts im Erdgeschoss nicht möglich ist, schielt der Verein seit geraumer Zeit auf die darüberliegende, gut 100 Quadratmeter große Wohnung. Als diese im Januar tatsächlich frei wurde, schickten Krobisch und ihre Mitstreiter im Vorstand sofort eine schriftliche Bewerbung an das Erzbischöfliche Ordinariat in München. Der Antwort entnahm Krobisch das Signal, dass eine Überlassung der Räume für den Hortverein denkbar sei. „Da haben wir Hoffnung geschöpft.“

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Mittlerweile hat sich die anfängliche Euphorie deutlich abgekühlt. Bei zwei Begehungen – einmal im März mit Vertretern der Stadt, einmal im April im Beisein von Fachleuten des Landratsamts und des Ordinariats – habe sich herauskristallisiert, dass sich der Hortverein auf eine längere Genehmigungsphase einstellen muss. Immerhin habe das Ordinariat am 25. April mitgeteilt, dass die Sache an das interne Bauresort weitergeleitet wurde.

Zwar war Krobisch schon vorher klar, dass beispielsweise die maroden Fensterstöcke im gesamten Haus ausgetauscht werden müssen. Für eine Erweiterung sei aber eine Vielzahl weiterer Maßnahmen notwendig. Der Brandschutz müsse genauso überprüft und gegebenenfalls verbessert werden wie auch die Stellplatzsituation oder die Aufteilung und Ausstattung der Räume der früheren Wohnung im Obergeschoss. „Für die Kinderbetreuung gelten viele besondere Vorschriften“, sagt Krobisch.

Die Eltern warten hingegen sehnsüchtig auf weitere Betreuungsplätze, berichtet Hortleiterin Ute Braun. Etliche Kinder seien seit Jahren angemeldet, würden aber keinen Platz bekommen. Den großen Andrang erklärt sich Braun vor allem mit der besonderen Atmosphäre im Haus Wirbelwind. „Wir sind wie eine große Familie“, schwärmt sie. Die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren würden nicht nur in den Genuss eines täglich frisch gekochten Mittagessens und einer Hausaufgabenbetreuung kommen, sondern dürften auch alleine und selbstständig draußen oder im „Disco-Keller“ spielen.

Umso bitterer ist es für Braun, dass der Hortverein derzeit keine weiteren Plätze anbieten kann. Als Übergangslösung habe man den Eltern die Mittagsbetreuung in der Grundschule angeboten. Die habe aber in den Ferien geschlossen, räumt Braun ein. Das Haus Wirbelwind hingegen sperre in den schulfreien Wochen sogar am Vormittag auf, um berufstätige Eltern zu entlasten.

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Bei einer Infoveranstaltung will der Hortverein alle Bewerber um einen Betreuungsplatz über das weitere Vorgehen informieren. Eine Prognose über den Zeithorizont einer Erweiterung traut sich Krobisch momentan nicht zu. „Eigentlich wollten wir das ja zum neuen Schuljahr schaffen“, sagt sie. „Aber das hat sich jetzt als utopisch herausgestellt.“ Langfristig träumt die stellvertretende Vorsitzende von einer anderen Lösung. Sollte es tatsächlich zu einem Kinderhaus im alten Kloster kommen, „würden wir uns dafür gerne ins Gespräch bringen“. Es wäre in jedem Fall ein schönes Geschenk zum 20-jährigen Hort-Bestehen.

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