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Ungenutzt, aber wertvoll: Die Tennisplätze hinter dem Sport- und Fitnesspark am Miesbacher Windfeld liegen brach. An ihrer Stelle würde das Hotel Bayerischer Hof gerne Mitarbeiterwohnungen und Apartments bauen. 

Bauausschuss beschließt Planänderung

Apartmenthaus: Bayerischer Hof plant Neubau für Angestellte

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Der Bayerische Hof in Miesbach plant einen Neubau. Allerdings nicht für weitere Hotelzimmer, sondern für Mitarbeiterwohnungen und Apartments. Auch andere Firmen sollen profitieren.

Miesbach – Nicht nur die Gäste eines Hotels kommen von weit her. Auch die meisten Angestellten haben ihre Heimat hinter sich gelassen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Anders als die Reisenden können sie es sich allerdings nicht in einem der Zimmer des Hauses gemütlich machen, sondern müssen sich auf dem örtlichen Wohnungsmarkt eine freie und obendrein bezahlbare Bleibe suchen. Keine leichte Aufgabe, schon gar nicht im Landkreis Miesbach. Immer mehr Hotels setzen deshalb auf Personalhäuser, um ihren neuen Mitarbeitern den Start in der Fremde zu erleichtern. Jetzt hat auch der Bayerische Hof in Miesbach, der kürzlich sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat, ein entsprechendes Projekt angestoßen.

Auf einem gut 4700 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Sport- und Fitnesspark am Windfeld plant das Hotel nicht nur ein Mitarbeiterhaus und zwei Betriebsleiterwohnungen, sondern auch Apartments. Letztere sollen monatsweise vermietet werden – zum Beispiel an Angestellte benachbarter Firmen im Gewerbegebiet. Aktuell befinden sich auf dem Gelände noch Tennisplätze und ein Beachsoccerplatz.

„Es handelt sich noch um ein grobes Konzept“, sagt Hotel-Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing auf Nachfrage unserer Zeitung. So stehe noch nicht mal fest, ob es auf zwei oder drei Baukörper hinauslaufe. Konkreter ist dafür die Zahl der Mitarbeiterapartments. Schulze-Clewing geht davon aus, dass mit zehn Wohneinheiten der Bedarf gedeckt ist. Diese seien in erster Linie für Azubis und ausgelernte Gesellen gedacht, die sich wegen ihres vergleichswiese niedrigen Gehalts noch keine andere Wohnung leisten können. Momentan hat das Hotel für seine Mitarbeiter ein paar Zimmer auf Gut Wallenburg angemietet.

Bei den Gäste-Apartments ist laut Schulze-Clewing derzeit eine Zahl zwischen 20 und 30 Wohneinheiten im Gespräch. Alle sollen mit einer Kitchenette, Fernseher und WLAN ausgestattet sein. Ein Teil davon in günstigerer Ausführung für Lehrlinge von Betrieben in der Umgebung, ein Teil als Business-Apartments zum Beispiel für neu angestellte Führungskräfte, die noch keine geeignete Wohnung finden konnten.

Obwohl die Pläne noch in einer frühen Phase stecken, hat sich der Miesbacher Bauausschuss bereits damit beschäftigt. Grund ist eine notwendige Bebauungsplanänderung, wie Bauamtsleiter Lutz Breitwieser erklärte. Weil das Grundstück im Gewerbegebiet liege, seien betriebsbezogene Wohnungen nur ausnahmsweise erlaubt. Da der Bayerische Hof aber ein Lärmschutzgutachten vorgelegt habe, könne man in diesem Fall eine generelle Zulässigkeit in den Plan eintragen. „Damit hat das Hotel Rechtssicherheit und ist nicht von behördlichen Entscheidungen abhängig“, erklärte Breitwieser. Keine Ausnahmen erfordere hingegen das Apartmenthaus. Hier könnten die Kriterien eines Beherbergungsbetriebs ohne Probleme nachgewiesen werden. „Da tut sich ein Hotel natürlich leicht“, sagte Breitwieser.

Im Ausschuss kam das Vorhaben gut an. „Hotelangestellte haben nur ein kleines Einkommen, die sind mit dem Wohnungsmarkt überfordert“, sagte Franz Mader (FWG). Bedenken, dass die Mitarbeiterapartments später in Eigentumswohnungen umgewandelt werden könnten, hatte Hedwig Schmid (SPD). Einem anderen Betrieb habe man deshalb ein solches Projekt verwehrt. „Wir können das sonst nicht kontrollieren“, meinte Schmid. Franz Mayer hielt dagegen: Das Hotel hätte auch einfach neue Zimmer beantragen können, um die dann an die Angestellten zu vermieten. „So wie jetzt beantragt ist es aber der legalere Weg“, lobte Mayer.

Gegen die Stimme von Schmid brachte das Gremium die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg. Mit der Empfehlung an das Hotel, die erforderlichen Stellplätze (je einer pro Apartment) in einer Tiefgarage unterzubringen. Dies, bestätigt Schulze-Clewing, sei ohnehin angedacht.

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