Zufrieden mit dem Baufortschritt: (v.l.) Julian Wilhelm (Planungsbüro Meixner), Sebastian Summerer (Ingenieurbüro EST), Vertrauensfrau Betty Mehrer, Martin Reents (Bauausschuss Kirchengemeinde), Pfarrer Erwin Sergel, Olaf Mann (Architekturbüro Wegmann) und Architekt Johannes Wegmann.
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Zufrieden mit dem Baufortschritt: (v.l.) Julian Wilhelm (Planungsbüro Meixner), Sebastian Summerer (Ingenieurbüro EST), Vertrauensfrau Betty Mehrer, Martin Reents (Bauausschuss Kirchengemeinde), Pfarrer Erwin Sergel, Olaf Mann (Architekturbüro Wegmann) und Architekt Johannes Wegmann.

Modernisierung und Erweiterung des Gemeindehauses

Apostelkirche Miesbach: Bauarbeiten auf Grundstück haben begonnen - Weiterer Schwerpunkt

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Der erste Bauabschnitt hat begonnen. Seit Kurzem rumpeln die Bagger auf dem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach. Ende 2021 soll alles fertig sein.

Miesbach – Die Konfirmation bildet den Rahmen. Kurz nach der wegen Corona auf den Herbst verschobenen Feier rückten Ende Oktober die Bagger auf dem Gelände der evangelischen Kirche in Miesbach an. Rechtzeitig vor der nächsten festlichen Segensspendung am 9. Mai 2021 soll der erste Bauabschnitt der Modernisierung und Erweiterung des Gemeindezentrums fertig sein, teilten Pfarrer Erwin Sergel und Architekt Johannes Wegmann bei einer Baustellenbesichtigung mit.

Abriss hat begonnen

In nur etwas mehr als zwei Wochen haben die Bagger ganze Arbeit geleistet. Das Pfarramt, das einst die Sakristei der Kirche mit dem Wohnhaus der Sergels verbunden hat, ist verschwunden. Wegmanns Vision der „freigestellten Kirche“, die letztlich auch den Denkmalschutz überzeugt hat, ist damit bereits Wirklichkeit geworden. Und das, ohne dass die anderen Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch wenn Sergel während des Abbruchs durchaus gute Nerven brauchte. Als durch die Erschütterungen im Pfarrhaus zwei Bilder von der Wand gefallen sind, sei er schon kurz besorgt gewesen, berichtet der Pfarrer schmunzelnd.

Mittlerweile schauen Sergel, Vertrauensfrau Betty Mehrer und Martin Reents als Leiter des Gemeindehausteams im kirchlichen Bauausschuss deutlich entspannter in die Baugrube, wo bereits das Betonieren der Bodenplatte vorbereitet wird. Der unterirdische Bunker für die Pelletsheizung ist bereits fertig. Die für den Klimaschutz engagierte Jugend habe sich für diese Heizmethode mit regenerativen Rohstoffen starkgemacht, berichtet Reents stolz.

„Integration und Inklusion“ als neuer Schwerpunkt

Überhaupt hat die Kirchengemeinde seit dem Erhalt des Leader-Förderbescheids in Höhe von 258 500 Euro in den vergangenen Monaten noch weiter an den Plänen für das multifunktionale Atrium zwischen Kirche und Gemeindesaal und den eingeschossigen Holzbau des neuen Pfarramts geschraubt. Wie Reents berichtet, hat sich dabei ein weiterer Schwerpunkt ergeben: Integration und Inklusion. Damit seien ganz bewusst auch Menschen gemeint, die sich beispielsweise durch altersbedingte Seh- oder Hörschwäche aus dem Gemeindeleben zurückziehen würden.

In Gesprächen mit zahlreichen Verbänden sowie der Stadt Miesbach und den Nachbargemeinden habe viele Ideen gesammelt, die man nun im Projekt berücksichtigen werde. So werden etwa Induktionsschleifen für Hörgeräte oder eine spezielle Beleuchtung in den neuen Räumen installiert. Insgesamt 250 000 Euro investiere man im Rahmen des neuen Schwerpunkts. Vielleicht könne sich daraus sogar ein weiteres Leader-Projekt ergeben, meint Reents.

Kirchengemeinde kann weitere Zuschüsse und Spenden gut gebrauchen

Zuschüsse kann die Kirchengemeinde jedenfalls gut gebrauchen, denn die Baukosten sind von geplanten 2,1 auf 2,5 Millionen Euro gestiegen. Auf der Habenseite stehen wie berichtet 750 000 Euro von der evangelischen Landeskirche, 850 000 Eigenmittel. Abzüglich der bereits durch das Fundraising eingegangenen Spenden und Zuschüssen in Höhe von 500 000 Euro (inklusive Leader) braucht man noch weitere 375 000 Euro. Weitere Spenden sind deshalb sehr willkommen.

Voraussichtlich Ende 2021 soll dann auch der zweite Bauabschnitt mit dem Abbruch der Sakristei und dem Neubau des Atriums abgeschlossen sein. Während die Parkplätze bisweilen nicht nutzbar sein werden, bleibt die Kirche jedoch durchgehend geöffnet, erklärt der Pfarrer. Dass das Gotteshaus auch die weiteren Bauarbeiten gut übersteht, bezweifelt mittlerweile niemand mehr.

sg

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