Steht in den Startlöchern: Angela Maier, Chefin der Miesbacher Bienenapotheke.
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Steht in den Startlöchern: Angela Maier, Chefin der Miesbacher Bienenapotheke.

Gratis-Schnell-Checks

Apotheken bereiten sich auf kostenlose Corona-Tests vor

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Landkreis – Die bayerischen Apotheken dürfen ab sofort kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Allerdings werden noch ein paar Tage vergehen, bis die Apotheken loslegen können.

„Ich muss mich noch über die genauen Abrechnungsmodalitäten informieren“, sagt Apothekerin Angela Maier von der Bienen-Apotheke in Miesbach. Zwar sei inzwischen klar, dass die Apotheken über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen können, nur habe sie noch keine Infos über die praktische Umsetzung.

Schon seit längerem führen Apotheken Schnelltests für Selbstzahler durch

Abgesehen davon ist Maier startklar – sie bietet schon seit längerem Corona-Schnelltests für Selbstzahler an und wird die kostenlosen Tests nach dem gleichen Prinzip abwickeln: in einem separaten Raum nach vorheriger Terminabsprache und in Schutzmontur. Derzeit führt Maier zehn bis 20 Tests wöchentlich durch. Je nachdem, wie hoch die Nachfrage ist, wird sie im Lauf der Zeit weitere geschulte Mitarbeiter für Tests einsetzen. Tests seien ausreichend auf dem Markt verfügbar.

Können die Apotheker kontrollieren, ob sich die Kunden wirklich nur einmal wöchentlich testen lassen, so wie vom Gesundheitsministerium vorgesehen? „Da müssen wir auf die Ehrlichkeit und Solidarität der Menschen vertrauen“, sagt Maier, die auch in München zwei Filialen führt. Daten dürfe sie nicht speichern. Sie melde dem Gesundheitsamt zwar einmal wöchentlich die Zahl der durchgeführten Tests sowie die Corona-Positiven, „aber die Daten der Negativen müssen wir sofort schreddern“. Die Apothekerin bereitet sich nicht nur auf die Schnelltests vor: „Unsere Kunden fragen häufig nach den Selbsttests für zu Hause.“ Da sich der Bedarf schwer einschätzen lasse, habe sie zunächst zurückhaltend bestellt: 300 Stück, die Lieferung erwartet Maier kommende Woche.

Denkbar sind Tests auch vor dem Kino-, Theater- oder Restaurantbesuch

Birgitta Seemüller, die Apotheken in Holzkirchen, Hausham und Schliersee leitet, will die kostenlosen Schnelltests so schnell wie möglich anbieten – vorerst aber nur in ihrer Filiale im Holzkirchner Atrium: „Da haben wir einen separaten Raum mit einem separaten Eingang.“

Einzelne Tests lassen sich Seemüller zufolge unkompliziert abwickeln. Sie vermutet aber, dass die Tests in den kommenden Wochen eine viel bedeutendere Rolle haben könnten: „Ich glaube, Jens Spahn will Tests für alle, so oft sie wollen.“ Denkbar sei etwa, dass vor dem Kino-, Theater- oder Restaurantbesuch ein Test vorgelegt werden müsse. Sie habe auch Anfragen von Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern, die regelmäßig ihre Belegschaft durchtesten lassen wollen. „Dafür muss man eine Strategie entwickeln und auf den Weg bringen. Das ist logistisch eine ganz andere Herausforderung.“

Keine Kontrolle über die Zahl der wöchentlichen Tests pro Kunde

Die Alpina-Apotheke in Dürnbach will ab Montag kostenlose Tests anbieten. „Wir sind gerade dabei, das auf die Beine zu stellen“, sagt Dominik Lallemand, der eine weitere Apotheke im Kreis Fürstenfeldbruck führt. Derzeit seien er und sein Team noch mit der Planung beschäftigt. „Es geht um die Terminvergabe und den Personaleinsatz.“ Lallemand meint, es kann nicht Aufgabe der Apotheken sein, darüber zu wachen, dass jeder tatsächlich nur einmal wöchentlich einen Test beansprucht. „Dafür bräuchte man ein einheitliches System, und das gibt es nicht.“

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