INTERVIEW

Start des digitalen Impfausweises: Apotheker mit „großem Bammel“ - das müssen Geimpfte nun beachten

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Auch im Landkreis Miesbach ist nun der digitale Impfnachweis erhältlich. Bislang gibt es ihn nur in Apotheken. Der Start lief reibungslos - trotz Bedenken der Apotheker.

Miesbach - Seit gestern (14 Juni.) ist auch im Landkreis Miesbach der digitale Impfnachweis erhältlich. Während der Start bei den Hausärzten bislang noch offen ist – die Rede ist derzeit von Juli –, stellen die Apotheken nun Nachweise über erfolgte Impfungen aus. Ob das System reibungslos läuft oder ob es auch hier Startschwierigkeiten gab, haben wir uns von Fritz Grasberger, Inhaber der Alten Stadt-Apotheke in Miesbach und Vorstandsmitglied beim Bayerischen Apothekerverband, erklären lassen.

Herr Grasberger, wie lief der Start mit dem neuen System? Hat alles geklappt?

Wir hatten viele Anfragen und einen großen Andrang, aber wir ja sind mittlerweile kampferprobt. Nach dem Start brach gleich der Server zusammen, und für eine Stunde ging nichts mehr. Dann aber war der Server ordnungsgemäß in Betrieb, und das Ausstellen des digitalen Impfnachweises lief reibungslos.

Miesbach: Digitaler Impfnachweis aus der Apotheke - Start „lief reibungslos“

Wie funktioniert der gesamte Vorgang?

Es ist ganz einfach. Man kommt mit seinem Personalausweis und seinem gelben Impfpass in die Apotheke. Dort werden die Daten abgeglichen und in den Computer eingegeben. Die Daten gehen dann an einen Server des Robert-Koch-Instituts, das dann für jede Corona-Impfung einen QR-Code zurückschickt. Denn kann man mit der Corona-Warn-App und Cov-Pass-App ins Handy einlesen oder als Ausdruck in Papierform mit sich führen.

Übrigens: Alle Infos rund um den Start des digitalen Impfausweises in Bayern finden Sie hier.

Wie lang dauert dieser ganze Vorgang?

Ich würde sagen, man braucht etwa zwei bis drei Minuten. Es geht wirklich schnell. Deshalb verzichten wir auf Termine und Anmeldungen. Das ist sofort zu erledigen – vorausgesetzt, die Server laufen.

Apotheker Fritz Grasberger aus Miesbach.

Digitaler Impfausweis: Start in den Apotheken - „hatten großen Bammel“

Hand aufs Herz: Hatten Sie Bammel vor dem Start?

Ja, sogar großen. Wir hatten dieses System zuvor noch nie zu Gesicht bekommen. Es gab also keine Möglichkeit, sich vorzubereiten oder zu üben. Erst als es um 7.30 Uhr eingeschaltet wurde. Wir waren aber schon um 7 Uhr bereit. Und dann gleich der Absturz. Aber ein Kunde aus der IT-Branche hat uns gewarnt: So ein System soll technisch sehr schwer zu planen sein.

Was muss man bei der Ausstellung des digitalen Impfausweises beachten?

Man muss den gelben Impfausweis und den Personalausweis mitbringen – das war’s.

Gibt es eine Übersicht, welche Apotheken – nicht nur im Landkreis – den digitalen Nachweis ausstellen?

Ja, auf www.mein-apotheken manager.de bekommt man eine gute Übersicht. Es machen eh sehr viele mit. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft im Apothekerverband, und da haben wir hier im Landkreis eine Abdeckung von über 90 Prozent.

Was ist, wenn man kein Smartphone hat?

Dann hilft der Ausdruck mit dem QR-Code, der ja auch gescannt werden kann.

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Rubriklistenbild: © Andreas Leder

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