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Bei einer Pressekonferenz wurden die Entwürfe vorgestellt.

So sieht das Modell aus

Sieger steht fest: Neues Landratsamt wird ein Z wie Zorro

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Das Siegermodell für den Neubau des Landratsamts kommt vom Münchner Architekturbüro karlundp. Der Entwurf überzeugte das Preisgericht durch seine klare städtebauliche Konfiguration.

Miesbach - 25 Planer hatten im Rahmen des Architektenwettbewerbs für den Neubau des Landratsamts ihre Entwürfe eingereicht. Letztlich überzeugten die Jury aus sieben Fach- und sechs Sachpreisrichtern nur zwei Ideen: die des Münchner Architekten Ludwig Karl und seines Teams (1. Preis; 100.000 Euro Preisgeld) und die des Stuttgarter Architekturbüros Wittfoht (2. Preis; 60.000 Euro). Einen dritten Preis gibt es nicht – der Abstand sei zu groß gewesen, sagte Wettbewerbssteuerer Jakob Oberpriller. Man habe aber vier gleichberechtigte Anerkennungspreise vergeben, die mit jeweils 10.000 Euro dotiert sind.

Siegerentwurf berücksichtigt alle wesentlichen Anforderungen

Siegerentwurf: (v.r.) Landrat Wolfgang Rzehak mit den Planern Luis Gutiérrez Sagüillo und Ludwig Karl.

Karl, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Luis Gutiérrez Sagüillo nach Miesbach gekommen war, stellte in einer Pressekonferenz den Entwurf seines Büros vor, einen z-förmig angeordneten Baukörper, der zur Wohnbebauung hin nicht mehr vier-, sondern nur noch dreigeschossig in die Höhe ragt. Der Zugang erfolgt über ein mittig gelegenes Foyer, das an einen großzügigen Platz mit dem Charakter eines Gartenhofs grenzt. Mittelpunkt dort ist die alte Rotbuche, die ebenso wie nahezu alle anderen Bäume erhalten bleibt.

Der Entwurf, so die Jury, habe alle wesentlichen Anforderungen berücksichtigt, nämlich die Funktionalität, die innere und äußere Erschließung, die Wirtschaftlichkeit, die Flexibilität bei der Raumplanung und nicht zuletzt das städtebauliche Umfeld. Als „großen Wurf“ bezeichnete Kreisbaumeister Werner Pawlovsky die Gebäudeform. Der Preisträger habe sich über die Grenzen der Riezlerstraße hinweggesetzt und neuen Freiraum geschaffen. Der Gartenhof fungiere, erläuterte Architekt Karl, als „Zentrum, das alles zusammenhält“ – auch das bestehende Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Münchner Straße.

Ersatzbau soll 2022 bezugsfertig sein

Zweiter Preis: (v.l.) Kreisbaumeister Werner Pawlovsky, Kreiskämmerer Gerhard de Biasio, Architektin Petra Stojanik (Büro Wittfoht, Stuttgart), Wettbewerbssteuerer Jakob Oberpriller und Architekt Wu Xi.

Bis der Ersatzbau 2022 – so der Plan – bezugsfertig ist, gilt es noch etliche Hürden zu nehmen. So ist bislang noch gar nicht ausgemacht, dass der Siegerentwurf zum Tragen kommt. Auch das Stuttgarter Architekturbüro Wittfoht hat mit seiner C-förmigen Anlage mit Innenhof noch Chancen. Was die Jury hier störte: Der Bau ist durchgehend viergeschossig, auch zur Wohnbebauung hin.

Da das Vorhaben der Vergabeverordnung unterliegt, findet nun zunächst ein Verhandlungsgespräch mit den beiden Preisträgern statt. Unter anderem gilt es dabei zu klären, wie sie sich die Umsetzung genau vorstellen und ob das Vorhaben im vorgegebenen finanziellen Rahmen bleibt. Insgesamt 30 Millionen Euro hat der Landkreis für den Neubau des Verwaltungsgebäudes (17,5 Millionen), die Tiefgarage (7 Millionen) und die 26 Mietwohnungen (5,5 Millionen) auf dem benachbarten Grundstück veranschlagt. „Der Entwurf ist umsetzbar und machbar“, sagte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio. „Wir gehen davon aus, dass das Budget ausreicht.“ Etwaige Mehrkosten seien bereits berücksichtigt. In den vergangenen zwei Jahren, räumte de Biasio auf Nachfrage ein, habe man bei Bauvorhaben teils erhebliche Preissteigerungen zu verkraften gehabt.

Möglicherweise nur ein Bauabschnitt

Kostensparend könnte sich eine Verkürzung der Bauzeit auswirken. Bislang war geplant, zunächst den Verwaltungsbau und anschließend Tiefgarage und Wohnungen zu errichten. Nun sei in der Diskussion, beides auf ein Mal anzupacken. Einen entsprechenden Vorschlag werde die Verwaltung am 18. Juli dem Kreisausschuss unterbreiten. Die politischen Gremien müssen auch entscheiden, ob der Landkreis für den Bau der Sozialwohnungen einen zinsgünstigen Kredit aufnimmt oder das Vorhaben aus Eigenmitteln stemmt. Fest steht schon jetzt: Für den Bau gibt es Fördergelder in Höhe von 2,2 Millionen Euro.

Der Landrat zeigte sich nach der Präsentation der Siegerentwürfe zufrieden. Für ein derartiges Vorhaben würde er sofort wieder einen Architektenwettbewerb ausloben. „Im Normalfall hätten wir eine gute Lösung bekommen“, sagte Wolfgang Rzehak. „Jetzt haben wir eine sehr gute Lösung.“

Entwürfe bis Sonntag zu sehen

Die Entwürfe der 25 Planungsbüros können noch bis Sonntag, 8. Juli, im Sitzungssaal des Landkreises (Wendelsteinstraße 1, Untergeschoss) in Miesbach besichtigt werden. Geöffnet ist am Freitag von 9 bis 18 Urh, am Samstag von 9 bis 15.30 Uhr und am Sonntag von 9 bis 13 Uhr.

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