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Ist der Waitzinger Park in Gefahr? In Miesbach wurden weitere vom Asiatischen Laubholzbockkäfer befallene Bäume gefunden. Spezialisten überprüfen deswegen den Bestand. Auch hier am Waitzinger Park waren sie – zunächst ohne Ergebnis.

Waitzinger Park in Gefahr?

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Miesbach: Mehr befallene Bäume gefunden

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Miesbach: Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist kein Einzelfall mehr. Er hat weitere Bäume durchlöchert. Die Stadt bittet die Bürger um Hilfe.

Miesbach – Ein Mann mit Schutzhelm steht im Waitzinger Park in Miesbach und wirft ein Seil in den Wipfel einer Kastanie. Er prüft den Halt, zieht sich nach oben und tastet über den Stamm. Zwei Kollegen tun es ihm gleich. Als sie fertig sind, seilen sie sich ab und gehen zum nächsten Baum.

Der ALB-erfahrene Umweltreferent Feldkirchens erklärt: So lief der ALB-Befall bei Ihnen ab 

Die drei professionellen Baumkletterer sind Mitarbeiter einer Firma aus Rosenheim, die sich auf die Suche nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) spezialisiert hat. Das Besondere an ihnen: Sie gehören nicht zu den Suchteams der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die derzeit am Finanzamt und überall in der Stadt nach befallenen Bäumen suchen. Die Stadt habe sie selbst engagiert – weil sie möglichst schnell Klarheit über die Fläche haben wolle, auf der bald das Waldfest stattfinden soll, berichtet Michael Lechner, Miesbachs Umweltreferent und Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen. Es sei das einzige Team der Stadt, dass nach dem ALB sucht. Alle anderen gehören zur LfL.

Mehr zum ALB: Miesbach: Gefährlicher Schädling bedroht Bäume - Das passiert jetzt

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Miesbach: Mehr befallene Bäume gefunden

Konkrete Ergebnisse hat diese Suche noch nicht gebracht. Das liegt auch daran, dass die Behörden keine Panik verbreiten wollen, sagt Gerhard Führer, Geschäftsleiter im Miesbacher Rathaus und Leiter des Sonderstabs im Rathaus. Die LfL überprüfe eventuelle Funde im Labor, bevor sie diese bekannt gebe. Das dauere zwar länger, sei aber besser, als die Situation durch falsche Meldungen zu komplizieren.

Klar ist immerhin: Der ALB hat auch einige Bäume in unmittelbarer Nähe des Ahorns vor dem Finanzamt durchbohrt, dessen Befall bereits gestern bekannt wurde. Der infizierte Baum ist also nicht länger ein Einzelfall. Er hat sich zumindest örtlich verbreitet. Wie weit, ist aber nach wie vor unklar.

Wie wichtig diese Frage ist, verrät ein Blick auf die Karte. Um den Befall müssen im Umkreis von 100 Metern alle 16 bekannten Wirtsbaumarten gefällt, vor Ort zerhäckselt und verbrannt werden. Diese Zone endet derzeit vor dem Waitzinger Park. Bereits einige gefundene Käfer in dessen Richtung könnten aber dazu führen, dass auch rund um das Kriegerdenkmal alle Laubbäume gefällt werden müssen.

Mehr Informationen könnte es heute, Freitag, geben. Am Vormittag besprechen Vertreter von Stadt, LfL und Landkreis sowie die Vivo als Entsorgungsexperten im Landratsamt die Lage und das weitere Vorgehen. Ob dabei auch bekannt wird, wo sich der ALB verbreitet hat und wo nicht, ist ungewiss. Führer betont: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Das Rathaus wisse erst seit Montag vom Fund des Käfers. Noch sammle Führer Fakten und Daten. Diese will er auf einer Info-Veranstaltung in der Woche ab 19. August an die Bevölkerung weitergeben.

Die erste Meldung zum ALB: Gefürchteter Schädling erreicht den Landkreis Miesbach

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Miesbach: Dringender Appell - Kein Holztransport

Bis dahin bittet die Stadt weiter um die Unterstützung der Bevölkerung: „Wir bitten Sie eindringlich, jeglichen Abtransport von Holz- und Gartenabfällen zu unterlassen“, schreibt Zweiter Bürgermeister Paul Fertl in einer Pressemitteilung. Diese sollten vorerst auf den Grundstücken verbleiben, um eine weitere Verbreitung des Käfers zu verhindern. Die LfL werde schnellstmöglich eine Allgemeinverfügung erlassen, die erklärt, wie mit Gartenabfällen umzugehen sei.

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