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Wird wohl wie geplant fertig: die Baustelle an der Münchner Straße in Miesbach.

Stadt Miesbach muss erste Maßnahme verschieben

Asphalt-Engpass wegen Explosion von Bayernoil: Steht der Straßenbau im Landkreis auf der Kippe?

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Die Explosion in der Raffinerie in Vohburg erschüttert die Straßenbaubranche im ganzen Land. Die ersten Auswirkungen des Asphalt-Engpasses sind auch im Landkreis Miesbach zu spüren.

LandkreisDie Explosion in der Raffinerie der Bayernoil in Vohburg erschüttert die Straßenbaubranche im ganzen Land. Weil die Bitumenproduktion seit dem Zwischenfall vor gut einem Monat ruht, wird der Asphalt knapp (wir berichteten im überregionalen Teil). Die ersten Auswirkungen sind nun auch im Landkreis Miesbach zu spüren.

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Die Stadt Miesbach musste bereits reagieren, gibt Tiefbautechniker Jürgen Brückner bekannt. Der Einbau der Deckschicht am Carl-Feichtner-Ring im Gewerbegebiet Nord fällt für heuer flach. Eigentlich hätte die Fahrbahn Mitte Oktober asphaltiert werden sollen. „Die beauftragte Firma konnte uns aber nicht garantieren, dass die Maßnahme 2018 noch ausgeführt wird.“ Deshalb habe man sie nun aufs kommende Frühjahr verschoben. Brückner fürchtet, dass durch den Lieferengpass in der Hochsaison im Straßenbau auch die Preise steigen könnten.

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Der Tiefbautechniker geht davon aus, dass auch andere Städte und Gemeinden Baumaßnahmen vertagen müssen. Autobahnen und Bundesstraßen würden seines Wissens Priorität genießen und deshalb bevorzugt mit Asphalt versorgt werden. Tatsächlich hat die Autobahndirektion Südbayern unserer Zeitung bereits bestätigt, dass bislang alles nach Plan läuft. Vom Staatlichen Bauamt Rosenheim war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Kleinere Sofortmaßnahmen, wie etwa das Verfüllen von Schlaglöchern, könnten aber bis auf Weiteres durchgeführt werden, sagt Michael Hammer von der Straßenmeisterei Hausham. Hier werde Kaltmischgut verarbeitet, das kübelweise angeliefert wird. „Da haben wir noch einiges im Lager“, sagt Hammer. Auch bei den Kreisstraßen ist die Lage noch entspannt, teilt Landratsamtssprecher Birger Nemitz mit. Alle Aufträge seien vergeben, und bis dato habe man noch keine negativen Aussagen vernommen.

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Deutlich größer ist die Verunsicherung bei manchen Firmen. „Momentan ist vieles in der Schwebe“, sagt Christian Kerndl, Geschäftsführer des gleichnamigen Tiefbauunternehmens aus Gmund. Immer wieder würden besorgte Ingenieure oder Bürgermeister bei ihm anrufen. Doch Kerndl hängt am Tropf der Asphaltierer. Diese hätten den Engpass zwar mündlich angekündigt, schriftliche Stornierungen würden aber bislang nicht vorliegen. Somit geht Kerndl davon aus, dass er seine Baustellen – darunter die Münchner Straße in Miesbach – wie geplant fertigstellen kann. „Alles andere liegt nicht in unserer Macht.“ Optimistischer ist man beim Fischbachauer Tiefbauunternehmen Isenmann. „Unser langjähriger Lieferant hat uns zugesichert, dass er uns auf jeden Fall bis Weihnachten versorgen kann“, sagt Chef Heinrich Isenmann.

Eine echte Alternative gibt es ohnehin nicht, stellt Kerndl klar. Sollte tatsächlich der Asphalt ausgehen, müsste man die Straßen mit Kies zumachen. Oder übergangsweise eine Betonschicht einbauen. Eigentlich keine ernst zu nehmende Lösung, sagt der Fachmann. „Das wäre ein finanzielles Desaster.“ Zumal noch völlig ungeklärt sei, wer für eventuelle Mehrkosten aufkommen müsste.

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