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Hier im ehemaligen Gesundheitsamt wohnen Asylbewerber.

Nach Aus für Traglufthallen

Asylbewerber im Schlierach- und Leitzachtal: Das ist die Lage

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Mit der Auflösung der Traglufthallen kommen weitere Asylbewerber ins Schlierach-/Leitzachtal. So sieht es derzeit mit den Unterbringungsmöglichkeiten in den Gemeinden aus.

Schlierach-/Leitzachtal – Eine Massenunterkunft für Asylbewerber blieb den Gemeinden im Schlierach-/Leitzachtal bislang erspart. Und auch die Erstaufnahmeeinrichtung für 400 Personen in der Miesbacher Berufsschulturnhalle wurde bereits im Juli 2016 aufgelöst. Weil das Landratsamt nun aber die Traglufthallen in Rottach-Egern und Holzkirchen abbauen lässt, werden weitere Wohnungen gebraucht.

Miesbach

In der Kreisstadt ist die Lage derzeit noch unter Kontrolle. Alle 129 Flüchtlinge – darunter 46 Anerkannte – haben einen Platz in der Gemeinschaftsunterkunft am Dirnberger Weg, in den Containern auf dem Volksfestplatz oder in Privatwohnungen bekommen. Vier weitere Wohnungen werden im ehemaligen Wieser Gemeindehaus entstehen. Am Gschwendt will die Regierung von Oberbayern sogar 22 neue Wohneinheiten für bis zu 88 Personen schaffen. 15 davon sind für anerkannte Asylbewerber vorgesehen.

Fischbachau

Bereits vorgesorgt hat die Gemeinde Fischbachau. Am vergangenen Mittwoch sind sechs Asylbewerber aus der Traglufthalle in Rottach-Egern in den Ort gezogen. Zusammen mit 31 anderen wohnen sie im Gasthof Breitenstein und in einer Wohnung in der Pizzeria Al Caminetto. Zwei anerkannte Asylbewerber und ihre insgesamt elf Familienmitglieder hat die Gemeinde in zwei Häusern der ehemaligen Caritas-Ferienstätte in Hundham untergebracht. „Und wir haben dezentral noch weitere Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister Josef Lechner.

Schliersee

Darauf setzt man auch in Schliersee. Bislang sind laut Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer alle anerkannten Asylbewerber privat untergekommen. Um eine mögliche Wohnungsnot überbrücken zu können, lässt die Gemeinde aktuell die Obdachlosenunterkunft an der Breitenbachstraße sanieren. Derzeit sind laut Schnitzenbaumer 24 Personen in zwei Privathäusern und der Sammelunterkunft der Arbeiterwohlfahrt beheimatet.

Lesen Sie auch: Räumung der Rottacher Traglufthalle - so geht es den Flüchtlingen

Hausham

Deutlich mehr Flüchtlinge hat die Gemeinde Hausham aufgenommen. Aktuell leben laut Bürgermeister Jens Zangenfeind 100 Asylbewerber im Ort, wobei 23 bereits ein Bleiberecht haben. Bislang hätten alle eine Wohnung gefunden, sagt Zangenfeind. „Unsere ehrenamtlichen Helfer sind unermüdlich von Tür zu Tür gegangen.“ Auch die Wohnen, Bauen, Grund (WBG) sei dabei eine große Hilfe gewesen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass auch die Neuankömmlinge ein Zuhause finden werden.

Bayrischzell

Von einem „leer gefegten Wohnungsmarkt“ berichtet Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer. Dafür gibt es in einem vom Landratsamt angemieteten Privathaus noch Kapazitäten. Dieses ist für 22 Personen ausgelegt, wird derzeit aber nur von 17 bewohnt. Neun von ihnen sind bereits anerkannt. „So lange im Haus Platz ist, dürfen die da schon drin bleiben“, sagt Kittenrainer.

Irschenberg

Nichts geworden ist aus den Plänen der Gemeinde Irschenberg, neben dem Caritas Kinderdorf eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu bauen. „Die Regierung von Oberbayern hat uns keinen Vertrag zugeschickt“, erklärt Bürgermeister Hans Schönauer. Folglich werde es auch bei den 25 bis 30 jungen Asylbewerbern im Kinderdorf bleiben, meint Schönauer: „Wir haben keine weiteren mehr bekommen.“

nip/sg

Lesen Sie auch: Das ist die Lage im Tegernseer Tal, und: So geht‘s den Gemeinden in der Region Holzkirchen.

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