Hoffnung für sozial schwache Familien: Das Staatliche Bauamt will gegenüber des Friedhofs sechs Wohnhäuser für anerkannte Asylbewerbern bauen. Ein Teil soll Miesbacher Familien vorbehalten bleiben. foto: Thomas Plettenberg

Auch für einkommenschwache Familien

Asylhäuser am Friedhof: Regierung hält an Plänen fest

Miesbach – Die Pläne, gegenüber vom Friedhof Wohnhäuser für Asylberechtigte zu bauen, haben in der Siedlung für Unruhe gesorgt. Die Behörde hält an ihren Bauplänen fest.

Flüchtlinge brauchen Wohnraum – nicht nur während der Prüfung ihrer Asylanträge, sondern auch danach, wenn ihr Status anerkannt ist. Doch diese anerkannten Asylberechtigten tun sich auf dem Wohnungsmarkt schwer, eine geeignete Wohnung zu finden. Kein Wunder, haben doch schon Einheimische Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Aus diesem Grund hat der Freistaat den „Wohnungspakt Bayern“ gestartet. Das Sofortprogramm sieht den kurzfristigen Bau von Wohnungen vor, vornehmlich auf staatseigenen Grundstücken. In Miesbach wird das Areal Am Gschwendt gegenüber des Friedhofs bebaut. Sechs Wohnhäuser à vier Wohneinheiten für bis zu vier Personen sollen dort errichtet werden. Was neu ist und erst jetzt seitens des Staatlichen Bauamts bekannt gegeben wurde: Auch einheimische Bedürftige sollen dort wohnen dürfen.

Wie Behördenleiter Eugen Bauer in einer Pressemitteilung erklärt, können bis zu 30 Prozent der geschaffenen Wohnungen mit sozial schwachen Einheimischen belegt werden. „Das führt zu einer gemischten Belegung der Wohnanlage.“ Und es motiviert Kommunen, die staatlichen Baupläne zu unterstützen.

Mit dem Sofortprogramm soll die Zeit überbrückt werden, bis andere Programme im Wohnungsbau – als Beispiele nennt er die Säulen zwei und drei des Wohnungspakts – greifen und anerkannte Flüchtlinge im geförderten Wohnungsbau oder auf dem freien Markt Wohnungen finden.

Laut Bauer stehen dabei zwei Ziele im Vordergrund: Es soll schnell und kostengünstig gebaut werden. „Die Wohnungen entsprechen einem einfachen Standard. Das bedeutet, dass die Wohnflächen mit zum Beispiel 45 Quadratmetern für eine maximal drei- bis vierköpfige Familie knapp bemessen sind.“ Zwar werde auf eine Unterkellerung verzichtet, das bedeute jedoch nicht, dass in minderer Qualität gebaut wird. „Angesichts des gewaltigen Bedarfs müssen die Wohnungen schnell zur Verfügung stehen“, sagt Bauer. „Deshalb werden unsere Bauten vorwiegend in Modul- oder Systembauweise mit auf bis zu zehn Jahre befristeter Standzeit errichtet.“

Während Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) zuletzt im Stadtrat festgestellt hatte, dass noch nicht sicher sei, ob das Staatliche Bauamt überhaupt Am Gschwendt baue, bekräftigte Bauer auf Nachfrage unserer Zeitung die Bauabsicht. „Der derzeitige Planungsstand ist aber noch nicht ausreichend konkretisiert und auch noch nicht endgültig mit den zuständigen Stellen der Stadt Miesbach abgestimmt.“ Erst wenn dies erfolgt sei, werde das Staatliche Bauamt das gemeindliche Einvernehmen beantragen.

Geplant sei eine Bebauung von sechs Häusern auf einer Teilfläche des relativ großen Areals. Pro Haus seien maximal vier Wohnungen möglich. Zusätzlich sollen Räume für die Hausverwaltung und für die Migrationsberatung sowie für die soziale Betreuer der Bewohner geschaffen werden. Belegungssteuerung und Verwaltung übernehme die Regierung von Oberbayern, sagt Bauer. „Die Stadt Miesbach kann über ihr Teilbelegungsrecht an der Belegungssteuerung mitwirken.“

Wie die Pläne aussehen, soll erst öffentlich gemacht werden, wenn alles feststeht. Laut Bauer soll Beteiligung und Information der Bürger erfolgen, wenn auch der Antrag auf gemeindliches Einvernehmen läuft.

ddy

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