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Kein Wasserfall ist ihm zu hoch: Pirmin Dlugosch aus Schliersee stürzt sich im Kajak den Little White Salmon River im US-Bundesstaat Washington hinunter.

Outdoor-Filmnacht

Auf Europa-Reise mit dem Kajak

Pirmin Dlugosch hat sich auf ein Abenteuer quer durch Europa begeben. Elf Länder, drei Monate, 18.000 Kilometer mit dem Auto. Jetzt präsentiert er darüber einen Film in Miesbach.

Miesbach Pirmin Dlugosch ist 25 Jahre alt und auf jeden Fall eins: abenteuerlustig. Ab Anfang März ist der Schlierseer mit seinem Kajak drei Monate quer durch ganz Europa gereist. Einen Film über seine Reise zeigt er bei der Veranstaltung „Wohnzimmerkonzerte goes Outdoor-Filmnacht“ im Kulturhaus zur goldenen Parkbank in Miesbach. Auch Robert Eixenberger, der von Schliersee nach Australien geradelt ist , steuert einen Streifen bei. Diese Bilder hat er von seiner Reise mitgebracht und so hat er sich geäußert

Pirmin Dlugosch

„Mein Traum war es, die Bäche bei uns zu befahren, ohne dafür fliegen zu müssen“, sagt Dlugosch. Geflogen ist er schon genug. In Chile, USA, Mexico und Argentinien war er mit seinem Kajak unterwegs. Jetzt reiste er mit einem alten VW Passat. 18 000 Kilometer mehr hat dieser nun auf seinem Buckel. Mit dabei hatte Dlugosch auch einen Freund. Daniel Egger aus Schladming in Österreich hat ihn die drei Monate begleitet. „Gereist sind wir zwar nur zu zweit, aber Kajak gefahren immer mit mehreren“, erzählt der 25-Jährige mit dem blonden Lockenkopf. Die Kajak Community sei sehr klein. „Da kennt jeder jeden.“

Begonnen haben die beiden ihr Abenteuer in Österreich. Von dort aus ging es weiter nach Korsika, in die Schweiz und nach Italien. Nach einem Zwischenstopp in Slowenien, laut Dlugosch ein echter Klassiker zum Kajakfahren, bereisten die beiden Abenteuerlustigen die Pyrenäen. Über Belgien, Dänemark und Schweden ging es dann bis Norwegen. „Das ist das beste Land zum Kajakfahren“, sagt der Schlierseer.

Eine Herzensangelegenheit war die Reise dem Zimmerer, der Holzbau studiert hat. „Im letzten Jahr war ich achtmal im Krankenhaus“, erzählt er. „Ich bin mehr auf Krücken gelaufen als normal.“ Wirbel, Handgelenk und Knie waren gebrochen. Und das meiste ist nicht mal mit dem Kajak passiert. Nach dieser Odyssee wollte er endlich wieder die Flüsse mit seinem schmalen Sportboot unsicher machen.

Überrascht war Dlugosch vor allem, wie toll Europa ist. „Früher dachte ich immer, je weiter weg man fliegt, desto schöner ist es“, sagt er. „Jetzt weiß ich, dass man eigentlich gar nicht wegfliegen muss.“ Aber auch ohne Flug muss so eine Reise finanziert werden. Da kann sich der Kajakfahrer auf seine Sponsoren verlassen. Zudem habe er einiges angespart und sei so ganz gut um die Runden gekommen. Zumal sich die beiden Kajakfahrer einiges an Geld gespart haben, indem sie unter freiem Himmel geschlafen haben. „Isomatte und Schlafsack haben da völlig ausgereicht“, meint der Zimmerer.

Zu dem Sport gekommen ist er vor rund zehn Jahren im Sommertraining, als er noch als alpiner Skiläufer aktiv war. Dabei haben ihn auch seine Eltern unterstützt. Dlugosch: „Die sind immer lässig damit umgegangen, dass ich das mache. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Tamara Scheid

Die Vorführung

In der Reihe „Wohnzimmerkonzerte“ gibt es im Kulturhaus zur Goldenen Parkbank an diesem Sonntag zwei Outdoorfilme. Ab 20 Uhr präsentiert Pirmin Dlugosch mit „Just our Backyard“ seine Kajaktour durch Europa. Zudem führt Robert Eixenberger seinen Film „Worldomania“ vor. Der Schlierseer ist mit seinem Rad bis nach Australien gereist (wir berichteten). Der Eintritt für den Filmeabend kostet drei Euro.

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