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Gut lachen haben Frauen, die mittwochs wie hier am Spitzing auf die Piste gehen. Sie bekommen ihren Skipass vergünstigt. Diese Ladies Days sind populär – nur eben nicht bei allen Männern, die sich ausgebremst fühlen.

Spezielle Angebote für Ski fahrende Frauen

Auf der Piste heißt es: Ladies first

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Im Interview erklärt Alpen-Plus-Geschäftsführer Peter Lorenz, warum es auf Skipisten vereinzelt Vergünstigungen für Damen gibt.

Landkreis – Ladies haben’s besser – zumindest, wenn es ums Skifahren geht. Diverse Skigebiete umgarnen ihre weibliche Kundschaft mit Vergünstigungen, um sie auf ihre Pisten zu locken. In den Alpenplus-Skigebieten Spitzingsee-Tegernsee und Sudelfeld fährt die Damenwelt mittwochs etwa zum Kinderpreis. Die Männer hingegen schauen in die Röhre und werden ausgebremst. Bei unseren österreichischen Nachbarn wurden solche Angebote aus Gründen der Gleichberechtigung bereits teilweise abgeschafft. Im Gespräch erklärt Alpen-Plus-Geschäftsführer Peter Lorenz, warum er Frauen weiterhin umwerben will und warum meckernde Männer an der Kasse auf Granit beißen.

Herr Lorenz, sind Sie so ein Gentleman, dass Sie weiblichen Wintersportlern Nachlass gewähren?

Lorenz: (lacht) Ich weiß es nicht. Das kann ich selbst nicht so einschätzen. Auf jeden Fall ist das bei uns schon richtig Kult. Wir haben die Aktion ja vor bestimmt sieben oder acht Jahren eingeführt, weil gerade Frauen unter der Woche viel Zeit haben. Und die nehmen das sehr gut an. Das haben wir zum Beispiel erst vorgestern wieder gesehen. Da waren sehr viele Damen auf den Pisten unterwegs. Für uns ist das natürlich auch immer ein guter Tag. Und die Männer werden dadurch schließlich ebenso angelockt.

Alpen-Plus-Geschäftsführer Peter Lorenz steht hinter den Aktionsangeboten.

Spiegelt sich das in den Umsätzen wieder?

Lorenz: Wenn man die Umsätze direkt vergleicht, dann eigentlich nicht. Obwohl die Frauen an den Ladies Days weniger zahlen, läuft das Geschäft nicht unbedingt schlechter. Das zeigt, dass das Angebot ankommt.

Müsste es in Zeiten der Gleichberechtigung nicht konsequenterweise auch einen Men’s Day geben?

Lorenz: Ich finde nicht. Wir haben uns schon damals gedacht, dass man mit solchen Ladies Days mal bei den Frauen punkten könnte. Die sind ja in so vielen anderen Bereichen noch nicht gleichberechtigt. Wir wollten ihnen sozusagen mal etwas zurückgeben.

In manchen österreichischen Skigebieten wurden die Ladies Days wieder abgeschafft. Werden Sie daran festhalten?

Lorenz: Ich denke schon. Wir haben zwar die Preise für die nächste Saison noch nicht festgelegt, das Angebot dürfte aber bestehen bleiben.

Haben Sie oft mit wütenden Männer zu tun, die sich benachteiligt fühlen?

Lorenz: Ja, wir hören schon immer wieder mal Kommentare von Männern, die sauer sind. Das Gute ist aber, dass wir viele Frauen an den Kassen sitzen haben. Die wissen sehr gut, wie sie mit denen umgehen müssen.

Haben Sie Angst vor Schadenersatzklagen?

Lorenz: Sollte es welche geben, müssten wir die Vergünstigungen wohl streichen. Meine persönliche Meinung ist aber, dass ich als Privatunternehmen meine Karten so verkaufen darf, wie ich es für richtig halte. Die Deutsche Bahn hätte da sicher mehr Probleme. Ich weiß nur, dass sich die Frauen immer auf den Ladies Day freuen und an diesen Tagen die Stimmung immer besonders gut ist.

ah

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