Optionsflächen am Friedhof: Die Wiese im Vordergrund will der Freistaat für Asylbewerber nutzen, die Wiese hinten rechts gehört der Stadt. Die SPD will sie für Wohnungsbau verwenden.

Auf Wohnraumsuche

SPD will Wohnraum in Miesbach schaffen

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Bezahlbarer Wohnraum ist knapp – nicht nur in Miesbach. Aber die Kreisstadt könnte etwas dagegen tun, findet die SPD. Es gebe mehrere Möglichkeiten zumindest für einen ersten Schritt. Doch so einfach sei es nicht, sagt die Bürgermeisterin.

Das Thema sozialer Wohnungsbau ist Paul Fertl und seiner SPD-Stadtratsfraktion ein Anliegen. Über Jahre sei in Miesbach in dieser Richtung nichts passiert, kritisiert der Zweite Bürgermeister. Das soll sich ändern. Bei der Klausurtagung des Stadtrats im November 2017 habe die SPD deshalb einige Möglichkeiten für einen „kurzfristig zu realisierenden Wohnungsbau“ vorgeschlagen, berichten Fertl und Sozialreferentin Hedwig Schmid (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch habe man einige Eckpunkte rund um das Thema angefragt, aber noch keine Antworten vom Rathaus erhalten. Fertl: „Wir hätten unter anderem gerne gewusst, wie viele Sozialwohnungen es in der Stadt gibt und wie viele aus der sozialen Bindung herausfallen.“

Unabhängig vom Bestand hat die SPD drei Stellen im Blick, an denen zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden könnte. So sollen die beiden stadteigenen Wohnhäuser an der Münchner Straße 18 und 20 um ein Geschoß aufgestockt werden. Damit könnten die bestehenden acht Einheiten auf zwölf erhöht werden.

Platz für einen kompletten Neubau gebe es obendrein, sagen Schmid und Fertl und bringen das Areal hinter dem Friedhof ins Gespräch. „Der Stadt gehören dort im Norden 2000 Quadratmeter“, sagt Fertl. Acht Wohnungen könnten dort realisiert werden, wobei der angrenzende Bolzplatz erhalten bleiben sollte.

Doch das Gelände hat einen Makel: Ähnlich wie bei der gegenüberliegenden Parzelle Am Gschwendt, die dem Freistaat Bayern gehört und für anerkannte Asylbewerber sowie sozialschwache Bürger bebaut werden soll (wir berichteten), ist die Stabilität des Untergrunds infolge des Bergbaus nicht gewährleistet. Das Staatliche Bauamt in Rosenheim lässt derzeit ein Gutachten erstellen, ob und wie das Gelände für Wohnungsbau nutzbar ist. Fertl geht jedoch davon aus, dass eine Bebauung möglich sein sollte – gegebenenfalls mit einer Verpressung des Bodens.

Als dritte mögliche Baufläche nennt die SPD den Hang westlich der Volksfestwiese. 18 Wohneinheiten in zwei Blocks seien vorstellbar, sagt Fertl: „Das ist vielleicht keine Premiumlage wegen Parkplatz und Volksfest, aber es wäre eine weitere Möglichkeit, um etwas zu tun.“ Ziel müsse es sein, nicht auf einmal viel zu bauen, sondern wenig in kleinen Schritten. So könne man auf den Bedarf der eigenen Bevölkerung am besten reagieren.

Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sind diese Pläne keineswegs leicht zu verwirklichen: „Das sind alles schöne Programme, aber wir haben derzeit einfach keine geeigneten Flächen.“ Die Verwaltung sei dabei, die vielen Fragen der SPD abzuarbeiten. Die Aufstockung an der Münchner Straße werde derzeit vom Architekten geprüft. Und der Hang an der Waitzinger Wiese sei bekanntermaßen schwierig wegen des Lärmschutzes. „Da ist sicher mit erhöhten Auflagen zu rechnen.“ Nur zum Friedhofareal wolle sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussagen machen – „auch wenn ich verstehen kann, dass die SPD so kurz vor der Landtagswahl das Thema noch nutzen will“. Zumal für kommende Woche ohnehin ein Dienstgespräch mit Fertl und Drittem Bürgermeister Michael Lechner (FW) zum Thema Wohnungsbau angesetzt sei.

Dass der gesamte Themenkomplex nicht so einfach zu lösen sei, zeige auch der Plan, ein Kommunalunternehmen für den sozialen Wohnungsbau zu gründen. Vor einem Jahr wurde eine Arbeitsgruppe dazu eingesetzt, doch mittlerweile „ruhe“ das Projekt, wie Pongratz berichtet: Es sei keine einheitliche Linie zu finden. „Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.“

ddy

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