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Entspannung auf dem Habererplatz: Am Freitagmorgen räumte der Bauhof die Parkflächen frei, auf denen zwei Wochen Schneehaufen lagerten. Ein Teil des Schnees wurde – wie von unserer Zeitung angeregt – nebenan im Waitzinger Park deponiert.

Aufräumarbeiten im Miesbacher Stadtrat

Schelte für die Zeitung und manche Bürger

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Nach dem Katastrophen-Management der vergangenen Tage mit Unmengen Schnee folgte nun Teil zwei der Aufräumarbeiten. Der Miesbacher Stadtrat nutzte seine Sitzung am Donnerstag zur Abrechnung mit unserer Zeitung.

Die Bürgermeisterin war verärgert. Sehr verärgert sogar. Und anders als sonst so oft war sie gar nicht emotionslos. Nach dem Bericht in unserer Zeitung über das Schneeräumen in Miesbachs Innenstadt nutzte Ingrid Pongratz (CSU) die Stadtratssitzung am Donnerstag, um ihrem Groll wohlformuliert Luft zu machen.

Ihr Bauhof habe eine „unglaubliche Leistung vollbracht“. Jedoch müsse die Stadt trotz aller wartender Arbeit die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten ihrer Mitarbeiter beachten. „Denn wenn etwas passiert, fragt die Versicherung, wie lange der Betreffende gearbeitet hat. Und dann sind wir dran.“

Auch über einige Bürger hat sich die Bürgermeisterin sehr geärgert. So hätten einige Hausbesitzer die Schneelast von ihren Dächern auf die Straße geräumt – just am Tag darauf, nachdem die Straße vom Schnee freigemacht worden sei. „Ich weiß, dass es schwierig ist, den Schnee wegzubekommen, aber dann muss man das eben so organisieren, dass ein Bauer das wegfährt“, erklärte Pongratz.

Auch dass Autofahrer die Sperrung der Waitzinger Wiese nicht nur missachtet, sondern auch gezielt Sperrmaßnahmen entfernt hätten (wir berichteten), habe für Chaos auf der sonst als Parkplatz genutzten Fläche gesorgt. Es könne nicht sein, dass Anweisungen der Stadt ignoriert werden. „Die Einsatzkräfte brauchten den Platz für ihre Besprechung um 7 Uhr morgens.“

Dagegen dankte Pongratz allen anderen Hilfskräften und Engagierten, die sich eingebracht haben: „Wir hatten erstmals so einen Katastrophenfall. Es ist auch seitens der Verwaltung Unglaubliches geleistet worden. Aber es geht nicht alles von jetzt auf gleich.“

Im Gremium herrschte Zustimmung – man applaudierte. So wertete Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) den Bericht unserer Zeitung als „Missachtung dieser Leistung“. Für die Leute, die geholfen hätten, sei dies „beschämend“. Und CSU-Fraktionssprecher Franz Mayer stellte fest, dass die Kritik voll daneben gewesen sei. Man habe einen Katastrophenfall gehabt – da gehe es nicht darum, dass man nicht mehr parken könne wie sonst.

Ein wenig uneins war man sich dann doch. Weil Pongratz festgestellt hatte, dass sicherlich auch „Fehler“ passiert seien, die es zu optimieren gelte, widersprach Manfred Burger (Grüne): „Es stimmt nicht, dass Fehler gemacht wurden. So was darf man gar nicht sagen. Nicht bei der Menge an Arbeit.“ Das alles sei eine „Superleistung“ gewesen, jedoch müsse man sich mit Blick auf den Klimawandel bewusst machen, „dass so etwas vielleicht öfter passieren wird“.

Pongratz’ neue Formulierung („Dann haben wir eben Schwachstellen aufgedeckt“) gefiel Alfred Mittermaier (CSU) nicht: „Wir sollten nicht von Schwachstellen reden, denn jede Katastrophe ist anders.“ Was Miesbachs Feuerwehrkommandant Walter Fraunhofer (SPD) gewissermaßen bestätigte: „Wir hatten so viele Brennpunkte. Man hat eine Einsatzlage, und darauf muss man reagieren. Es wurden keine Fehler gemacht. So wie diesmal wird es auch zukünftig ablaufen.“

ddy


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