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Bis zu vier Zentimeter groß ist der Asiatische Laubholzbockkäfer.

LfL warnt vor dem Asiatischen Laubholzbockkäfer

Augen auf beim ALB - auch außerhalb von Miesbach

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In Miesbach ist der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) seit Wochen das zentrale Thema. Doch ist es nur ein Thema für die Kreisstadt? Oder betrifft es auch die Nachbargemeinden?

Wegen des Befalls am Miesbacher Finanzamt müssen Bäume im Umkreis von 100 Metern gefällt werden, Details werden heute Abend im Stadtrat zusammen mit Experten erörtert. Doch wie groß ist die Gefahr eines ALB-Befalls in Gemeinden rund um die Kreisstadt? Dazu befragten wir Elke Zahner-Meike, die als Diplom-Biologin bei der federführenden Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit unter anderem für den ALB zuständig ist.

-Frau Zahner-Meike, wie groß ist die Gefahr, dass der ALB auch in Miesbachs Nachbargemeinden gewandert sein könnte?

LfL-Sprecherin Elke Zahner-Meike

Bislang ist uns kein Befall außerhalb Miesbachs bekannt, aber ausschließen kann man es nicht. Der Baum am Finanzamt war stark befallen, und das ist auch keinem aufgefallen.

-Gibt es seit seinem Auftauchen in Miesbach mehr Meldungen bei Ihnen?

Es kommen schon mehr Verdachtsmeldungen rein – man schaut jetzt halt auch genauer hin.

-Wie meldet man dem LfL Verdachtsfälle am besten?

Käfer fängt man idealerweise mit einem Marmeladenglas und mailt uns ein Foto davon. Auch Befallsmerkmale wie die Euro-großen Bohrlöcher schickt man als Foto.

-Die zufällige Verbreitung des Käfers per Pkw ist ja stets denkbar. In welchem Radius ist ein Prüfen des eigenen Gartens empfehlenswert?

Je näher man am Fundort Finanzamt/Waitzinger Keller lebt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit. Aber ein prüfender Blick in den Garten ist nie verkehrt, egal wo man wohnt.

-Der ALB hat es beim LfL zu einer eigenen Arbeitsgruppe gebracht. Wie groß ist diese denn?

Bei uns beschäftigen sich etwa 20 Mitarbeiter mit dessen Bekämpfung. Derzeit haben wir ohne Miesbach fünf befallene Orte – jeder wird mit zwei Leuten betreut. Der erste Käfer wurde 2004 in Neukirchen bei Passau entdeckt. Seit der EU-Durchführungsverordnung von 2015 haben wir gute Ergebnisse erzielt. Neukirchen dürfte Ende 2019 die vierjährige Quarantänezeit überstanden haben. Kelheim, Feldkirchen bei München, Neubiberg, Murnau und Ziemetshausen-Schönebach könnten es Ende 2020 überstanden haben.

-Warum gerade vier Jahre Quarantäne?

Die Entwicklung von der Larve zum Käfer beträgt zwei Jahre. Zur Sicherheit warten wir zwei Zyklen ab und führen dabei ein Monitoring durch.

-Wo liefert man befallenes Holz derzeit ab?

Noch soll man es im eigenen Garten lagern. Geplant ist aber eine Sammelstelle in Miesbach, wo das Holz zum Verbrennen gehäckselt werden kann.

Verdachtsfälle

nimmt die LfL entgegen per Mail an alb@lfl.bayern.de und unter Telefon 0 81 61 / 71 57 30.

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